Rund 45 Gäste genießen „Abend im Oktober“ beim illuminierten Amtshof

„Schöner geht doch gar nicht mehr“

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Elke Schäfer und Irmtraud Keppler (v.l.) sorgten für Musik.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. „Wir werden das im nächsten Jahr wiederholen“, kündigte Gästeführer Uli Sasse an, nachdem die letzten Töne von „Kein schöner Land“ verklungen waren. „Das wird dann noch schöner“, versprach er am Freitag zum Ausklang eines gelungenen „Abends im Oktober“ bei Geschichten, Laub und Lichterschein. „Schöner geht's doch gar nicht“, urteilte Gästeführerin Anke Rüdebusch schmunzelnd. Einige Stunden zuvor hatte sie die rund 45 Gäste vor dem Amtshof „herbstlich willkommen“ geheißen.

Mit einer Laterne in der Hand führte Sasse die Besuchergruppe in den vor einiger Zeit neu gestalteten Bereich hinter dem Verwaltungsgebäude. Das mit künstlichem Licht, Fackel- und Kerzenschein in Türkis, Grün und Orange getauchte Areal sowie stimmungsvoll angestrahlte skulpturenartige Gebilde ernteten etliche „Ooohs“ und „Aaahs“. Dies sollte nicht die einzige Überraschung bleiben, die Andre Mutke aus der Samtgemeindeverwaltung und die Gästeführer für die Anwesenden bereit hielten. Als die Besucher sich in einer Pause mit Punsch und Zwiebelkuchen stärkten, verwandelte sich eine Außenwand des Amtshofes in ein Outdoor-Kino. Ein Beamer projizierte darauf durch ein Fenster imposante Naturaufnahmen aus allen vier Jahreszeiten, darunter Motive wie aufblühende Blumen, Gräser, Bäume und Pilze. Stimmungsvolle Musik untermalte die gelungene „Einlage“. Ganz zum Schluss kam der Beamer nochmals zum Einsatz und „warf“ nun etwa 20 Herbstbilder an die Wand, die Bürger der Verwaltung zur Verfügung gestellt hatten.

Ansonsten stand der Abend ganz im Zeichen des Herbstes. Die Gästeführer machten ihrem Publikum die schönen Seiten dieser Jahreszeit nur allzu bewusst. Auf Flöte und Akkordeon begleiteten Elke Schäfer und Irmtraud Keppler gemeinsam gesungene Herbstlieder.

Gästeführer Heinrich Sudmann amüsierte die Zuhörer mit plattdeutschen Geschichten. Darin ging es unter anderem um den zum Suff neigenden Clemens. Der Pastor versucht ihn vom Alkohol abzubringen. Zu Demonstrationszwecken badet er zunächst einen Wurm in ein mit Wasser gefülltes Schnapsglas. Dem Tier scheint das nichts auszumachen. Als der Geistliche es danach aber in Schnaps taucht, stirbt es. Woraufhin Clemens schlussfolgert: „Wer Schluck trinkt, hat auch keine Würmer!“

Zu dem von Keppler und Schäfer dargebotenem Lied „Wenn der Wind im Ofen singt“, in dem unter anderem „von Gänsen, die nach Süden zieh'n“ die Rede ist, schnatterten die Enten auf dem Burggraben, als wollten sie ihren „Senf“ dazugeben. Sasse schöpfte indes aus dem schier unerschöpflichen Gedichte-Fundus von Heinz Erhardt. Er hatte etwas Passendes zum Herbst ausgegraben. Die abschließenden Verse „Wenn all die Maden, Motten, Mücken, die wir versäumten zu zerdrücken, von selber sterben – so glaubt mir: steht der Winter vor der Tür“ sorgten für viele Schmunzler.

Mit Satiren aus eigener Feder erheiterte indes Franz Zehnbier alias Franz Robert Czieslik aus Groß Ippener die Gäste. Er sinnierte unter anderem über „Castoren für CSUler und Diktatoren“ oder zog die Affäre um die hinterzogenen Steuern von „Emma“-Chefredakteurin Alice Schwarzer genüsslich durch den Kakao. „Hat Papst Franziskus das Fest auf den 24. Oktober vorverlegt?“, fragte er spitz vor dem Hintergrund des anscheinend Jahr für Jahr früher einsetzenden Weihnachtswahnsinns in den Supermärkten und Kaufhäusern; diese Geschichte endete mit einer Prise Selbstironie: Er werde jetzt seinen Baum schmücken gehen, kündigte Zehnbier an. „Nicht, dass mir meine Nachbarn noch zuvorkommen!“

Wissenswertes rund um den Herbst gab Rüdebusch preis. So verriet sie etwa, dass der Oktober auf das lateinische octo für acht zurückgehe. Das altrömische Jahr habe nämlich mit dem März begonnen; der Oktober sei folglich der achte Monat gewesen. Zu Ehren kam auch das in den Herbst passende „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“. Sasse trug dieses Gedicht von Theodor Fontane, das ganze Generationen von Jugendlichen in ihrer Schulzeit auswendig lernen mussten, vor. Durchaus bekannt waren den meisten Gästen ebenso die Strophen des vorletzten Liedes, „Der Mond ist aufgegangen“, und so stimmten alle mit ein.

Obendrein gab es herbstliche Mitbringsel der Gästeführer für die Anwesenden – in Form von Kastanien und Äpfeln. Alles in allem erlebte der „Abend im Oktober“ eine durchaus vielversprechende „Premiere“.

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