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„PrinzHöfte“-Seminarhaus schon verblendet und eingedeckt

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Von: Jürgen Bohlken

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Die alte Scheune ist weg – und die neue Bildungs- und Begegnungsstätte auf dem „Zentrum PrinzHöfte“-Grundstück im Werden begriffen.
Die alte Scheune ist weg – und die neue Bildungs- und Begegnungsstätte auf dem „Zentrum PrinzHöfte“-Grundstück im Werden begriffen. © boh

Schulenberg – In beeindruckender Geschwindigkeit nimmt die im Bau befindliche Bildungs- und Begegnungsstätte des Vereins für ganzheitliches Lernen und ökologische Fragen auf dem Grundstück des „Zentrums PrinzHöfte“ in Schulenberg Gestalt an. Eine alte baufällige Scheune musste dafür weichen. Der Neubau ist bereits eingedeckt und verklinkert.

Seit Mitte Dezember arbeitet das Huder Unternehmen „Bau mit Holz“ von Zimmerermeister Lutz Schmitz auf der Baustelle. „Die Wände sind unter Einsatz ökologischer Baustoffe massiv gemauert und mit einer Holzfaserdämmung versehen worden. Wir Zimmerleute haben den Dachstuhl und das Dach gemacht. Innen erledigen wir zudem die Trockenbauarbeiten. Das Ziel, das Gebäude zu Weihnachten eingedeckt zu haben, konnten wir erreichen. Inzwischen ist es auch fertig gedämmt. Jetzt ist es an den Klempnern und Elektrikern, ihre Leitungen zu verlegen, die wir dann wiederum hinter unseren Verkleidungen verschwinden lassen“, erläuterte Schmitz auf Nachfrage unserer Zeitung.

Fertigstellung „wohl im Sommer oder Spätsommer“

Die Fenster kommen nach seiner Kenntnis Mitte März. Danach könne verputzt werden. Auf Grundlage seiner Erfahrung als Handwerksmeister schätzt Schmitz, der Neubau werde wohl „im Sommer oder Spätsommer“ vollendet sein. Auf der vorderen Giebelseite fehlen Verblender. Das sei Absicht, so Schmitz. Dort werde nur verputzt – für den Fall eines etwaigen späteren Anbaus.

Ein in Aussicht stehender 100 .000-Euro-Zuschuss aus dem Leader-Programm, jeweils 7 .500 Euro seitens der Samtgemeinde Harpstedt und der Gemeinde Prinzhöfte sowie 10 .000 Euro aus dem Kommunalbudget vom Landkreis hatten den Verein für ganzheitliches Lernen trotz schwieriger Zeiten und vieler Unwägbarkeiten an der Bildungsstätte festhalten lassen.

Vorhaben „verschlankt“, Grundfläche reduziert

Das Vorhaben wurde aber „verschlankt“. Die ursprünglich vorgesehene Grundfläche hat sich verkleinert. Im Gegenzug warf der Verein den Plan, oben vorerst nicht auszubauen, über Bord. Die künftigen beiden Seminarräume liegen in unterschiedlichen Geschossen – unten ein kleiner, oben ein großer.

Mit dem „Mikado“ in Horstedt existiert bekanntlich schon lange ein vereinseigenes Tagungshaus, das auf größere Gruppen, Übernachtungsgäste und auch Fremdbelegungen zugeschnitten ist. Der Neubau auf dem „Zentrum PrinzHöfte“-Anwesen versteht sich als sinnvolle Ergänzung mit anderem Nutzungskonzept – ausgerichtet auf Tagesseminare, Chor-Workshops oder Zusammenkünfte der Klima-AG sowie Angebote für Gruppen mit schmalerem Budget, die keinen Wert auf Übernachtungen an Ort und Stelle mit Komplettverpflegung legen.

Jetzt ist es an den Klempnern und Elektrikern, ihre Leitungen zu verlegen, die wir dann wiederum hinter unseren Verkleidungen verschwinden lassen.“

Lutz Schmitz

Gleichwohl wird das Gebäude alles vorhalten, was ein Tagesseminarhaus eben so braucht. Dazu gehört neben einem Essbereich eine Küche, die sich mit Anbau und Verarbeitung von Gemüse und Wildkräutern aus dem vorhandenen Permakulturgarten sinnvoll ergänzt.

Schwerpunkt Permakultur

Apropos Permakultur: Dieses Themengebiet soll in Schulenberg ein inhaltlicher Schwerpunkt des Seminarbetriebs sein. Hinter der Wortschöpfung aus „permanent“ (dauerhaft) und „Agriculture“ (Landwirtschaft) steckt eine Planungs- und Entwurfsmethode für eine nachhaltige Form der Bodenbewirtschaftung und des Gartenbaus im Einklang mit der Natur. Permakultur im ursprünglichen Sinne zielt darauf, Ökosysteme und natürliche Kreisläufe genau zu beobachten und nachzuahmen.

Die Bereiche Pädagogik, Kunst und Kultur sollen im Neubau ebenfalls zu ihrem Recht kommen. Dem Verein für ganzheitliches Lernen liegt sehr daran, mit der Bildungsstätte zugleich eine Begegnungsstätte zu schaffen, denn im „Zentrum PrinzHöfte“ fehlt es bislang an Raum für Versammlungen und Veranstaltungen in einem größeren Rahmen.

Die Kosten hatte der Maßnahmenträger auf zwischen 400. 000 und rund 500. 000 Euro beziffert. Trotz üppiger Förderung verbleibt ein erheblicher Anteil, den der Verein selbst „wuppen“ muss.

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