Museumsdirektor bittet um „Pink Panzer“-Geschichten

Wo Lennard seine Liebste geküsst hat

Um persönliche „Pink Panzer“-Storys bittet Museumsdirektor Ralf Raths via Youtube. Screenshot: Bohlken
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Um persönliche „Pink Panzer“-Storys bittet Museumsdirektor Ralf Raths via Youtube. Screenshot: Bohlken

Große Höhe/Munster – Es ist die Mischung aus androgyn und ambivalent, aus „unterschiedliche ,Geschlechtsmerkmale‘ in sich tragend“ und „innerlich zerrissen“, die dieses Exponat spannend macht: Ein mit männlicher Gewalt assoziiertes Kriegsgerät als Friedenssymbol in der „Mädchenfarbe“ Barbierosa – das hat was.

Der lange als Übungsobjekt genutzte M47 Patton von der Großen Höhe wäre wohl dem Verfall preisgegeben worden oder in der Schrottpresse gelandet, hätte ihn nicht eine Künstlergruppe über Nacht in den „Pink Panzer“ verwandelt.

Sein museales Potenzial als schillernder Paradiesvogel im Tarnfarben-Einerlei erkannte Museumsdirektor Ralf Raths. Er holte den 37 Tonnen schweren Koloss, der es mit vollem Kampfgewicht sogar auf 46 Tonnen brächte, im vergangenen Sommer mit Bundeswehr-Unterstützung nach Munster ins Deutsche Panzermuseum (DPM). Zuvor hatte ihn das Militär angeblich „zur Gefahrenabwehr“ in die Feldwebel-Lilienthal-Kaserne verbracht.

Zivile Vereinnahmung

Vom Fahrzeugtyp her wäre dieses Museumsstück im DPM eigentlich „über“. Spannend findet Raths die Vereinnahmung für zivile Zwecke während der Jahrzehnte, da der Patton auf dem Truppenübungsplatz Große Höhe der Öffentlichkeit zugänglich war, wenn ihn nicht gerade die Bundeswehr nutzte. Hat beispielsweise Lennard dort den ersten Kuss von seiner Liebsten bekommen? Oder Lisa mit ihren Freundinnen beim M47 einen Teil ihres Juggesellinnenabschieds gefeiert, weil sie die Kulisse so reizvoll fand? Ist Paul auf dem Panzer in einer Bierlaune ein Missgeschick passiert?

Das sind die Geschichten, die Raths haben und dokumentiert haben will, um dem Museumsstück Leben einzuhauchen. In einem aktuellen Youtube-Clip bittet er die Bevölkerung um solche persönlichen Erinnerungen an Ereignisse jenseits der militärischen Nutzung. Zunächst reicht es aus, unverbindlich eine Mail mit der Story in Stichpunkten und den eigenen Kontaktdaten an depot@daspanzermuseum.de zu schicken oder unter Telefon 0176/150 912 46 (optional unter 05192/898 334) anzurufen.

Wenn wir das richtig verstehen, dann ist der Panzer ein sozialer Ort geworden, an dem viele Sachen passiert sein sollen: vom ersten Kuss von Pärchen bis zum Streit, von Partys über Punk-Konzerte bis hin zu Ausflügen mit Klettereien von Kindern, die sich dabei Beine gebrochen haben sollen.

Museumsdirektor Ralf Raths

Näheres erfragt das Museum später. Ob die sich Erinnernden dann vor laufender Kamera erzählen oder ungezwungen bei einer Tasse Kaffee plaudern, bleibt ihnen selbst überlassen. Wer einen Rückzieher macht, muss nicht befürchten, dass ihm dies übel genommen wird.

Erinnerungen werden katalogisiert

„Wenn wir das richtig verstehen, dann ist der Panzer ein sozialer Ort geworden, an dem viele Sachen passiert sein sollen: vom ersten Kuss von Pärchen bis zum Streit, von Partys über Punk-Konzerte bis hin zu Ausflügen mit Klettereien von Kindern, die sich dabei Beine gebrochen haben sollen“, so Raths im Video. Die militärische Historie zu dokumentieren, „kriegen wir selber gut hin in Kooperation mit der Bundeswehr“, sagt er. Mit Blick auf die zivile Vereinnahmung bedürfe es hingegen der Unterstützung der Bevölkerung.

Das DPM wolle wissen, was Leute unter, auf oder neben dem Panzer erlebt haben. Auch wer jemanden kennt, der von spannenden Begebenheiten erzählen könnte, sei aufgerufen, sich zu melden. Die Schilderungen werden laut Raths zunächst  gesammelt und katalogisiert.

Bis der „Pink Panzer“ als Exponat die ihm gebührende Aufmerksamkeit geschenkt bekommt, dauert es noch eine Weile. Zunächst wird im DPM umgebaut.

Hier geht‘s zum Clip:

youtube.com/watch?v=4RSnM6Setlo

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