Sommer-Smalltalk zu Bundesfreiwilligendienst

Lehrer will Saif-Eddin Jarjir nun nicht mehr werden

Wie fühlt sich die Lehrerrolle an? Das weiß Saif-Eddin Jarjir (2.v.l.) inzwischen. Ein Lehramtsstudium kommt für ihn allerdings nicht mehr in Betracht.
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Wie fühlt sich die Lehrerrolle an? Das weiß Saif-Eddin Jarjir (2.v.l.) inzwischen. Ein Lehramtsstudium kommt für ihn allerdings nicht mehr in Betracht.

Harpstedt – Die großen Ferien haben begonnen. Zeit für eine neue „Sommer-Smalltalk“-Runde. Als erster Interviewpartner äußert sich Saif-Eddin Jarjir (20) zu seinem absolvierten Jahr als Bundesfreiwilligendienstleistender: Die Oberschule Harpstedt, die er einst selbst als Schüler besucht hatte, erlebte er in den zurückliegenden Monaten aus einer anderen Warte.

Frage: Welche Art von Freiwilligendienst haben Sie gemacht? Durften Sie sich Einsatzfelder aussuchen?

Jarjir: Zusammen mit dem ASC Göttingen wird ein Freiwilligendienst im Sport angeboten. Das habe ich an der Oberschule als Einsatzort wahrgenommen. Trotz des Schwerpunkts im Sport nahm ich dort auch Aufgaben in der Notbetreuung, im Sekretariat und in anderen Tätigkeitsfeldern wahr. Aussuchen durfte ich mir, welchen Unterricht ich begleiten möchte.

Frage: Sind Sie in eine Art Co-Lehrerrolle geschlüpft?

Jarjir: Was aufbauen, Zeiten nehmen: Solche assistierenden Aufgaben fielen im Schulsport an. Ich habe auch mit Schülern Übungen gemacht. Wegen meiner ursprünglichen Lehramtsambitionen bekam ich überdies in anderen Fächern die Chance, nach gemeinsamer Vorbereitung mit einer Lehrkraft in deren Anwesenheit mal eine Stunde zu übernehmen. Dabei habe ich aufschlussreiche Eindrücke sammeln können. Und auch Erfahrungen im freien Reden vor Schülern.

Frage: Eigenständiges Unterrichten in Anwesenheit einer Lehrkraft kam also vor?

Jarjir: Ja. Aber alles andere als regelmäßig, zumal das Jahr coronabedingt von verhältnismäßig wenig Präsenzunterricht geprägt war. Während der Notbetreuung in den Lockdownphasen verspürte ich als Ansprechpartner schon ein wenig Lehrerfeeling.

Ich bin ein großer Fan von Hörbüchern und wollte selbst eins machen – mit Schülern. Das habe ich auch umgesetzt. Das Ergebnis ist knapp eine Stunde lang.“

Saif-Eddin Jarjir

Frage: Was von diesem Jahr bleibt in Erinnerung?

Jarjir: Spaß gemacht hat es, zusammen mit Hausmeister Carsten Kröcher ehemalige Gestelle für Blumenkübel aufzuarbeiten und zu Sitzbänken für den Steinhof umzufunktionieren. Zum Bundesfreiwilligenjahr gehört die Verpflichtung zur Arbeit an einem Projekt, in das Aspekte wie Umweltschutz, Nachhaltigkeit oder Gleichberechtigung einfließen sollen. Ich bin ein großer Fan von Hörbüchern und wollte selbst eins machen – mit Schülern. Das habe ich auch umgesetzt. Das Ergebnis ist knapp eine Stunde lang. Ich habe einiges gelernt. Mit Schnitt-Software etwa kannte ich mich vorher nicht aus. Jetzt kann ich damit umgehen. Für das Vertonen des Drehbuchs suchte ich mir Schüler aus, denen ich das zutraute und von denen ich annahm, dass sie Lust darauf hatten. Die Handlung kommt ein bisschen im Stile der „drei Fragezeichen“ daher. Im Rosenfreibad geklaute Handys und nachfolgende Ermittlungen spielen eine Rolle. Aber auch ein Umweltwettbewerb, mit dem die Lehrerin um die Ecke kommt und den die Clique, um die es geht, gewinnen will, damit sie mit dem Preisgeld neue Smartphones kaufen kann. Die an der Entstehung Beteiligten bekommen das Hörbuch auf jeden Fall als Audiodatei. Frei zugänglich für jedermann wird es allerdings nicht sein. Dafür gibt es datenschutzrechtliche Gründe.

Frage: Wie kamen Sie zum Freiwilligendienst?

Ich kann ein solches Jahr jedem empfehlen, der noch nicht genau weiß, was konkret er nach dem Schulabschluss machen möchte.“

Saif-Eddin Jarjir

Jarjir: Corona hatte meine Zukunftspläne durchkreuzt. Ich wollte nach dem Abitur eigentlich ein wenig reisen. Ich hatte immer im Hinterkopf, dass der Lehrerberuf für mich der richtige sein könnte und stand vor der Frage, ob ich direkt ein Lehramtsstudium beginne oder mir lieber zunächst den Schulbetrieb noch einmal aus der Warte der Lehrkräfte anschaue. Der Freiwilligendienst ist die richtige Entscheidung gewesen. Denn inzwischen weiß ich, dass ich nicht mehr Lehrer werden möchte.

Frage: Sondern was?

Jarjir: Das weiß ich noch nicht ganz genau, aber ich will mich in Richtung Technik/Umweltschutz orientieren. Nach dem Schuljahr geht’s für mich allerdings erst einmal als Au Pair nach Paris.

Frage: Ihr Fazit nach einem Jahr Bundesfreiwilligendienst an der Oberschule Harpstedt fällt also positiv aus?

Jarjir: Auf jeden Fall. Mir hat es bei der Berufsorientierung geholfen. Ich kann ein solches Jahr jedem empfehlen, der noch nicht genau weiß, was konkret er nach dem Schulabschluss machen möchte.

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