Dank aus Harpstedt zum Tag der Pflege

Als Dialysepatient weiß Hermann Bokelmann, was Pflegekräfte leisten

Hermann Bokelmann
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Hermann Bokelmann

Harpstedt/Landkreis – Es ist Hermann Bokelmann ein Bedürfnis geblieben, Pflegekräften anlässlich des Tags der Pflege, 12. Mai, Dank und Anerkennung auszusprechen, zumal er seit fast zwei Jahren an drei Tagen die Woche als Dialysepatient in Wildeshausen bei freundlich-kompetenter Betreuung selbst viel vom Alltag dieser Berufsgruppe mitbekommt.

„Die Wochenarbeitszeit endet nicht immer am Freitagmittag, sondern schließt oft den Sonnabend mit ein. Bei der Frühschicht beginnt die Arbeit schon um 6 Uhr, und in der Nachmittagsschicht ist erst um 20 Uhr Feierabend“, weiß der Altlandrat aus Harpstedt.

Im vergangenen Jahrzehnt besuchte er mit den SPD-Senioren am 12. Mai persönlich Seniorenheime im Landkreis Oldenburg, um die aufopferungsvolle Arbeit der Pflegekräfte in Verbindung mit einem Dankeschön zu würdigen. Das ist dem über 90-Jährigen nun nicht mehr möglich, schon gar nicht in der Pandemie.

„Brennglas“ Corona

Die Coronakrise mache die große Bedeutung des Pflegefachpersonals für die besonderen gesundheitlichen Herausforderungen überdeutlich, sagt Bokelmann. Viel Beifall für diese Berufsgruppe habe es in den vergangenen Monaten gegeben. Derzeit aber beschleicht den Harpstedter das Gefühl, „dass Wünsche nach Urlaub, Gasthausbesuch und Einkaufsbummel die Bedeutung der pflegerischen Betreuung überdecken“.

Hoffen auf schnelle Einigung

Grund genug für den Sozialdemokraten, den redensartlichen Finger in die Wunde zu legen: Eine bessere Bezahlung der Pflegekräfte stehe immer noch aus, beklagt er. Die Caritas als Wohlfahrtsverband hat bekanntlich im Winter sogar den, so Bokelmann, „dringend erforderlichen, allgemeinverbindlichen Tarifvertrag“ verhindert, „obwohl in der Altenpflege in Deutschland aktuell 1,2 Millionen Menschen arbeiten, von denen nur knapp die Hälfte Tariflohn erhält“. Bundesarbeits- und Bundesgesundheitsminister seien sich zwar einig, „dass Betreiber von Pflegeeinrichtungen nur dann Geld aus der Pflegeversicherung erhalten sollen, wenn sie ihren Beschäftigten Tariflöhne zahlen“; über den Weg „streiten sie aber noch“. Von Hubertus Heil (SPD) und Jens Spahn (CDU) erhofft sich Bokelmann eine schnelle Einigung.

Dank verdienen auch viele andere

In seinen Dank schließt der ehemalige Fleckenbürgermeister und frühere Landrat ausdrücklich Krankenhäuser und Arztpraxen ein, „die trotz der Belastungen der Coronapandemie die Kranken betreuen“. Ebenso die Kräfte im Impfzentrum. Ferner die Beschäftigten in den Lebensmittelmärkten, „die häufig den Unmut ertragen müssen, den Kunden, die unzufrieden mit den Sicherheitsvorschriften sind, meinen abladen zu können“. Und nicht zuletzt die Handwerker, „die oft keineswegs große Gewinne versprechende, kleine Instandsetzungen durchführen“. Ohne diese vielen kleinen hauptamtlichen „Betreuer“ und „etliche Ehrenamtliche“ würde das Gemeinwesen nach Überzeugung Hermann Bokelmanns nicht funktionieren. „Daran sollte mehr gedacht werden.“

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