Mehrere Hundert Jugendliche zu alkohol- und nikotinfreiem „Tanzrausch“ in Harpstedt erwartet

Prävention ohne mahnenden Zeigefinger

Die Jugendpfleger Werner Niemann, Annelen Voss, Matthias Heil, Nina Verena Müller, Frank Düvel, Thomas Schulz, Dirk Emmerich und Markus Pieper sowie Polizist Martin Klinger, LzO-Vertreterin Christina Bitter und Bernd Wessels von der AOK sowie Bürgermeister Herwig Wöbse (von links) werben für den „Tanzrausch“. - Foto: bor

Harpstedt - Der Kronkorken bleibt auf der Bierflasche, und auch Zigaretten haben keine Chance: Von 19 bis 24 Uhr steigt am Freitag, 24. November, die alkohol- und nikotinfreie Party „Tanzrausch“ für Kinder und Jugendliche von zwölf bis 17 Jahren im Koems-Saal in Harpstedt. In den Vorjahren wurde in der Halle am Huder Bach im Norden des Landkreises Oldenburg gefeiert, doch damit ist jetzt Schluss. Wegen steigender Ausgaben, unter anderem für den Brandschutz, war die Aktion, die jedes Jahr mehrere Hundert Teilnehmer anlockt, in Hude nicht mehr kostendeckend umsetzbar. Auf der Suche nach einer Alternative wurde Kreisjugendpfleger Dirk Emmerich in Harpstedt fündig, wo er auf die Unterstützung der Verwaltung und heimischer Firmen bauen kann.

„Es gibt wenig präventive Veranstaltungen, die nicht mit dem mahnenden Zeigenfinger daherkommen. Wir sind ein Exot und wollen es auch bleiben“, betonte Emmerich am Dienstag im Rahmen eines Pressegesprächs zur Ankündigung der Veranstaltung. Mit im Boot sitzt wie in den Vorjahren die AOK, deren Vertreter Bernd Wessels zwar beobachtet hat, dass „die Mode des Koma-Saufens ein Stück weit zurückgeht“, aber immer noch von der Aufnahme Jugendlicher und Kinder mit Alkoholvergiftungen in Krankenhäusern berichtet. „Dieses Jahr die jüngste, betroffene Person im Landkreis Oldenburg 13 Jahre alt.“

Auch Polizist Martin Klinger und sein Präventionsteam unterstützen die Veranstaltung. Sie werden am 24. November vor Ort sein und Dosenwerfen mit einer Rauschbrille anbieten. Für Disco-Atmosphäre wird das Dosenwerfen vermutlich eher nicht sorgen, aber dafür ist das „Zephyrus Discoteam“ am Start, das bereits im Sommer eine Poolparty im Harpstedter Rosenfreibad organisiert hat. Mit 8 000 Watt, zwei Videoleinwänden und Tänzern, unter anderem vom Harpstedter Turnerbund, sollen die Teilnehmer einen gelungenen Abend erleben. Wer möchte, kann sich ein wieder entfernbares Tattoo machen lassen, beim Singwettbewerb antreten und sich von den Maltesern blutige Wunden schminken lassen. „Die Jugendlichen sollen die Erfahrung machen, wie es ist, zu feiern und zu tanzen, ohne zu trinken und zu rauchen“, so Jugendpfleger Emmerich.

„Ein Gewinn für die Samtgemeinde“, freute sich Bürgermeister Herwig Wöbse über den neuen Veranstaltungsort. Der Förderverein Koems unterstützt die Feier genau wie Harpstedter Firmen, die sich um die Fenster und die Heizpilze kümmern. Annelen Voss von der Samtgemeinde-Jugendpflege unterstrich: „Eltern können ihre Kinder ruhigen Gewissens her schicken. Wir haben viel Personal und übernehmen die Aufsichtspflicht.“

Der Eintritt kostet sieben Euro, einer mehr als im Vorjahr. Junge LzO-Kunden zahlen fünf Euro. Karten gibt es in allen Jugendzentren im Landkreis. Wer sich Plätze in einem der Busse zur Party (ab 18 Uhr) und zurück (ab 24 Uhr) sichern will, sollte das beim Kauf der Tickets angeben. Der Transfer wird aus allen Gemeinden nach Harpstedt angeboten. J bor

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