Duo „Poly de Luxe“ stellt im „Liberty‘s“ (auch) sein erstes Album vor

Schön schräg, aber dabei doch höchst unterhaltsam

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Auch in musikalischer Hinsicht ziehen sich Gegensätze mitunter an. Das beweisen Karl Neukauf und Ilka Posin, wenn sie als Duo „Poly de Luxe“ auf der Bühne stehen.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Innerhalb derKonzertreihe „Kultur am Donnerstag“ gibt es einen klaren Spitzenreiter und Rekordhalter: Kein Künstler hat im „Liberty‘s“ und zuvor im „Le Bistro“ so oft gastiert wie Karl Neukauf. Der Songschreiber, Chansonnier, Sänger und Pianist/Keyboarder aus Berlin prägte sogar das Ende einer Ära in der Harpstedter Kneipengeschichte mit: Als sich Pächterin Franziska König 2013 aus dem „Le Bistro“ zurückzog, bestritt er zusammen mit Ilka Posin das Abschiedskonzert. Am Donnerstag, 5. November, 20 Uhr, gibt es im „Liberty‘s“ ein Wiedersehen und -hören mit den beiden Künstlern, die zusammen das Duo „Poly de Luxe“ bilden.

Diesmal stellen sie auch Extrakte aus ihrem gemeinsamen Debut-Album „Behind the Backdoor“ mit eigenen Stücken vor, das erst vor kurzem erschienen ist.

Außerdem haucht das Duo einigen populären, in erster Linie aber eher unbekannten deutsch- und englischsprachigen „Kleinoden“ der Musikgeschichte mit eigenwilligen Arrangements Charme ein. Genau das haben Neukauf und Posin im Übrigen schon vor ziemlich genau zwei Jahren in Harpstedt getan, als sie sich Coverversionen von Hits vornahmen, die wegen hanebüchener Übersetzungen der Originaltexte ziemlich skurril wirken und den Interpreten Jahre später vermutlich selbst als „Entgleisungen“ in Erinnerung geblieben sind. Zu solchen – mit Recht vergessenen – „Perlen“ der Popmusik zählt etwa Cindy und Berts „Der Hund von Baskerville“. Die schlagermäßige Verwurstung des fast schon kafkaesken Black-Sabbath-Titels „Paranoid“ hat mit Ausnahme der Melodie nichts mit dem Original gemein und stellt in puncto Peinlichkeit selbst Heinos Version des „Ärzte“-Songs „Junge“ in den Schatten.

Gleichwohl fühlte sich „Poly de Luxe“ herausgefordert, diesen sowie weitere Tracks zu „entstauben“ und zu „veredeln“ – eben weil, wie Karl Neukauf seinerzeit anmerkte, solche Coverversionen oft viel unfreiwillige Komik in sich bergen. Dass er und Ilka Posin aber auch ganz anders können, beweist das online gestellte Video „She is crying“. Die akustische Gitarre in der englischsprachigen Ballade mit düsterem Charme erinnert ein wenig an den Stil von Jimmy Page in den eher „folkigen“ Led-Zeppelin-Nummern, die Stimme Neukaufs hingegen fast schon an Nick Cave. Dazu gesellen sich Posins lasziv gehauchte Lead-Vocals, ein mehrstimmig gesungener Chorus, schräge Keyboard-Passagen und mehr als nur eine Prise Melancholie.

„Das Publikum darf sich auf eine spannende und unterhaltsame Reise freuen, wenn Karl Neukauf und Ilka Posin für sich von allem das Beste auf die Bühne bringen“, verspricht der Veranstalter für den 5. November. Der Eintritt ist frei.

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