Bahnhofsfest zum 40-jährigen DHEF-Bestehen

Pure Nostalgie auf Schienen

Für die Kleinen das Größte: Baggern in einem großen Container mit Sand. - Fotos: Bohlken

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Seit er sprechen kann, liebt Hendrik alles, was sich auf Schienen bewegt. „Da war es natürlich ein Muss, hierher zu kommen“, meinte Christian Hahn, der Vater des mittlerweile achtjährigen Jungen, gestern Nachmittag auf dem Bahnhofsfest in Harpstedt, das Besucher in Scharen mobilisierte.

Ob Draisine, Diesel- oder Dampflok – der Papa und sein Sohn aus Wildeshausen ließen sich keinen Mitfahrspaß entgehen. „Wir sind schon seit dem Morgen hier“, verrieten sie. Die Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunde (DHEF) hätten ein tolles Angebot anlässlich ihres 40-jährigen Vereinsbestehens auf die Beine gestellt, urteilte Christian Hahn, nachdem er und sein Sohnemann dem Dampfzug der DHEF – aus Heiligenrode kommend – in Harpstedt entstiegen waren.

Verladebetrieb wie in längst vergangenen Tagen.

Strenggenommen seien es sogar drei Vereine, die das Event möglich machten, erläuterte Torben Kluwe von den DHEF. Neben den Gastgebern mischten die Gruppe Preußisch Oldendorf der Museums-Eisenbahn Minden (MEM) und der Deutsche Eisenbahn-Verein (DEV) aus Bruchhausen-Vilsen mit. „Insgesamt sind wohl etwa 40 Helfer involviert“, schätzte Kluwe.

Eine imposante Diesellok in leuchtendem Blau mit dem Schriftzug „Budapest“ lud zu Führerstandsmitfahrten ein. Hier profitierten die DHEF von „Vitamin  B“: Thorsten Lehrfeld, einer aus ihren Reihen, arbeitet bei „Metrans“. Er schaffte es, die Lok des Logistikunternehmens leihweise für einen Tag zur Verfügung gestellt zu bekommen.

„Dieselgespräche“ führten die Treckerfreunde nur allzu gern.

Der „Wismarer Schienenbus“ der MEM, wegen seines charakteristischen Aussehens „Schweineschnäuzchen“ genannt, pendelte mit Fahrgästen zwischen Ippener und Harpstedt hin und her. „Wir haben die Strecke kurz gehalten, damit möglichst viele Interessierte mitfahren können. Gern hätten wir jenes ,Schweineschnäuzchen' hier gehabt, das früher bei der Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn (DHE) im Einsatz war und heute mit holländischer Zulassung unterwegs ist. Da gab es aber letztlich zu viele bürokratische Hürden“, so Kluwe.

Führerstandsmitfahrten auf der „Metrans“-Lok waren durchaus begehrt.

An der imposanten V 36-Lok des DEV war noch kurzfristig eine Reparatur erforderlich geworden. Mit Spannung erwarteten die DHEF die Ankunft des 1. Bremer Ukulelenorchesters, das nach stilgerechter Anreise auf der Schiene ein Konzert mit Eisenbahnliedern als i-Tüpfelchen des Bahnhofsfestes geben sollte. Ein mit Sand gefüllter Container, in dem Kinder mit Spielzeugfahrzeugen baggern und beladen konnten, stand bei dem Nachwuchs hoch im Kurs. Ehler Hormann und Reiner Niebuhr weihten Interessierte in die Kunst des Schmiedens ein. Sie ließen dekorative Blumen-Ampeln entstehen. Aus den Verkaufserlösen wollen sie die DHEF mit einer Spende unterstützen. Holger Schoberth aus Ganderkesee fand mit seiner Drehorgel viel Aufmerksamkeit – besonders bei Kindern, zumal dank einer kleinen „technischen Erweiterung“ begleitend zur Musik Seifenblasen in die Lüfte aufstiegen.

Die Ippeneraner Treckerfreunde traten erstmals mit einer Ausstellung von Schleppern, darunter zwei 11er-Deutz-Traktoren aus dem Jahr 1949, öffentlich in Aktion. „Wir sind kein eingetragener Verein, sondern eine lose Interessengemeinschaft“, betonten sie.

Ehler Hormann (links) und Reiner Niebuhr (rechts) weihten Interessierte in die Kunst des Schmiedens ein.

Die DHE stellte ihren neuen Bus vor. Der Ortsverband Bassum des Technischen Hilfswerkes ließ Schaulustige einen Blick in ihren Gerätekraftwagen (GKW 2) werfen, der etwa bei Großschadenslagen zum Einsatz kommt und mit elektrischen Gerätschaften sowie einem 30  kW-Notstromaggregat bestückt ist.

Führerstandsmitfahrten auf der „Metrans“-Lok waren durchaus begehrt.

Zwei rund vierstündige Sonderfahrten mit dem „Schweineschnäuzchen“ für Fotofreunde am Sonnabend hatten zahlreiche Interessierte gebucht. „Die Nachmittagstour war ausverkauft“, vermeldete Torben Kluwe.

„Der Schienenbus hat immer dort gehalten, wo die Fotografen und Filmfreunde besonders reizvolle Motive entdeckten. Die stiegen dann aus und – nachdem sie ihre Aufnahmen gemacht hatten – wieder ein. Deshalb dauern solche Fahrten auch so lange“, erläuterte Kluwe.

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