Gedenkstätte für Sternenkinder eingeweiht

Ein Platz zum Trauern und Trost finden

Heidrun Kohnert, Gunnar Bösemann, Elke Kopmann-Cordes, Arnold Kuiter, Stefanie Gebers und Sarah Günther, Herwig Wöbse und Manfred Friske (v.l.) an der Gedenkstätte auf dem Friedhof.

Harpstedt - Von Anja Rottmann. Mit Grußworten und Musik ist am Sonnabendvormittag auf dem Harpstedter Friedhof die Gedenkstätte für Sternenkinder eingeweiht worden. „Dieser Ort ist für Eltern gedacht, die ihre Kinder vor, während oder nach der Geburt verloren haben, um dort zu verweilen und sich zu erinnern. Für unseren kleinen Verein ein großes Projekt“, sagte die Vorsitzende des Hospizvereines, Elke Kopmann-Cordes, in ihrer Rede.

Auf eine Feier zum zehnjährigen Bestehen im Januar vergangenen Jahres hatten die Mitglieder verzichtet, stattdessen waren die Planungen für die Errichtung der Gedenkstätte intensiviert worden. Der Verein wünschte sich einen Platz auf dem Friedhof und habe bei seiner Anfrage offene Türen bei der Kirchengemeinde eingerannt. „Wir haben uns ganz bewusst für einen Ort entschieden, der nicht abseits liegt“, so Kopmann-Cordes. „Er soll sichtbar sein und nicht versteckt – als Symbol dafür, dass der Verlust eines Kindes nicht mehr versteckt werden muss und ein immer offenerer Umgang mit diesem Schicksalsschlag möglich ist.“ Mit Unterstützung der Künstlerin Heidrun Kohnert war an einer dem Anlass entsprechenden Skulptur gearbeitet worden. Das Ergebnis begeisterte. Angehörige können nun an der Gedenkstätte auf einer Bank inmitten einer Eibenhecke verweilen, um an der Skulptur mit den handgefertigten Sternen Trost zu finden. Der Platz wurde bewusst nicht stark bepflanzt. Schließlich könne nach einer Fehl- oder Totgeburt eine Leere entstehen. Zudem sei das Kunstwerk aussagekräftig genug.

Großen Dank sprachen die Verantwortlichen des Vereins all denjenigen aus, die an dem Projekt beteiligt waren – mit Ideen, Spenden, Anregungen und Unterstützung in jeglicher Form. Michaela Jackowski trug ein von Manfred Friske verfasstes Gedicht zu diesem Thema vor. Ein kleiner Ausschnitt lautet: „Lassen wir sie auf den Sternen wohnen, jede Nacht schauen sie auf uns hernieder, ein stiller Blick nach oben wird sich lohnen, denn in Gedanken kehren sie in uns wieder.“

Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse nahm in seiner Ansprache Bezug auf die Eltern, „die nun einen Platz erhalten haben, wo sie ihre Emotionen ausleben können. Die Stille und Atmosphäre hier aufzunehmen, stellt etwas ganz Berührendes dar.“ Pastor Gunnar Bösemann und Pfarrer Arnold Kuiter sprachen ihren Segen aus. Sehr emotionale Worte fand Stefanie Gebers von der Initiative „Sterneneltern Achim“: „Es muss erreicht werden, dieses Thema aus der Tabuzone herauszuholen. Die Eltern befinden sich in einem Schwebezustand zwischen dem Tag X und der Trauerfeier. Wir suchen nach einem Ort, wo wir unserer toten Kinder gedenken können. Der Hospizverein hat einen guten Start gegeben, vielleicht ziehen ja noch einige weitere Friedhöfe nach.“

Musikalisch wurde die Feierlichkeit von Elke Schäfer an der Querflöte sowie Irmtraud Keppler an der Harfe begleitet.

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