Planung für Windparks: Einige Einwender wünschen Flächen-Erweiterungen

Konfliktpotenzial kristallisiert sich allmählich heraus

Beckeln/Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Auf welchen neuen Sonderbauflächen in der Samtgemeinde Harpstedt dürfen sich in nicht allzu ferner Zukunft Windräder drehen? Wie groß sind diese Areale? Wo genau liegen sie?Und wie viele Anlagen ließen sich dort realisieren? Diese Fragen brennen denen unter den Nägeln, die an der Windkraft verdienen möchten, aber auch betroffenen Anliegern, die Schattenwurf und Geräuschemissionen aushalten sollen. Bis alle Antworten auf dem Tisch liegen, dürfte noch einige Zeit ins Land gehen.

Schon das aufwendige Flächennutzungsplan-Änderungsverfahren zieht sich in die Länge – von den ebenfalls erforderlich werdenden konkreten Bauleitverfahren ganz zu schweigen. Gründlichkeit geht der Samtgemeinde Harpstedt vor Schnelligkeit. Sie will sich nicht vorwerfen lassen, am Ende womöglich juristisch anfechtbare Fehler im F-Plan-Änderungsverfahren begangen zu haben. Sie baut daher auf die professionelle Beratung und Begleitung durch einen Fachanwalt.

Eine erste „Beteiligungsrunde“ hat es schon gegeben: Zu der aktuellen Planung gaben „Träger öffentlicher Belange“ Stellungnahmen ab, darunter Behörden und Naturschutzverbände, aber auch Anlieger konnten sich im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung bereits äußern. Die Einwände und Anregungen unterliegen einer Abwägung und finden dann gegebenenfalls Berücksichtigung im Verfahren – oder auch nicht. Außerdem sind die Ergebnisse weiterer avifaunistischer Untersuchungen, die zwischenzeitlich angestellt worden sind, einzuarbeiten.

Im Ergebnis dürfte sich die Gesamtgröße der avisierten Sonderbauflächen, die bislang bei über 600 Hektar lag, etwas reduzieren. Übrig bleiben werden – dem aktuellen Entwurf zufolge – gut 570 Hektar „Bruttofläche“. Aber auch das ist keineswegs das „Endergebnis“. Die zweite Stufe des Beteiligungsverfahrens steht noch aus. Dafür könnte der Samtgemeinde-Fachausschuss für Bau, Umwelt und Planung heute in Beckeln mit einer Empfehlung, die öffentliche Auslegung sowie die Beteiligung der „Träger öffentlicher Belange“ einzuleiten, den Weg ebnen – in seiner um 19 Uhr im Gasthaus Beneking beginnenden Sitzung. Zunächst kommen allerdings die bisher eingegangenen Stellungnahmen und die jüngsten Ergebnisse zu Fledermaus-Lebensräumen sowie Brut- und Zugvögelvorkommen im Bereich der angedachten Sonderbauflächen zur Sprache.

In diesem Zusammenhang wird sich Konfliktpotenzial herauskristallisieren. Ablehnend steht etwa die Schutzgemeinschaft Klein Henstedter Heide der großflächigen Darstellung von Windparkflächen in der Gemeinde Prinzhöfte gegenüber. Der Verein vertritt die Ansicht, dass der Erholungsfunktion der Heidelandschaft nicht in angemessener Weise Rechnung getragen werde.

Aber es gibt eben auch das genaue Gegenteil: Einige Einwender hätten die Potenzialflächen gern noch um das eine oder andere Flurstück erweitert.

Rubriklistenbild: © dpa

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