Praktische Alltagshilfen für Flüchtlinge

Wenn der Fremde gar nicht mehr so fremd ist

Harpstedt - Sie haben ein schweres, bewegendes Schicksal hinter sich, mitunter auch eine abenteuerliche Odyssee. Sie sahen keinen anderen Ausweg, als ihr Heimatland zu verlassen – und hoffen nun auf ein neues, besseres Leben. Manche finden im Oldenburger Land eine Bleibe; auch die Samtgemeinde Harpstedt steht vor der Herausforderung, für ein „Kontingent“ von Flüchtlingen Unterkünfte zu organisieren. „Die Mehrheit“ dieser Menschen stamme aus dem Sudan, so Pastor Gunnar Bösemann in der Juni-Ausgabe des Gemeindebriefes der Christusgemeinde. Darunter seien junge Männer, die durch die Sahara über Libyen und das Mittelmeer nach Europa gekommen seien.

Ehrenamtliche Mitbürger engagieren sich, um die Flüchtlinge darin zu unterstützen, mit den Herausforderungen des Alltags fertig zu werden. Sie leisten ganz praktische Hilfestellungen. Sie tun aber noch mehr. Sie bemühen sich um die Etablierung einer Willkommenskultur. „Alle, die wir mitmachen, bemerken, dass wir dadurch selber sehr bereichert werden“, so Pastor Bösemann. Der Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen ist ihm durchaus nicht fremd. Lange Jahre hat er im südlichen Afrika gewirkt, ehe er die Pfarrstelle in Harpstedt antrat, die mit dem Eintritt von Pastor Werner Richter in den Ruhestand vakant geworden war.

Bösemann räumt ein, dass es im Kreise der Flüchtlingsinitiative anfänglich Skepsis, Zurückhaltung und Vorurteile gegeben habe. Daraus habe sich aber durch persönliche Begegnung Nähe entwickelt. Ja, sogar Freundschaft. Und wohl auch Verständnis für den vermeintlich Fremden, der manchem so fremd nun gar nicht mehr ist. Vertrauen ist entstanden. Die Flüchtlinge öffnen sich den Ehrenamtlichen, geben ganz Persönliches preis. Sie schildern etwa ihre Sehnsucht nach Frieden oder offenbaren ihren Wunsch, in das Gemeinwesen aufgenommen zu werden. Aus ihren Worten spricht die Absicht, sich etwas aufzubauen, und der Wille, dafür etwas zu leisten und die deutsche Sprache zu erlernen.

Die Flüchtlingsinitiative ist offen für weitere Interessierte, die gern mitmachen möchten – und Pastor Gunnar Bösemann gern bereit, unter der Rufnummer 04244/9687098 nähere Auskünfte zu erteilen.

boh

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