„Rentnerbänd“ hat auf dem Koems-Gelände viel zu tun / Neuer Pavillon soll entstehen

Rüstige Rentner renovieren und reparieren

Sind die „wichtigsten Personen von allen“: Erika Postmann (links) und Ilse Meyer bereiten das Frühstück zu.

Harpstedt – In Arbeitshosen und dicken Pullovern gekleidet sowie mit Mörtel und dem passenden Werkzeug ausgestattet sind Werner Thomas und Wilfried Peters fleißig dabei, eine Mauer zu verfugen. Seit bereits zehn Jahren sind die beiden Männer Mitglieder der „Rentnerbänd“, die jeden Donnerstagmorgen auf dem Harpstedter Koems-Gelände zusammenkommt, um das historische Scheunenviertel zu sanieren, zu verschönern und instand zu halten. Beide sind gelernte Mauerer und hatten in diesem Frühjahr mit den Arbeiten an der Wand des Koems-Saales angefangen. „Es macht Spaß, wir sind ja auch nur einmal die Woche da. Das Schöne ist einfach die Geselligkeit. Um 10 Uhr frühstücken wir immer alle zusammen“, erzählt Thomas und lächelt.

„Vorher stand hier eine Diskothek, die sich dem Saal anschloss. Jetzt soll ein Pavillon entstehen, der für Veranstaltungen und Konzerte genutzt werden kann. Dann schauen wir, wie wir ihn an das Gebäude anbinden können“, erläutert Klaus-Dieter Westphal, Vorsitzender der Fördergemeinschaft Koems. Er sagt weiter: „Im März hatten wir den Bauantrag für den Pavillon gestellt. Vor etwa drei Wochen haben wir die Genehmigung erhalten.“ Im kommenden Jahr könne dann eventuell mit den Arbeiten gestartet werden.

Um die 30 Mitglieder sind aktuell in der „Rentnerbänd“, die schon einiges geschafft hat: Die Damen- und Herrentoiletten wurden erneuert und mit neuen Fliesen ausgelegt, auch die Blühwiesen legten die Rentner neu an. Aktuell sind sie dabei, die Behinderten-WCs im Koems-Saal zu renovieren und neu zu gestalten. „Damit haben wir vor etwa vier Wochen angefangen“, so Westphal. Holzlatten, ein Zollstock, eine Kreissäge und Bohrmaschinen liegen aktuell auf dem Boden des Raumes verstreut. „Wir machen Holzlatten an die Decken, die auch neue Strahler bekommen. Zudem haben wir die Tür breiter gemacht“, erzählt ein Rentner.

Aber nicht nur diese Arbeiten müssen erledigt werden: „Malerarbeiten stehen das ganze Jahr über an. Oder das Schneiden der Hecke, Bewässern der Pflanzen und das Unkraut jäten“, betont Westphal. Aber nicht nur die Männer packen mit an, die Frauen „sind die wichtigsten Personen hier. Ohne sie läuft gar nichts“, wie Jürgen Meyer sagt. Seine Frau Ilse steht zusammen mit Erika Postmann in der Küche des Lämmerkovens. „Wir haben uns dazu bereit erklärt, damit die Männer auch ihr Frühstück bekommen“, erzählt Postmann. Sie bereiten den Kaffee zu und belegen die Brötchen, während die Männer draußen am Werkeln sind.

Dazu gehört auch Fred Büchau, der auf einer Leiter steht und den Fenstern einen neuen Anstrich verpasst. Zusammen mit einem weiteren Kollegen streicht er die Türen, Fenster und Wände an den Gebäuden. „Aber wir sind alle flexibel. Wir sind nicht die festen Maler. Wenn woanders Arbeiten anfallen, helfen wir auch da aus“, erklärt Büchau, der seit bereits 20 Jahren Mitglied der „Rentnerbänd“ ist. Von Malermeistern über Maurer, Soldaten, Landwirte bis hin zu Beamten sind alle Berufsgruppen vertreten.

Ein paar Schritte weiter steht Helmut Oldenburg auf einer Leiter, die am Backhaus lehnt. In der rechten Hand hält er einen Besen. „Wenn es nass ist, kann man das Moos gut entfernen. Ich bin auch noch schwindelfrei“, erzählt er und lacht. Den Backofen im Inneren des Gebäudes hatte er gemauert. „Das ist die schönste Scheune“, findet der gelernte Maurermeister und Techniker.  lat

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