Plattenhändler machte ihn zum Fan

„Hucky“ Peters verneigt sich musikalisch vor Townes Van Zandt

Feste Größe in der Bremer Country-Szene: „Hucky“ Peters.

Harpstedt - Innerhalb der Reihe „Kultur am Glockenturm“ ist Hans Joachim („Hucky“) Peters schon 2014 aufgetreten, damals mit einer musikalisch umrahmten Krimi-Lesung an der Seite von Henning von Melle und Volkmar Joswig. Nun klinkt er sich in die „Kultur am Donnerstag“ im „Liberty’s“ in Harpstedt ein: In einem Tribute-Konzert, das dort am 20. Oktober um 20 Uhr beginnt, serviert er Country jenseits des Mainstream und verneigt sich musikalisch vor Townes Van Zandt. „Hucky“ Peters gilt in der Bremer Country- und Folkszene als feste Größe.

Der „Plattenhändler seines Vertrauens“, so sagt er, habe ihn einst mit Van Zandt in Berührung gebracht. Peters erinnert sich daran, als ob’s erst gestern passiert wäre. „Sag mal, die Version, die ihr neulich von ,If I needed you’ gespielt habt, war sensationell. Weißt du, von wem das Original stammt?“, fragte er im Plattenladen nach. Er tippte auf Emmylou Harris oder Don Williams. Die Antwort verblüffte ihn: „Townes Van Zandt“. Peters bekam Hörproben in Form von Platten in die Hände gedrückt – und mutierte zum „Townesfan“.

Van Zandt begann als Neunjähriger, Gitarre zu spielen, nachdem er Elvis in der Ed-Sullivan-Show gesehen hatte und von dessen Wirkung auf das schöne Geschlecht fasziniert war. Während seines Jurastudiums in Houston gab er Konzerte in Folkclubs. 1968 erschien sein Debüt-Album „For the sake of the song“. Es enthielt mit „Waiting around to die“ auch die nach Van Zandts Worten erste ernsthafte Komposition aus eigener Feder. Bis 1972 ließ er fünf weitere Longplayer folgen. In Houston gehörte der junge Steve Earle zu seinen Freunden. Der besorgte auch die Hütte, in der Van Zandt von 1975 bis 1977 ein Einsiedlerleben führte. 

Van Zandt starb 1997

Die Freundschaft litt sehr, als der manisch-depressive Songwriter seinen Kumpel zum Russischen Roulette herausforderte.  zog nach Nashville und brachte das bereits 1973 aufgenommene Doppelalbum „Live at the Old Quarter Houston, Texas“ mit bemerkenswerten Konzertversionen seiner Lieder heraus. Die 1978 veröffentliche Studio-LP „Flyin’ Shoes“ gilt als sein bestes Spätwerk. 1994 erschien sein letztes Album „No Deeper Blue“, eingespielt mit irischen Musikern. Der drogen- und bis zuletzt alkoholabhängige Van Zandt starb 1997 an Neujahr 52-jährig an einem Herzinfarkt infolge einer schweren Hüftoperation und Deliriumtremens – auf den Tag genau 44 Jahre nach seinem Idol Hank Williams. Der kommerzielle Durchbruch war ihm versagt geblieben, wenngleich andere Künstler seine Lieder als Coverversionen gut verkauften. „Hucky“ Peters versucht sich seinem Idol anzunähern. Er will dessen Lieder „in der Tiefe erfassen“.

„Ein Muss für Townesfans und solche die’s werden wollen. Eine gefühlvolle Reise durch das Schaffen Van Zandts“, wirbt der Veranstalter für das Hutkonzert im „Liberty's“ (Eintritt frei). 

eb/boh

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