Tatorte auch im Harpstedter Raum

Vier Männer stehen wegen Einbruchserie vor Gericht

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Eine Gruppe von vier Männern ist wegen einer ganzen Serie von Einbrüchen angeklagt.

Harpstedt/Wildeshausen - Mit einer beispiellosen Einbruchsserie muss sich seit Dienstag die erste Große Strafkammer des Oldenburger Landgerichtes beschäftigen. Angeklagt sind zwei 46 und 49 Jahre alte Serben. Zusammen mit zwei weiteren Landsleuten sollen sie in der Zeit von November 2016 bis Dezember 2017 in mindestens 62 Privathäuser eingebrochen sein. Die jeweiligen Tatobjekte verteilen sich über den gesamten Nordwesten.

Da die Täter teils extra für die Einbrüche nach Deutschland einreisten, bildete die Bande Schwerpunkte, was die Tatorte anging. Anfang November 2017 war der Großraum Vechta mit den Gemeinden Bakum und Goldenstedt an der Reihe gewesen – und Mitte November der Großraum Cloppenburg mit den Gemeinden Löningen und Lastrup. Ende November suchte die Bande die Gegend um Wildeshausen und Harpstedt heim, um anschließend Varel, Bockhorn, Jever und Wilhelmshaven unsicher zu machen.

In nur einer Nacht verübten die Täter gleich fünf bis sechs Einbrüche. In einem Fall erbeuteten sie Schmuck im Wert von 46.000 Euro. Die Einbrecher drangen durch Aufhebeln von Türen in unbeleuchtete Privathäuser. Im Inneren legten sie die Türketten vor oder schoben Waschmaschinen vor die Eingangstür, um von den Bewohnern im Falle einer plötzlichen Rückkehr nicht überrascht zu werden. Eine Sonderkommission der Cloppenburger Polizei mit dem Namen „Türkette“ kam der Bande schließlich auf die Spur.

Um genügend Beweismaterial zu sichern, wurden an den Täterfahrzeugen Peilsender angebracht. Mittels Funkzellenauswertung gelang es, die Handys der Angeklagten den jeweiligen Tatorten zuzuordnen. Tief verunsichert und bestürzt hatten sich die jeweiligen Geschädigten gezeigt. 

Einige der Opfer sind in psychologischer Behandlung

Das Eindringen in die Privatsphäre, das Durchwühlen der eigenen Sachen und der Diebstahl selbst von Eheringen und liebevollen Andenken belasteten einige so sehr, dass sie sich in psychologische Behandlung begeben mussten. Der Gesetzgeber reagierte und verschärfte den Einbruchsparagrafen. Nun wird jeder einzelne Fall mit einer Mindeststrafe von einem Jahr Haft geahndet.

Auch die beiden Mittäter, die sich nach Serbien abgesetzt haben, sollen nicht ungeschoren davonkommen. Oberstaatsanwalt Dr. Martin Koziolek hat ihre Auslieferung beantragt. Von dem 46-jährigen Hauptangeklagten forderte er 160.000 Euro aus der Beute zurück.  

wz

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