Bokelmann: Freibadsaison frühzeitig in Blick nehmen

„Bedürfnisse der Schwimmer einbeziehen“

Von Twistringen lernen kann die Samtgemeinde Harpstedt nach Überzeugung von Hermann Bokelmann mit Blick auf das Freibad.
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Von Twistringen lernen kann die Samtgemeinde Harpstedt nach Überzeugung von Hermann Bokelmann mit Blick auf das Freibad.

Harpstedt – Der Förderverein für das Harpstedter Rosenfreibad möge mit seinem Twistringer Pendant Kontakt aufnehmen, regt Hermann Bokelmann an. Der Altbürgermeister und frühere Samtgemeinderatsherr steht auf dem Standpunkt, dass auch in Harpstedt frühzeitig die kommende Badesaison ins Visier genommen werden muss, damit zu weitreichende pandemiebedingte Einschränkungen unterbleiben.

Der Rentner und besonders aufmerksame Zeitungsleser war in der Kreiszeitung auf einen Artikel über eine Umfrage zum Twistringer Schwimmpark gestoßen, wonach die Stadt und die Bad-Förderer unter Einbeziehung der Badnutzer und Schwimmgäste bereits das kommende Jahr in den Blick genommen haben. Diesen Bericht schickte er Gaby Otto aus dem Vorstand des Harpstedter Fördervereins. Er verband dies mit der Bitte, in der Samtgemeinde ebenfalls eine öffentliche Diskussion anzustoßen. In diese Debatte möchte er nach Twistringer Vorbild die bisherigen Erfahrungen mit coronabedingten Beschränkungen, aber auch die Bedürfnisse der Badnutzer einbezogen wissen.

Für 2022 müssten Verbesserungen geplant werden, damit die in 50 Jahren erworbene Attraktivität und Bekanntheit des Rosenfreibades wieder erreicht werde, bekräftigt Bokelmann. Bestärkt fühlt er sich durch Äußerungen des neuen Amtshof-Chefs Yves Nagel, die er wiederum unserer Zeitung entnahm. Noch als Samtgemeindebürgermeisterkandidat hatte Nagel im Wahlkampf einige Mängel im Rosenfreibad zur Sprache gebracht und dabei auch erwähnt, dass andere Kommunen trotz Corona mehr Schwimmern Einlass in die Bäder gewährten.

Die Samtgemeinde gewährte nur maximal 100 Badegästen je Zeitfenster Einlass, Ganderkesee hingegen 300.

Hermann Bokelmann

Zu der Zeit hatte Bokelmann schon auf Grundlage eigener Erkundigungen bei den Betreibern Vergleiche angestellt, wie in der Umgegend die pandemiebedingten Erschwernisse gemeistert werden. Das Ergebnis dieser Nachforschungen fasst der Harpstedter so zusammen: „Im Gegensatz zum Rosenfreibad, wo Umkleiden und Duschen geschlossen waren, blieben diese in Ganderkesee, Hatten und Twistringen geöffnet. Dort gab es zum Umkleiden kein klappriges Extra-Zelt. Harpstedt bot zunächst nur insgesamt neun Stunden Blockzeit/Öffnungszeit am Tage an, Ganderkesee dagegen zwölf, weil man dort für Desinfektionsmaßnahmen nur jeweils eine halbe Stunde einplante, während man bei uns mit jeweils einer vollen Stunde die doppelte Zeit ansetzte. Die Samtgemeinde gewährte nur maximal 100 Badegästen je Zeitfenster Einlass, Ganderkesee hingegen 300.“

Diese Unterschiede hatte Bokelmann in einem Schreiben zusammengefasst. Den Brief habe er aber nicht mehr an den damaligen Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse abgeschickt, zumal der Freibad-Förderverein „seine Kritik, auch zur späten Öffnung im Juni, bereits angebracht hatte“.

„Weniger stark gelockert als Twistringen“

Die Samtgemeinde habe dann zwar gelockert, aber weniger stark als Twistringen. Dort hätten nach den Lockerungen bis zu 500 Besucher ins Bad gedurft und auch die Rutschen nutzen dürfen; die Liegewiesen seien uneingeschränkt freigegeben gewesen.

Bokelmann teilte dem Freibad-Förderverein mit, die spätere Begründung, wonach die Einschränkungen im Rosenfreibad ausschließlich auf Anordnung des Gesundheitsamtes beruhten und die Samtgemeinde strikt daran gebunden sei, habe ihn besonders enttäuscht. Seine Nachfrage beim Gesundheitsamt des Landkreises habe ergeben: „Diese Aussage entsprach nicht den Tatsachen und war unrichtig.“ Das habe er auch dem damaligen Samtgemeindebürgermeister mitgeteilt und keinen Widerspruch erhalten. Die in der vergangenen Saison praktizierten Einschränkungen für das Rosenfreibad seien Folge eines Konzepts der Samtgemeinde gewesen, lautet Bokelmanns Schlussfolgerung. Das dürfe 2022 „nicht wieder passieren“. Schon von daher mache es Sinn, die Wünsche der Badegäste zu erfragen. Welche Vorgaben 2022 zwingend umgesetzt werden müssen, dürfte allerdings entscheidend auch von der bis dahin erreichten Impfquote abhängen; die bewegte sich beim Start der diesjährigen Saison noch auf einem sehr niedrigen Niveau.

Online-Echtzeit-Service auch für Harpstedt?

Ebenso müsse, so Bokelmann weiter, rechtzeitig ein Vorrat an Ersatzfliesen beschafft werden, damit eine rechtzeitige Eröffnung des Freibades im Mai möglich sei.

Vor wenigen Tagen entnahm der Pensionär einem Porträt der neuen Gleichstellungsbeauftragten Nicole Lehmkuhl in unserer Zeitung, dass während der Badesaison die Homepage von Ganderkesee fortlaufend in Echtzeit darüber informierte, wie viele Leute noch ins Bad durften. Einen solchen Online-Service auch für das Rosenfreibad anzubieten, könnte er sich für 2022 gut vorstellen, falls dann die Pandemie noch nicht überwunden sei.

Warum er sich an den Freibad-Förderverein gewandt habe? Er erhoffe sich, dass dadurch seine Anregung bei der Samtgemeinde Harpstedt eher gehört und nicht als „Belehrung diffamiert“ werde, erwidert Hermann Bokelmann auf diese Frage.

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