(Ober-)Schule „ohne Rassismus“ und „mit Courage“

Respektvoller Jahresausklang in der Kirche

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„Weihnachten beim Weihnachtsmann“ hieß das von den Fünftklässlern zu Gehör gebrachte Märchen.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Für Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse hat „Respekt“ mit Menschenrechten und Wertschätzung zu tun. Ebenso damit, fremdes Eigentum, auch Schuleigentum, zu achten.

Die didaktische Leiterin der Oberschule Harpstedt, Diana von Harten, und Konrektorin Ute Hegen ließen's augenzwinkernd angehen: Ihr Respekt galt erst einmal allen, die „hier in der Christuskirche sind und ihre Handys ausgeschaltet haben“.

Dass die (Ober-)Schule „ohne Rassismus“ und „mit Courage“ sich dieses Themas getreu ihrem eigenen Anspruch in einer Jahresabschlussfeier annehmen würde, lag irgendwie nahe. Großen Einsatz bei der Vorbereitung und Organisation der Veranstaltung sollen Lehrer Arno Iken sowie die ehemaligen Schüler Maximilian Oebker, Jordan Kaldewey, Marcel Melloh und Jan Fischer neben der Radio-AG gezeigt haben. Sie setzten sich auch für die Christuskirche statt der Pausenhalle als Veranstaltungsort ein. 

Bei aller inhaltlichen Beschäftigung mit dem Thema „Respekt“ kam Weihnachten nicht zu kurz. Der Wahlpflichtkurs „Darstellendes Spiel“ führte ein witziges Stück um drei von der Polizei wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung „geblitzte“ Weihnachtsmänner und einen Bestechungsversuch mit überraschendem Ausgang auf – sowie einen weiteren Sketch, in dem sich Gabenbringer aufgrund eines Kinobesuchs vertreten lassen und ein Geschenke-Chaos heraufbeschwören. Siebtklässler trugen ein ironisches Gedicht vor – und ein zweites mit „denglischem“ Wortwitz. Die fünften Klassen lasen das Märchen „Weihnachten beim Weihnachtsmann“.

Von Rücksichtnahme und Wertschätzung

Die Tanz-AG glänzte mit einer einstudierten Choreografie und die Radio-AG mit einer Videopräsentation. Die „Rockband“ läutete die Feier musikalisch ein. Ein selbst komponierter Song von Marie Winzinger und der von Luis Villar gesungene Lady-Gaga-Titel „Million Reasons“ zu instrumentaler Begleitung von Friederike Schoo am Flügel krönten das Geschehen.

„Respekt ist für mich ein Menschenrecht“, meinte Herwig Wöbse nach einem kleinen Exkurs zum Grundgesetz und der darin formulierten Unantastbarkeit der Menschenwürde. Respekt, Frieden und Gerechtigkeit seien „ganz wichtige Werte, die uns alle bereichern, wenn wir sie hochhalten“. Jeder Mensch wolle respektvoll behandelt werden. 

Sie waren zu schnell unterwegs: drei Weihnachtsmänner, die deshalb in die Fänge der Polizei gerieten. Das kleine Theaterstück führte den Wahlpflichtkurs „Darstellendes Spiel“ auf.

Aber Rechte gingen im Leben nun einmal oftmals mit Pflichten einher. „Behandle andere deshalb so, wie du selbst behandelt werden willst!“, modifizierte der Samtgemeindebürgermeister den Kategorischen Imperativ von Immanuel Kant („Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde“). Es gebe aber auch Länder und Religionen mit anderen Auffassungen. 

Als „Negativbeispiel“ nannte Wöbse das Kastensystem in Indien: „Ein Kind ist dort von Geburt an weniger oder mehr wert als andere – und das ein Leben lang. Für mich hat das mit Respekt gar nichts zu tun. Ich bin froh darüber, dass ich hier in Deutschland lebe und arbeite, wo wir gute Umgangsformen pflegen, die wir von unseren Eltern übernommen haben.“

Jeder Mensch sei gleichwertig. „Als Bürgermeister bin ich also nicht mehr wert als ein normaler Bürger“, bekräftigte Wöbse. „Ein respektvoller Umgang schafft Selbstwertgefühl“, fuhr er fort. Dazu gehöre auch, Konflikte nicht mit Fäusten auszutragen. „Ob jemand dünn oder dick ist, groß oder klein, gebildet oder nicht so gut in der Schule – jeder hat den gleichen Respekt verdient.“

Die Schulleitung stellte gleich zwei Definitionen vor: Respekt sei zum einen die Rücksichtnahme, die einem Menschen aufgrund seines Menschseins gebühre, und zum anderen eine darüber hinausgehende Wertschätzung oder Hochachtung.

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