Vorträge über Entwicklungskinesiologie

Vom prägenden Einfluss frühkindlicher Erfahrungen

Stressabbau durch Hook-ups verheißt hier Berrie van den Wittenboer-Beier (l.) Programmbereichsleiterin Lisa Guenter: Bei dieser Übung werden die Handflächen zueinander gedreht, die Finger verschränkt und die verschränkten Hände zur Brust geführt. Die Atmung soll ruhig und entspannt sein.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Ob es einen Leitsatz für ihre Arbeit als begleitende Kinesiologin gebe? „Die Lösung liegt in dir selbst. Ich begleite dich dabei, sie zu finden“, erwidert Berrie van den Wittenboer-Beier auf diese Frage.

Sie leitet unter dem „Dach“ der regioVHS Ganderkesee-Hude eine Vortragsreihe für Menschen, die bereit seien, einmal in eine andere Richtung zu denken und ihren Horizont zu erweitern, so Lisa Guenter, Programmbereichsleiterin für das Themenfeld Gesundheit bei der Volkshochschule. Insgesamt sieben Veranstaltungen in der Harpstedter Begegnungsstätte zur Entwicklungskinesiologie sind bis Ende Februar vorgesehen, jeweils von 19 Uhr bis 21.15 Uhr. Sie können gern auch einzeln besucht werden nach Anmeldung unter Telefon 04222/44444 (siehe Infokasten).

„Mein Wunsch ist es, die Menschen darüber zu informieren, was wir für ein natürliches Aufwachsen brauchen und welche Auswirkungen frühkindliche Erfahrungen im späteren Leben haben“, erläutert Berrie van den Wittenboer-Beier. Wenn etwa ein Säugling bei der Geburt mit Freude gefeiert werde, dann kann sich bereits das nach ihrer Überzeugung im Laufe des Lebens widerspiegeln: „Dann habe ich vielleicht auch als Erwachsener Lust, Geburtstag zu feiern.“ 

Jeder Mensch speichere alle Erfahrungen, die guten und weniger guten, in seinem Körper. „Daraus handeln wir fürs weitere Leben.“ Ob das empirisch belegt sei? Zumindest sei das eine Erkenntnis aus gemachten Erfahrungen, auch seitens der Begründerinnen der Entwicklungskinesiologie, Renate Wennekes und Angelika Stiller, so van den Wittenboer-Beier.

In der kinesiologischen Praxis geht es um die Optimierung des Zusammenwirkens beider Gehirnhälften, ums „Ausbalancieren“, ums positive Formulieren von Zielen, die Klienten erreichen wollen, kombiniert mit alltagstauglichen körperlichen Übungen, Konzentration und gezieltem Atmen. Die Anwendungsgebiete reichen von körperlichen Barrieren über Stress bis hin zu Lernschwächen. 

Berrie van den Wittenboer-Beier sagt von sich selbst, ihr habe die begleitende Kinesiologie geholfen, ihre eigene Unbeweglichkeit zu überwinden. Sie erzählt von einer Klientin, die zu ihr gekommen sei und das Gefühl gehabt habe, am Arbeitsplatz gemobbt zu werden. Nach der ersten Ursachenforschung habe die Frau als Ziel formuliert: „Ich möchte gern, dass sich mein Selbstbewusstsein bessert und ich selbstbestimmter handeln kann.“ 

Im Laufe der „Balance“, des „Prozesses“, sei ihr klar geworden, dass, wann immer ihr Chef ihr auftrug, wegen einer nicht in seinem Sinne erledigten Aufgabe etwas nachzuarbeiten, sie dies gleich als Mobbing verstanden habe. Sie habe sich dann allmählich selbst besser kennengelernt. „Es geht mir darum, die Menschen und ihr Potenzial in ihrem Alltag zu stärken“, bekräftigt Berrie van den Wittenboer-Beier. Heilen dürfe sie als begleitende Kinesiologin nicht – und auch keine Heilversprechen geben.

Die Vortragsreihe widmet sich allerdings nicht so sehr dem Einzelfall. Sie verspricht vielmehr „spannende Einblicke in das innere und äußere Wachsen“. Die Veranstaltungen eröffnen, nach Themen gegliedert, den Zugang zur Entwicklungskinesiologie. Die wiederum richtet den Blick auf die ersten dreieinhalb Lebensjahre. 

Da nach Überzeugung der Entwicklungskinesiologie-Anhänger die Erlebnisse in der Kindheit, sogar schon in der pränatalen Phase, Auswirkungen auf Wohlbefinden, Erfolg und weitere Faktoren im Erwachsenenalter haben, sind insbesondere Erwachsene eingeladen, sich selbst ein Bild zu machen, wie sie sich im Rückblick auf ihre Kindheit „stärken können“.

Aber auch eine generationsübergreifende Teilnahme (etwa von Oma, Mutter und Kind) fände Berrie van den Wittenboer-Beier durchaus reizvoll und spannend.

• Die Vortragsreihe im Überblick:

5. April: „Empfängnis und Entscheidungen“ (Brückenschlag von der allerersten Phase der „Menschwerdung“ zu späteren Verhaltensweisen).

17. Mai: „Sinne und Wahrnehmung“ (hier geht es um die Bedeutung der Sinne für das Lernen und die Konzentration sowie Möglichkeiten, sie gezielt zu trainieren).

14. Juni: „Schwangerschaft und Wachstum“ (pränatale Einflüsse auf das weitere Leben).

18. Oktober: „Reflexe und Reaktionen“ (erkundet werden Reflexe im Zusammenhang mit Lernchancen, die sich dahinter verstecken).

8. November: „Geburt und Veränderung“ (eine zentrale Fragestellung dabei: Welchen Nutzen hat eine natürliche Geburt für Mutter und Kind?).

29. November: „Entwicklung von Motorik und Beweglichkeit“ (wie sieht eine gesunde motorische Entwicklung des Kindes aus – insbesondere mit Blick auf das weitere Leben?).

28. Februar 2018: „Sprache und Handgeschick“ (Zusammenhänge zwischen verbaler Kommunikation und Motorik; Bedeutung der Feinmotorik für das Erwerben von Lese- und Schreibfertigkeiten).

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