Landratswahlkandidat besucht Remondis

Das Thema Nachhaltigkeit treibt ihn um

Peter Schröder (l.) und Arend Cobi (r.) begleiteten den Landratswahlkandidaten Christian Pundt über das Remondis-Betriebsgelände in Simmerhausen.
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Peter Schröder (l.) und Arend Cobi (r.) begleiteten den Landratswahlkandidaten Christian Pundt über das Remondis-Betriebsgelände in Simmerhausen.

Simmerhausen – Noch bevor Dr. Christian Pundt einen Blick auf den Fuhrpark der Remondis-Niederlassung Wildeshausen in Simmerhausen geworfen hatte, kam er mit einer Vision um die Ecke: Betrieblich genutzte Lkw, die mit Wasserstoff fahren, könnte er sich bei dem Entsorgungsspezialisten gut vorstellen.

„Wir haben früher mal mit Biodiesel betankt, aber das wurde dann steuerlich nicht mehr gefördert. Wir sind weiterhin dran am Thema nachhaltige Kraftstoffe. Im Landkreis Gifhorn gedenken wir, auch ein Wasserstofffahrzeug einzusetzen“, erläuterte Arend Cobi aus dem Kommunalen Vertriebsmanagement der Remondis Gmbh & Co. KG, Region Nord. Gemeinsam mit Niederlassungsleiter Peter Schröder führte er den Landratswahlkandidaten über das Betriebsgelände.

Man kann immer noch besser werden.“

Peter Schröder

Vernetzung hält Pundt für wichtig, wenn eine Nachhaltigkeitsstrategie erfolgreich umgesetzt werden soll. Auf seine Nachfrage nach „Verbesserungspotenzial“ in Sachen Recycling erwiderte Schröder: „Man kann immer noch besser werden.“ Etwa beim gewerblichen Restmüll: Rund 9 000 von ungefähr 11 000 Tonnen jährlich, aus denen Remondis wiederverwertbare Fraktionen wie Holz, Papier und Folien aussortiert, landen in Bremerhaven in der Müllverbrennungsanlage.

Tokio trennt Müll differenzierter

Die von Cobi als Unternehmensanspruch formulierte „maximale Rückführung in die industrielle Fertigung“ kann nach seiner Überzeugung nur gelingen, wenn die Hersteller Wert auf eine gute Recyclingfähigkeit der Inhaltsstoffe ihrer Produkte legen. Bis 2003 war Remondis im Landkreis Oldenburg zuständig für die Hausmüllentsorgung. Dass die Deutschen beim Separieren nicht mehr Weltmeister sind, verdeutlichte Pundt am Beispiel Japan. In Tokio werde Müll viel differenzierter getrennt, erwähnte er und googelte ein Beweisfoto, das acht Abfallbehälter für unterschiedliche Stoffe in Reih‘ und Glied zeigte.

Verbindung zu den „Rethmännern“

Der 48-Jährige bekundete ein großes Interesse für das Thema Entsorgung und Verwertung. Er will sich unbedingt das Remondis-Lippewerk in Lünen anschauen; das gilt mit einer Fläche von 230 Hektar und einem breiten Spektrum an Aufbereitungsinnovationen als Europas größtes Zentrum für industrielles Recycling.

Zum weltweit agierenden Remondis-Konzern gibt es eine interessante persönliche Verbindung: Pundts Vater wohnte nur rund 900 Meter Luftlinie vom Hof eines Teils der Familie Rethmann in Lohne-Bokern entfernt. „Rethmänner“ lenken noch heute in Vorstand und Aufsichtsrat die Unternehmensgeschicke.

Die Niederlassung Wildeshausen siedelte sich Mitte der 1970er-Jahre am Westring an und baute zwei Jahrzehnte später neu in Simmerhausen. Heute schlägt sie jährlich etwa 29 000 Tonnen an Abfallfraktionen um. Von Pappe, Papier und Kartonagen über Folien, Holz und Grünschnitt bis hin zu Bauschutt und Altreifen reicht das Spektrum. Die Niederlassung mit ihren 69 Beschäftigten und 43 Fahrzeugen betreibt die Müllumschlagstation des Landkreises Oldenburg in Neerstedt mitsamt stationärer Problemstoffsammelstelle und bewirtschaftet die Wertstoffhöfe in Hude, Bargloy und Wardenburg sowie die Grünannahmestellen in Großenkneten, Hatten und Harpstedt.

Hansdampf in allen Gassen

„Hauptsächlich arbeiten wir aber für Gewerbekunden“, erläuterte Peter Schröder. Dort holt Remondis Altholz, Papier, Folien, Reifen oder auch Bauschutt ab. Das Holz wird nach Qualitäten sortiert und kann etwa zur Hälfte für die Spanplattenproduktion Verwendung finden; der Rest geht ins Biomassekraftwerk. Aus Grünschnitt wird in Strudthafe Feinkompost. Reifen löst Remondis von den Felgen und führt sie dann einem Verwerter zu.

Christian Pundt gilt als Hansdampf in allen Gassen. Diesem Ruf wird er auch jetzt, vor der nahenden Landratswahl, gerecht. „Die Stimme des Wählers ist nur geliehen. Man muss den Leuten zeigen, dass man es wert ist, sie geliehen zu bekommen“, formulierte er seinen Standpunkt. Noch hat Pundt keinen Gegenkandidaten, aber er macht sich diesbezüglich nichts vor: „Damit ist immer zu rechnen.“

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