Vom unbekümmerten Umgang mit dem Essen

Sachbuch aus Colnrade: Plädoyer wider das Phlegma

Der Erscheinungstermin für das Buch „Unsere Ernährung – eine tickende Zeitbombe“ steht noch nicht fest.
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Der Erscheinungstermin für das Buch „Unsere Ernährung – eine tickende Zeitbombe“ steht noch nicht fest.

Colnrade – „Unser Essen hat sich mehr und mehr zu einer beiläufigen Übung, uns ,funktionstüchtig" zu halten, entwickelt. Es nimmt so leider nur noch eine Randlage in unserem Leben ein. Seine Bedeutung für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit ist uns viel zu wenig bewusst“, urteilt Werner Tegen aus Colnrade.

Gesundheitliche Gründe haben den Ruheständler bewogen, sich eingehender mit eben dieser Bedeutung und diesem Zusammenhang zu beschäftigen – so eingehend, dass er ein Sachbuch darüber geschrieben hat. „Unsere Ernährung – eine tickende Zeitbombe“ heißt es. Das genaue Erscheinungsdatum steht noch nicht fest. Der Untertitel „Erkennen … Entschärfen …“ deutet an, dass es der Autor nicht bei einer Problembeschreibung belässt.

Tegen spricht aus Erfahrung. Vor vielen Jahren bekam er Multiple Sklerose (MS) diagnostiziert. Noch während seines Arbeitslebens verschlimmerten sich die Symptome. „Was tun?“, fragte sich der Colnrader – und fand seinen persönlichen Schlüssel zu mehr Lebensqualität in einer Ernährungsumstellung. Seit 14 Jahren isst er kein Fleisch mehr; seit zwölf Jahren lässt er zusätzlich die Milch weg. Wenn Ärzte den 77-Jährigen heute nach seiner Krankheitsgeschichte fragen, erwidert er: „Ich hatte Multiple Sklerose.“ Dabei weiß er natürlich, dass sich die unheilbare Krankheit nicht in Wohlgefallen auflöst. Sie beeinträchtige ihn aber weit weniger als früher, sagt er. Trotz MS gehe es ihm gesundheitlich heute „viel besser“.

Wir interessieren uns zu wenig für die Inhalte und Wirkungen unserer Lebens- und Nahrungsmittel. Sie werden von ihrer Entstehung bis zu ihrem Verzehr vielen schädigenden Einflüssen ausgesetzt.“

Werner Tegen

Ähnliche Erfahrungen könnten nach Tegens Überzeugung auch andere Menschen – kranke wie gesunde – machen, die bereit sind, ihre Ernährungsgewohnheiten zu überdenken. Reine Genussesser, die von Diabetes, Übergewicht und ungesunden Nahrungsmitteln nichts hören wollen, könnten Tegens Botschaft allerdings wenig „bekömmlich“ finden. Denn sein Buch kommt als Plädoyer gegen eine – aus Sicht des Autors – vielfach schon Züge eines Phlegmas tragende Unbekümmertheit in Ernährungsfragen daher.

„Wir interessieren uns zu wenig für die Inhalte und Wirkungen unserer Lebens- und Nahrungsmittel. Sie werden von ihrer Entstehung bis zu ihrem Verzehr vielen schädigenden Einflüssen ausgesetzt. Diese legen sich langsam, aber sicher wie eine ,strangulierende Kette’ um unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Ihre Glieder sind Nitrat, Pestizide, Bakterien, Viren, Parasiten, Prionen, Mykotoxine (Schimmelpilzgifte), Kohlenwasserstoffe, Dioxine, Furane, polychlorierte Biphenyle, Industrie-/Umweltchemikalien, Metalle, Tierprodukt-Belastungen, Radioaktivität und Verpackungsgifte“, konstatiert der Pensionär.

„Täuschung und Manipulation“

Gefahren für die Gesundheit resultierten aus Transport, Raffination, Pasteurisierung, Homogenisierung und der Art der Zubereitung ebenso wie aus Zusatzstoffen (etwa Aroma- und Enzym-Zusätzen), Genmanipulation, Nanotechnologie und Mikroplastik.

Die Gleichgültigkeit schwebt wie eine tickende Zeitbombe über uns.“

Werner Tegen

Hinzu kämen „Täuschung und Manipulation“. Die Lebensmittelindustrie hat bekanntermaßen kein großes Interesse daran, dem Verbraucher die ganze Wahrheit über Fleisch, Milch, Weiß- und Graumehl, Fabrikzucker, Süßungsmittel, Fette, Salz, Fertignahrung oder auch Nahrungsergänzungsmittel zu sagen.

Die Verdrängungsmechanismen von Verbrauchern, das Ausblenden ernährungsbedingter Gesundheitsrisiken, führt Tegen nicht zuletzt auf mangelnde Kenntnis von Verdauung, Stoffwechsel und möglichen Folgewirkungen der eigenen Ernährung zurück. Die Gleichgültigkeit schwebe wie eine tickende Zeitbombe „über uns“, mahnt er. Diese Bombe zu „entschärfen“ – das sei aber möglich. Wer sich informiere und sich auf neue Wege begebe, werde den Punkt erreichen, an dem er sich wohlfühle, und werde sich auch an seinem Essen als sehr bedeutendem Element des eigenen Lebens wieder erfreuen können.

Werner Tegen, Diplom-Verwaltungswirt i.R., war nach seiner Ausbildung lange in der Arbeitsverwaltung tätig, auch in koordinierenden und leitenden Funktionen. Sein Buch (mit Endnotenverzeichnis, Glossar, Stichwort- und Fundstellenverzeichnis) umfasst 406 Seiten (davon 270 Textseiten). Es dürfte nach Lage der Dinge noch im Oktober vom Dienstleister-Verlag Books on Demand (www.bod.de) herausgegeben werden. Es wird dann auch im Buchhandel für 28,60 Euro (Hardcover) zu bekommen sein. Die E-Book-Variante kostet 10,99 Euro.  

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