„Rentnerbänd“ will sich verstärken

Harpstedt – Ob sich die ersten Worte, die er als Baby gesprochen hat, auch schon gereimt haben, ist nicht überliefert; die Alltagslyrik liegt ihm jedenfalls: Als Adolf Knapp noch für unsere Zeitung Anzeigen verkaufte, gehörte es zu seinen Markenzeichen, Werbebotschaften in Verse zu kleiden. Die Reime schüttelte er ebenso locker aus dem Ärmel wie dazu passende Skizzen – von Hand gezeichnet. Inzwischen genießt der Harpstedter österreichischer Herkunft seinen Ruhestand. Doch die Hände in den Schoß legen – das kommt für ihn nicht in die Tüte. Als Mitglied der emsigen „Rentnerbänd“ kümmert er sich Donnerstag für Donnerstag zusammen mit etlichen weiteren ehrenamtlich arbeitenden Senioren darum, dass im Harpstedter Koems-Scheunenviertel alles tipptopp ist – und bleibt. Eben diese Gruppe aus Freiwilligen will sich nun verstärken.

Mitgliederwerbung in Reimen

Damit diese Nachricht nicht so dröge rüberkommt, hat Adolf Knapp sie in Gedichtform „aufgehübscht“. Das klingt dann so: „Die Rentnerbänd, sie hat es schwer, es fehlt an Nachwuchs ihr so sehr. Es gibt zwar viele alte Knacker, oft ist nur ein Balkon ihr Acker, und dennoch wissen sie zuhauf: So viel Mist haut Eiskamp drauf. Es ist doch schön, die Couch zu quälen, aus ,Bild" die Zoten zu erzählen, bei Mutti in den Topf zu schauen, auf Lottoglück auch zu vertrauen. Oh Rentner, raffe dich doch auf, komm donnerstags zum Koems herauf! Hier bist du unter deinesgleichen, kannst Unkraut jäten, Scheunen streichen, fegen, sägen, hämmern, mauern und – wenn es sein muss – dich bedauern. Hier bei uns im Kreis der Alten kannst du sehr vieles mitgestalten. Hier hat (fast) alles seinen Sinn, und jede Stund’ ist ein Gewinn. Sechseinhalb Tag’ in der Wochen hast du Freizeit – wie versprochen. Und obendrein zur Jahreswende kannst du schlafen ohne Ende. Komm, lass dich doch nicht unterkriegen! Im Sarg kannst du noch lange liegen. Wer sich nicht zählt schon zu den Greisen, kann hier das Gegenteil beweisen.“

Bleibt hinzuzufügen: Die „Rentnerbänd“ trifft sich donnerstags, 8.20 Uhr, zum Arbeiten auf dem Koems-Gelände. Ein gemeinsames Frühstück gibt’s auch.  boh

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