Tier ist geschlechtsreif

Rotfuchs Fritz ist nun fit für die Wildnis

Steht vor der Auswilderung: Rotfuchs Fritz. Foto: Freiling
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Steht vor der Auswilderung: Rotfuchs Fritz.

Fritz ist geschlechtsreif. Dass die Hormone sprießen, lässt sich sogar am Geruch des Rotfuchs-Männchens feststellen – sagt Karin Petra Freiling. Die Auswilderung steht unmittelbar bevor.

Klosterseelte – Schon oft hat Karin Petra Freiling aus Klosterseelte Wildtiere aufgepäppelt. Die 52-Jährige gibt ihnen Namen. Die in Achim ansässige Wildtierhilfe hatte ihr Fritz anvertraut.

„Er war im Spätsommer 2019 angefahren worden, hatte schwere Verletzungen erlitten und ist inzwischen wohl knapp ein Jahr alt. Mit der Auswilderung sollte man warten, bis die ,Fuchswochen' vorbei sind und die Tiere nicht mehr Gefahr laufen, zur Strecke gebracht zu werden“, spielt die Biologin indirekt auch auf eine schon länger zurückliegende Jagd an, bei der damals direkt vor ihrer Haustür der von ihr aufgepäppelte Rotfuchs Gandalf auf grausame Weise ums Leben kam.

Noch aus einem anderen Grund sei es günstig, Fritz jetzt auszuwildern: Im beginnenden Frühling findet der über Monate in einem rundum geschlossenen Auslauf gehaltene Fuchs hinreichend Nahrung. „Auch Mäuse kommen wieder zum Vorschein“, weiß die Biologin. Fritz sei in Gefangenschaft „ein sehr ruhiger Vertreter“ gewesen. Nun aber sei ihm die Geschlechtsreife deutlich anzumerken.

Beim Auswildern bekommt Karin Petra Freiling Unterstützung von Johann Beuke vom Ökologischen Jagdverein Niedersachsen/Bremen. „Mit seiner Hilfe finde ich nette Förster. Die verfahren nach einem sehr guten Konzept; sie schießen die Füchse nicht. In Luxemburg macht man das seit Jahren. Der Bestand bleibt gleich. Es gibt keine Überpopulation. Hier erleben wir hingegen, dass viele Füchse erlegt werden. Mit der Folge, dass die Mäuse überhandnehmen – wie im vergangenen Jahr“, macht die Klosterseelterin keinen Hehl aus ihrer Ablehnung der Fuchsjagd als Regulativ.

Mit Fritz wolle sie sich an der Seite von Beuke noch an diesem Wochenende oder kommende Woche auf den Weg zum Förster machen. „Ich denke, es wird kein Problem, den Fuchs in die Transportbox zu bekommen“, sagt sie. In welchem Forststück das Tier in die Freiheit springen darf, erfahre sie in Kürze. Die Tierschützerin ist überzeugt: Fritz werde sich schnell an sein neues Leben in der Wildnis gewöhnen. „Normalerweise ist das kein Problem“, schildert sie ihre eigenen Erfahrungen. „Wir haben ja schon oft ausgewildert.“

Dass sie Wildtiere zu zahm für die Natur mache, treffe nicht zu, betont Freiling. Füchse seien Säugetiere. Und natürlich fehle einem Jungen, das aufgepäppelt werde, die mütterliche Fürsorge. Das versucht die Biologin nach eigenem Bekunden ein Stück weit zu kompensieren. Mit der Geschlechtsreife komme aber dann der Punkt, an dem der Fuchs keine Nähe mehr zulasse und die Hormone ihm sozusagen zu verstehen gäben: „Du bist jetzt ein wildes Tier.“ Dann heiße es, sich selbst mehr und mehr zurückzunehmen, weiß die 52-Jährige. In dieser Phase stelle sie nur noch Futter bereit – vor allem Frischfleisch von einem ihr persönlich bekannten Erzeuger ihres Vertrauens mit Sitz in Langwedel im Kreis Verden. Fritz stürze sich übrigens nicht mehr sofort darauf: „Er wartet eine Weile, bis er frisst.“

Zu gegebener Zeit wird Karin Petra Freiling ein Eichhörnchenbaby auswildern – eines von dreien, die Opfer einer Baumfällung geworden und erst Tage später gefunden worden waren. Die Mutter sei wohl entweder zu Tode gekommen oder so verschreckt gewesen, dass sie nicht zum Nachwuchs zurückkam. „Die Jungtiere waren in einem furchtbaren Zustand, auch völlig dehydriert. Zwei haben es leider nicht geschafft“, bedauert Freiling. „Das dritte Baby habe ich über das Umweltamt und die Eichhörnchenhilfe Bremen zum Aufpäppeln bekommen. Ich habe es ,Hope’ genannt – Hoffnung. Weil ich hoffe, das es durchkommt.“

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