Das Publikum verlangt eine allerletzte Zugabe

„Prager“ müssen beim Neujahrskonzert nachlegen

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Die Harpstedter „Prager“ erfreuten ihre Fans fast drei Stunden lang mit einem rundum unterhaltsamen Programm.

Harpstedt - Von Anja Rottmann. Mit dem Radetzkymarsch hat am Sonntag auch das mittlerweile 35. Neujahrskonzert der Harpstedter „Prager“ im rappelvollen Koems-Saal begonnen. Sodann ließ Dirigent Steffen Akkermann Reime aus eigener Feder folgen.

„Hier herrscht Musik, mit Kunst verziert, und Harmonie steht oben. Inhaltlich wurde gut sondiert, die Einigkeit lief wie geschmiert. Desgleichen bei den Proben“, dichtete der musikalische Leiter, und das klang vor dem Hintergrund der „Sondierungsgespräche“ in Berlin schon witzig.

Das von der Musikschau der Nationen bekannte „76 Posaunen“ bedurfte nicht wirklich so vieler Instrumente. Die fünf Posaunen der „Prager“ reichten völlig aus. Die „Prager“ begaben sich auch auf Pop-Terrain. Sie ließen „Chöre“ von Mark Forster und „Ein Kompliment“ von den Sportfreunden Stiller erklingen. „Bunt gemischt“ kamen drei Stücke im ¾-Walzertakt daher. Tosenden Applaus erntete das Orchester für seine gefühlvolle Interpretation von Leonard Cohens „Hallelujah“, wobei die jungen Trompeterinnen Theresa, Johanna und Nela die ersten Takte allein spielten.

Walzer, Pop und Filmmusik

Unter Stabführung von Akkermanns Stellvertreterin Angela Würdemann genossen die Fans „Narcotic“ von der Rockband Liquido. Damit kontrastierte der Walzer „Rot sind die Rosen“. Hatte 2017 in einem dargebotenen Beatles-Potpourri „All you need is love“ gefehlt, so holte das Orchester diesen Hit nun nach. Die „Prager“ glänzten ebenso mit der James-Bond-Filmmusik – von Peter Johannesdotter für Blasorchester arrangiert und durch Klarinettenstimmen ergänzt.

Nicht fehlen durften neben vielen launigen Anmoderationen von Steffen Akkermann etwas „Seemannsgarn“ sowie der schnelle Marsch „Rough Riders“ von Karl King. Nach einer Pause stand der Nachwuchs im Mittelpunkt – und spielte unter Stabführung von Klaas Akkermann „American Patrol“ sowie „La Cucaracha“. Dessen Vater Steffen probierte was Neues aus: Er lernte zusammen mit seinen Mitspielern „live“ Trompete. Das Ergebnis konnte sich hören lassen.

Blasorchester trifft ins Schwarze

Schwungvoll intonierten die „Prager“„Du bist die Rose vom Wörthersee“. Klassik-Freunde erfreuten sich an einem Walzerpotpourri („Tanz mit Johann Strauß“). Mit einem Medley von Titeln der Ärzte, mit „Summer of 69“ von Bryan Adams und einem Titel der Gruppe Santiano traf das Blasorchester ebenso ins Schwarze. 

Im Zugabeteil servierten die Musiker „Military Escort“, „Gruß an Kiel“ und – traditionsgemäß – „Mister Dixi“. Danach ist normalerweise Schluss. Nicht so am Sonntag: Da die Zuhörer noch saßen, mussten die „Prager“ mit „Freude zur Musik“ einen Marsch nachlegen. Nach fast drei Stunden ging der Nachmittag zu Ende.

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