Wegen 380-kV-Leitung Ganderkesee–St. Hülfe

„Radikale Vernichtung“ von Bäumen löst Entsetzen aus

Ein Bild des Jammers: Ungezählte Bäume liegen in der Klein Henstedter Heide flach. Foto: Schutzgemeinschaft
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Ein Bild des Jammers: Ungezählte Bäume liegen in der Klein Henstedter Heide flach.

Klein Henstedt – Die um die Bewahrung der Klein Henstedter Heide bemühten Mitglieder der Schutzgemeinschaft sind entsetzt. Sie können es nicht fassen, was der Natur angetan worden ist, damit Netzbetreiber TenneT die planfestgestellte 380-kV-Leitung Ganderkesee–St. Hülfe bauen kann.

Eine derart radikale Vernichtung alter Buchen und Eichen im Bereich „Cassens Tannen“ in der Henstedter Heide sei nicht erwartet worden, gesteht der Vereinsvorsitzende Wilfried Holtmann. Zwar sei nach den Informationsveranstaltungen der TenneT im Februar von einer Schneise für die 380-kV-Leitung die Rede gewesen. „Es hieß aber, dass so wenig Bäume wie notwendig gefällt werden sollen, und zwar erst im Herbst, denn Anfang März beginne ja die Brutzeit. Man wusste also von dem Verstoß gegen das Rodungsverbot“, wirft Holtmann den Verantwortlichen vor.

Die Schutzgemeinschaft hatte bekanntlich Einspruch gegen die Trassenführung für die Leitung erhoben, die auf dem Gebiet der Samtgemeinde Harpstedt komplett oberirdisch gebaut wird. Es habe durchaus umweltschonendere Alternativen gegeben, bekräftigt der Verein.

Am Ende kam es aus Sicht der Schutzgemeinschaft aber noch schlimmer als erwartet. „Die Laubbäume außerhalb der vorgesehenen Schneise hätten verschont werden können und müssen. Der Schaden ist größer, als es auf den ersten Blick scheint, denn jetzt ist eine große Lücke in den bestehenden Biotopversuch rund um die große Zentralfläche gerissen worden“, zieht Holtmann ein ebenso vernichtendes wie ernüchterndes Fazit. „Statt Verbesserung der Lebensbedingungen für die im Jahr 2018 festgestellten 100 Brutvogelarten und die seltenen Greifvögel sowie für Fledermausquartiere wird in der Klein Henstedter Heide massiv Natur zerstört“, kritisiert er.

Solches Handeln sei nicht zu verstehen – erst recht nicht vor dem Hintergrund der aktuellen „Friday for Future“-Schülerproteste gegen Umweltzerstörung und für einen Politikwandel wider die drohende Klimakatastrophe. Wer konkret für den in dieser Weise in der Henstedter Heide angerichteten Schaden verantwortlich ist, wüsste die Schutzgemeinschaft nur zu gern – und hofft, auf diese Frage auch eine Antwort zu bekommen.

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