Sinnlicher Genuss in privaten Oasen

Radtour mit Gästeführern „in Nachbars Garten“ mobilisiert drei Gruppen

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Allerorten grünt und blüht es. Viele kleine Accessoires verleihen den privaten Refugien zusätzlich Wohlfühlcharakter. Impressionen aus den Gärten von Ulla und Frank Nienaber (1), Silvia und Hermann Schnakenberg (2), Ute Wendland (3), Christiane und Hans Schäfer (4) sowie Silke und Gerold Schäfer (5).

Harpstedt/Winkelsett - Von Jürgen Bohlken. Wo war’s denn nun am schönsten? Bei Silvia und Hermann Schnakenberg in Harpstedt? Bei Ute Wendland in Rüdebusch? Vielleicht in den beiden Hölinger Privatgärten von Silke und Gerold Schäfer sowie Christiane und Hans Schäfer? Oder doch eher im „Park“ von Ulla und Frank Nienaber in Hackfeld? „Alles hatte seinen ganz eigenen Charme“ – so oder ähnlich urteilten Pedalritter, die sich mit Gästeführern auf einen 27 Kilometer langen „Radeltrip“ begaben und fünf Privatgärten in Augenschein nahmen.

„Blühende Rosen ohne Ende animierten nicht nur zum Hingucken, sondern manchmal auch zum Beschnuppern. Wir haben diesmal voll die Rosenzeit erwischt“, sagt Anke Rüdebusch, die eine der insgesamt drei – jeweils rund 25-köpfigen – Gruppen „in Nachbars Garten“ geleitete; die beiden anderen führten Uli Sasse und Angela Willms sowie Heinfried Sander und Martina Möhlmann in die zuvor ausgewählten privaten Refugien. Allesamt steuerten sie dieselben Ziele an. In diesem Jahr ging’s in den Süden der Samtgemeinde – in die Gemeinde Winkelsett. Die erste Station lag allerdings noch im Flecken Harpstedt.

Anblick, der einlädt die Seele baumeln zu lassen

„Bei Silvia und Hermann Schnakenberg erwartete uns ein kuscheliger Garten mit einem kleinen Häuschen, Kräutern, Gemüse, Teich und schicker Terrasse. Nähert man sich der Hecke, so ahnt man gar nicht, was alles dahinter liegt“, erzählt Anke Rüdebusch.

Wasser, mal still und mit Seerosen als Hingucker, mal leise vor sich hin plätschernd, erwartete die Gartenfreunde gleich in mehreren „Oasen“. Beete mit jeder Menge blühender Stauden, gepflegte Rasenflächen und ungezählte Accessoires – von der Außenlaterne über das stilvolle Metallobjekt bis hin zur glänzenden Kugel – erfreuten das Auge.

Bei Ute Wendland animierte schon der Ausblick auf die Landschaft dazu, die Seele baumeln zu lassen. Erst recht der „herrliche Bauerngarten“, so Anke Rüdebusch.

Auch eine Auffahrt kann begeistern

Bei Silke und Gerold Schäfer angekommen, gefiel bereits die schöne Auffahrt. Als weitere Blickfänge entpuppten sich ein kleiner „Bach“ und eine liebevoll gestaltete Mauer aus Feldsteinen.

Die Gartenarbeit erleichtert dort ein Mähroboter, der bei Ankunft von Rüdebuchs Gruppe gerade sein Werk auf der großen Rasenfläche verrichtete. „Vorher hatten wir auf dem Dorfplatz gegrillt. Das übernahm Maren Jehlicka. Dafür gebührt ihr ein herzliches Dankeschön“, so Rüdebusch.

Reichlich Grün und Blühendes, eine Schatten spendende Buchenlaube, ebenso ein paar Hühner, eine nett gestaltete Kinderecke, einen Gemüsegarten und eine originelle große Schaukel, die sich nicht nur zum Relaxen, sondern hervorragend auch zum Beobachten von Wild eignen soll, fanden die Gäste im privaten Paradies von Christiane und Hans Schäfer vor.

Bei den Melkhus-Betreibern Ulla und Frank Nienaber gab’s Kaffee und Kuchen – sowie abermals viel fürs Auge: Von Wasserbüffeln über Lavendel, Rosen und Woll-Ziest bis hin zu einer Gabione reichte das Spektrum. Anke Rüdebusch berichtet von einer parkähnlichen Anlage mit einem reizvollen Farbenspiel in Blau, Weiß und Silber.

Ein Selbstläufer

Die Strecke sei wirklich wunderschön gewesen; das Wetter habe mit strahlendem Sonnenschein toll mitgespielt, und die Teilnehmer hätten begeistert reagiert. Es war bereits die siebte Tour ihrer Art, und sie inspirierte dem Vernehmen nach nicht nur zum Genießen mit allen Sinnen, sondern auch dazu, die eine oder andere Gestaltungsidee vielleicht zu kopieren. Ganz nebenbei bekamen die Gartenfreunde beim Fachsimpeln über Pflanzen nützliche Tipps mit auf den Weg. Zeitversetzt waren die drei Gruppen beim Harpstedter Amtshof gestartet.

Die reizvolle Tagestour ist aus dem Programm der Gästeführer nicht mehr wegzudenken. Sie gilt als Selbstläufer. Ohne die Bereitschaft von Gartenbesitzern, ihre Pforten zu öffnen und in die Gastgeberrolle zu schlüpfen, ließe sie sich aber nicht realisieren. Und so hoffen die Gästeführer auch für 2018 auf eben diese Bereitschaft, denn ihr erklärtes Ziel ist es, keineswegs immer dieselben, sondern stets neue Gärten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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