Freiwilligendienst: Melissa Lindloge in Indien

Wo Produkte wirklich aus der Region kommen

Eine faszinierende Safari-Tour rund um Thekkady bot jede Menge fotografisch reizvoller Motive.

Harpstedt/Kattappana - „Morgens machen wir uns immer Porridge mit Früchten, mittags und abends gibt es Reis mit einem Curry. Ab und zu sehnt man sich in Indien schon nach Schwarzbrot mit Frischkäse, aber das gibt es hier halt nicht. Ich bin mit dem, was ich bekomme, trotzdem absolut zufrieden“, sagt Melissa Lindloge.

Die 18-Jährige kam am 4. August über das „weltwärts“-Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit nach Indien. Dort unterstützt sie seither im Rahmen eines Freiwilligendienstes im südlichen Bundesstaat Kerala die indische Nicht-Regierungsorganisation Vosard, die zugunsten benachteiligter Bevölkerungsgruppen vielfältige Hilfe zur Selbsthilfe leistet. Das Kürzel steht für „Voluntary Organisation for Social Action and Rural Development“.

„Wir haben uns vorgenommen, ein Magazin sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch über Vosard zu verfassen und einzelne Projekte in Kurzfilmen zu präsentieren“, berichtet die Harpstedterin.

Melissa Lindloge erlebt Alltag in Kattappana

Hautnah erlebt sie den Alltag in ihrer vorübergehenden Wahl-Heimat. Sie wohnt mit ihrer Teampartnerin Carla Kühleis und drei indischen Mitarbeitern der Organisation im Bürogebäude in der Stadt Kattappana. „In der WG haben wir bereits gelernt, wie man Chapati, ein indisches Fladenbrot, zubereitet. Und dass in ein echtes Curry für fünf bis sechs Personen eine ganze Knolle Knoblauch und mindestens vier bis fünf Zwiebeln gehören.“

Aber nicht nur das Essen unterscheide sich von dem, was sie aus Deutschland gewohnt sei; auch die Lebensumstände erforderten eine „gewisse Anpassung“. Die Freiwillige erzählt davon, wie das Regenwasser in einem großen Tank auf dem Dach des Gebäudes aufgefangen wird und dann sowohl zum Duschen als auch für die Toilettenspülung genutzt werden kann. Duschen müsse sie kalt. Teilweise komme das Wasser nur tropfenweise aus dem Hahn, aber sie wisse sich mit einem Eimer und einem Waschlappen zu helfen.

Keine Waschmaschine

Eine Waschmaschine gibt es nicht. Jeden Sonnabend säubern Melissa und ihre Teampartnerin ihre Klamotten auf einem Stein im Garten des Bürogebäudes. „Das ist völlig okay. Ich bin sehr glücklich hier“, erzählt die 18-Jährige. „Was ich sehr bewundere, ist, dass die Anbieter auf dem Markt durchweg regionale und saisonale  Produkte anpreisen. Es werden kaum Lebensmittel importiert oder eingefroren. Alles kommt frisch vom Bauern, der ein paar Dörfer weiter lebt“, erläutert Melissa. Daraus resultiere „zwar ein kleineres Angebot an verschiedenen Sorten, aber ökologisch gesehen ist das eine tolle Sache“.

Sie machen in landestypischen Saris im fernen Indien eine gute Figur: Melissa Lindloge (rechts), Freiwilligendienstleistende aus Harpstedt, und ihre Teampartnerin Carla Kühleis.

Besonders zu schätzen weiß die Harpstedterin die frischen Kokosnüsse von den zahlreichen Palmen im eigenen Garten ihres Wohnsitzes. „Generell sind viele Menschen hier ziemlich autark“, fällt der 18-Jährigen auf. „Ein Mitarbeiter der Organisation baut seine Lebensmittel fast ausschließlich selbst an – von Pfeffer und Kaffee über Kardamom bis hin zu Okra und Kartoffeln. Folglich kommt nur das auf den Teller, was gerade geerntet werden kann.“

Das einfache Leben in Indien hat Melissa bereits zum Nachdenken angeregt. „Ich frage mich immer wieder, warum wir nicht einfach glücklich und zufrieden sind mit dem, was wir haben, anstatt daran zu verzweifeln, was wir nicht haben.“

Ihre bisherigen Erlebnisse und gewonnenen Erkenntnisse schildert Melissa Lindloge übrigens mit ihrer Teampartnerin auch online in einem Blog. 

ml

www.bbp16-Kattappana.blogspot.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

"Klasse wir singen!" in Wildeshausen

"Klasse wir singen!" in Wildeshausen

Abschlusstag der Waldjugendspiele in Verden

Abschlusstag der Waldjugendspiele in Verden

Höchste Auflösung ohne Aufpreis: Neues Apple TV 4K im Test

Höchste Auflösung ohne Aufpreis: Neues Apple TV 4K im Test

Fußball-Tennis am Donnerstag

Fußball-Tennis am Donnerstag

Meistgelesene Artikel

Schwerer Lkw-Unfall auf der A29 bei Wardenburg - kilometerlange Staus

Schwerer Lkw-Unfall auf der A29 bei Wardenburg - kilometerlange Staus

25 Anstecker für Holbeinschulkinder vom Generalkonsul

25 Anstecker für Holbeinschulkinder vom Generalkonsul

Schüler angesprochen: Eltern alarmiert

Schüler angesprochen: Eltern alarmiert

„Hejo, spann den Wagen an“ erklingt aus 1000 Kinderkehlen

„Hejo, spann den Wagen an“ erklingt aus 1000 Kinderkehlen

Kommentare