DRK-Seniorenzentrum und Sozialstation sind in innovatives Projekt eingebunden

Pflegende Helfer aus der Ferne

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Übergabe des Förderbescheids – von links: Melanie Philip, Geschäftsführerin der Vita Akademie, Franz-Josef Sickelmann, Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung Weser-Ems, und Staatssekretärin Birgit Honé.

Harpstedt - Auf ein innovatives „Experiment“ haben sich das DRK-Seniorenzentrum Harpstedt und die ebenfalls dort angesiedelte Gemeindeschwesternstation eingelassen.

Sie sind eingebunden in das von der Vita Akademie (Wittmund) initiierte Projekt „Telepflege“. Das will mit der Entwicklung, Erprobung und Evaluierung eines modernen, technisch unterstützten Pflegemodells die Gesundheits- und Pflegedienstleistungen im ländlichen Raum sicherstellen und verbessern.

Fachkraft per Virtual-Reality-Brille an den Einsatzort schalten?

Die sich dahinter verbergende Idee: Die Pflegefachkräfte in ländlichen Regionen sollen von den zeitaufwendigen Fahrten zu den Pflegebedürftigen entlastet werden. Um dies zu erreichen, ist vorgesehen, einige bereits in der Telemedizin getestete audiovisuelle Technik-Anwendungen zu nutzen. So sollen die Hilfskräfte und pflegenden Angehörigen am Einsatzort die Fachkräfte in der Ferne beispielsweise via Videoübertragung und einer Virtual-Reality-Brille zuschalten können. Telekommunikativ erfahren sie so Anleitung und Unterstützung – und bekommen Fachwissen orts- und zeitunabhängig sowie ressourcenschonend zur Verfügung gestellt.

Erprobt wird das alles mit den Mitarbeitern und Kunden der beiden genannten Harpstedter Einrichtungen und eines weiteren Kooperationspartners in Brake an der Unterweser. „Wir sind sehr froh darüber, dass wir solch kompetente, offene Partner gewinnen konnten, die mit uns diesen Test ,wagen‘“, sagt Projektleiterin und Vita-Geschäftsführerin Melanie Philip.

Ziel: Älteren Menschen ein längeres Leben in der gewohnten Umgebung bieten

„Telepflege“ legt den Fokus hauptsächlich auf die Primärversorgung, aber die Vita Akademie hat noch ein Stück weiter gedacht: Zusätzlich werden die Herausforderungen der Adaption des Telepflegemodells in weiterführenden Pflegeszenarien der Versorgungskette bis hin zur Einbindung ärztlicher Expertise reflektiert und analysiert. Auf diese Weise solle ein „gesamtgesellschaftlich bedeutsamer Lösungsansatz zur Sicherung der öffentlichen Daseinsvorsorge geliefert werden, der dann auch leicht auf andere Regionen zu übertragen“ sei, heißt es in einer Pressemitteilung der Projektinitiatoren. „Wir wollen insbesondere älteren Menschen ein längeres, selbstbestimmtes Leben in ihrer gewohnten Umgebung ermöglichen“, erklärt Melanie Philip.

Das zwei Jahre laufende Projekt, das offiziell am 1. Mai gestartet ist und dessen Gesamtvolumen bei 300.000 Euro liegt, klingt so erfolgversprechend und zukunftsweisend, dass die Projektpartner damit auch das Land Niedersachsen überzeugt haben und jetzt im Zuge der Förderrichtlinie „Soziale Innovation“ unterstützt werden: Knapp 180 000 Euro erhält die Vita Akademie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Das ist nach Auffassung von Staatssekretärin Birgit Honé, die kürzlich zusammen mit dem Landesbeauftragten für regionale Landesentwicklung Weser-Ems, Franz-Josef Sickelmann, die offizielle Bescheidübergabe über die Förderung in der niedersächsischen Staatskanzlei in Oldenburg vornahm, „gut investiertes Geld“. Angesichts der Herausforderungen, „vor die uns der demografische Wandel besonders in den ländlichen Räumen stellt“, würden innovative Ansätze benötigt, „um in der Arbeitswelt und bei der Daseinsvorsorge gut gerüstet zu sein“. Die Digitalisierung sei eine Chance, damit diese Weichenstellung gelinge. „Das Projekt der Vita Akademie ist ein gutes Beispiel dafür“, urteilte die Staatssekretärin für Europa und regionale Landesentwicklung. Sie versprach, „Telepflege“ eng zu begleiten. Es sei eine spannende Idee, die langfristig für viele Teile der Europäischen Union „interessant sein könnte“, so Birgit Honé.

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