Ralph Altendorf gibt Ukulele-Unterricht – auf unkonventionelle Art

„Bruder Jakob“, aber in der rockigen Metal-Version

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Ralph Altendorf macht der Unterricht genauso viel Spaß wie seinen Schülern.

Dünsen - Von Sophie Filipiak. „Wenn auch nur ein Kind aus dem Kurs weiter spielen will, dann ist es mir den Aufwand wert“, erklärte Ralph Altendorf. Seit Montag bietet er wieder einmal in der Woche Ukulelen-Unterricht für Kinder in der Dünsener Zufluchtskirche an. Die Mädchen und Jungen lernen aber nicht in starren Einheiten, sondern können immer mal wieder nach draußen, sich austoben, oder eine Runde basteln.

Zu dem Unterricht ist Altendorf vor knapp drei Jahren wie die Jungfrau zum Kinde gekommen: „Ich habe mal eines Nachmittags im Kirchenraum Keyboard gespielt, um die Akustik zu testen. Da haben mich einige Kinder bemerkt und wollten eigentlich nur ein bisschen zuhören.“

Der charismatische 67-Jährige hatte die Kleinen aber schnell zum Mitmachen animiert. „Dann haben wir dann gemeinsam ‚An Tagen wie diesen‘ angestimmt.“ Da hatte Altendorf die Idee, den Kindern Instrumente näher zu bringen.

„Die Ukulele ist dafür super geeignet“, erklärte der Rentner. Mit nur zehn Akkorden könnten Geübte alle Lieder nachspielen. „Stefan Raab kann das ja super, in der Hinsicht ist er mein persönliches Vorbild“, sagte Altendorf.

Und so schafften es auch Alina und Amber, die zum ersten Mal das Instrument in den Hand hielten, innerhalb von nur fünf Minuten „Bruder Jakob“ zu spielen. Aber nicht in der bekannten Form, sondern immer schneller, sodass am Ende eine brauchbare Metal-Version des Klassikers erklang.

Mit nur drei Akkorden kommt „Ich geh‘ mit meiner Laterne“ aus. Vor dem Spielen kam aber erst einmal das Singen. „So lernen die Kinder gleich den Rhythmus kennen.“

Noten hingegen seien nicht so wichtig: „Ich kann ja auch keine lesen. Ich lerne immer nur die Akkorde“, gestand Altendorf.

Der neunjährige Finn entwickelte sich zum Klassenprimus. „Na los, erklär mal wie die anderen die Finger zu halten haben“, forderte Altendorf ihn auf. „Also“, erklärte Finn, „den Stinkef..., äh, ich mein‘ natürlich den Mittelfinger auf die Seite und dann anschlagen.“ Und schon ging das kleine Konzert weiter.

Ob und wie viele Kinder nach der ersten Stunde am Ball bleiben, weiß Altendorf nicht – aber Hauptsache ist, alle haben Spaß. Im vergangenen Jahr hat er sogar eigene Lieder wie den „Dünsener Rock“ für seine Schüler geschrieben: „Das war eine tolle Sache, und war waren richtig stolz auf unseren Song.“

Wer bei dem Ukulele-Unterricht mitmachen will, kann montags ab 16 Uhr in der Zufluchtskirche vorbeischauen. Instrumenten sind immer genug vorhanden.

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