Trauer in Kirchseelte

Tod von Reinhard Rambusch löst Bestürzung aus

Die Reiselust führte Reinhard Rambusch und seine Frau Angelika unter anderem nach Schottland.

Kirchseelte – Mit Bestürzung haben viele Kirchseelter die Nachricht vom Tod des früheren SPD-Ratsherrn Reinhard Rambusch zur Kenntnis genommen. Der 71-Jährige verstarb am 10. Oktober in einem Bremer Krankenhaus – nach langer Krankheit, aber gleichwohl überraschend.

Rambusch, bis zu seinem Tod SPD-Mitglied, galt jahrzehntelang im Kirchseelter Rat sowie von 1979 bis 1998 im Samtgemeinderat als leidenschaftlicher Verfechter seiner Positionen – als „Hans Dampf in allen Gassen“ mit großer Sachkenntnis. Er nahm kein Blatt vor den Mund und scheute keine Auseinandersetzung. 

Die Niedersächsische Gemeindeordnung, später durch das Kommunalverfassungsgesetz abgelöst, kannte er wie seine Westentasche. Vom 25. Februar 1996 an stand er als Bürgermeister an der Spitze der Gemeinde Kirchseelte – als Nachfolger von Jürgen Niermann (Wählervereinigung Kirchseelte, WVK). Dass er als SPD-Mann zu diesem Amt kam, war damals durchaus bemerkenswert. Unüberbrückbare Differenzen bewirkten am 25. Mai 1998 seinen Rücktritt – und in der Folge seinen Rückzug aus der Politik. Neuer Kirchseelter Bürgermeister wurde Heinrich Cordes (CDU).

Nach Alfred Repty und Hans Diekmann verstarb mit Reinhard Rambusch nun auch der dritte und letzte Mitbegründer des Vereins „Dorf und Natur“, der 1978 letztlich als Reaktion auf den Sandabbau in Kirchseelte und dessen Folgen aus der Taufe gehoben worden war. Unter dem Vereinsdach besteht seit Jahrzehnten eine Volkstanzgruppe, deren Leitung Angelika und Reinhard Rambusch bereits 1987 übernahmen. 

Das Ehepaar wirkte mit den Folkloretänzern bei vielen internationalen Begegnungen mit – etwa in Ungarn und Tschechien. Überhaupt verband die Eheleute, denen die Gemeinde Kirchseelte eine imponierende Dorfchronik verdankt, eine große Lust am Reisen, ebenso am Erkunden der heimatlichen Gefilde per Fahrrad. Davon zeugen bebilderte Vorträge, in deren Genuss ungezählte Zuhörer kamen. Bis zu seinem Tod hielt Reinhard Rambusch, Sohn schlesischer Vertriebener, seiner Heimat Kirchseelte die Treue. Zur Welt war er am 9. Mai 1948 im damaligen Harpstedter Entbindungsheim gekommen.

boh

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