Veranstaltungen ausgebucht

Gewächsen im Essgarten genügt trotz Hitze wenig Wasser 

Frits Deemter erwartet eine gute Ernte von Birnen, Äpfeln und Pflaumen.

Barjenbruch - Von Phillip Petzold. Während vielerorts die Pflanzen unter der Sommerhitze ächzen und aufwendig bewässert werden müssen, bleibt Frits Deemter, Inhaber des Essgartens in Barjenbruch, gelassen: Sowohl die heimischen als auch die exotischen Gewächse hätten mit dem Wetter keine Probleme. Grund dafür ist Deemters Erziehung zur Selbsthilfe.

„Die Pflanzen kommen hervorragend zurecht“, freut sich Deemter – obwohl sie kaum gewässert würden. Gerade einmal eine halbe Stunde pro Tag würde zum Wassergeben ausreichen. Und das liege nicht daran, dass der Garten währenddessen geflutet wird. Deemter schätzt, dass rund 50 Liter genügen. Wie kann das sein? „Die Wurzeln gehen sehr tief in die Erde“, erläutert er. Damit die Pflanzen sich so entwickeln, bekommen sie grundsätzlich sehr wenig Wasser, sodass sie sich selbst auf die Suche machen. Neue Anpflanzungen würden allerdings zur Starthilfe etwas mehr verwöhnt. Deemter ist von dem Konzept überzeugt: „Das war eine gute Entscheidung.“ Zwar würden die Früchte etwas kleiner bleiben, dennoch erwartet er eine Rekordernte an Birnen, Pflaumen und Äpfeln. „Das liegt an dem trockenen Frühjahr“, erläutert er.

Die Veranstaltungen im Essgarten sind gut besucht. - Fotos: pp

Eine Pflanze fühlt sich unter den derzeitigen Bedingungen besonders wohl: die Mandschurische Walnuss. Der groß gewachsene Baum ist bereits ein Vierteljahrhundert alt, doch Früchte wie in diesem Jahr hat er noch nie getragen. „Der fühlt sich unter diesen Bedingungen wie zu Hause. Bislang hat der nur kleinere Nüsschen getragen“, so Deemter, der sich bereits auf die Ernte im Oktober freut, um mit den Früchten des asiatischen Gewächses Rezepte zu entwickeln oder neu zu entdecken. So wie die „Indian Lemonade“, die aus den Dolden des Essig-Baums hergestellt wird. Liegen diese Stunden in Wasser, erhält man ein erfrischendes Getränk, das geschmacklich an Eistee erinnert.

Aus der Dolde des Essigbaumes macht Deemter Limonade.

Das schenkt Deemter auch als Erfrischung an seine Gäste aus, die mittlerweile in Scharen nach Barjenbruch kämmen. „Wir sind völlig überlaufen“, berichtet er. Ess-Abende, Führungen, Feiern – etwa drei Veranstaltungen stehen in der Woche auf dem Programm. „Wir sind für den Rest des Jahres ausgebucht“, freut er sich. Die Orangerie habe sich als Besucher-Magnet bezahlt gemacht und ist für Hochzeiten und Geburtstage sehr beliebt. Doch das bedeutet auch viel Aufwand. Einer Vermählungsfeier gehen drei Tage Vorbereitungen voraus. Angestellte gibt es im Essgarten nicht, allerdings sind immer zwei internationale Studenten für ein halbes Jahr bei der Familie, die auf dem Hof ein Praktikum absolvieren, sich um die Pflanzen kümmern und auch beim Kochen unterstützen. „Wir haben ganz tolle Erfahrungen damit gemacht“, schwärmt Deemter.

Dennoch will die Familie die Veranstaltungen in Zukunft besser bündeln, um den Aufwand etwas zu verringern. „Letztes Jahr war hart und dieses Jahr ist noch härter“, so Deemter, bei aller Freude über den großen Zuspruch. Auch das Kochbuch, dass er und seine Frau im vergangenen Jahr geschrieben haben, verkaufe sich gut, und an neuen Ideen herrsche kein Mangel: „Wir denken uns jeden Tag neue Rezepte aus“, erzählt Deemter. Oft seien diese „recht abgefahren“ – wie der Erdbeerdip zum Steak. Und genau das mache den Essgarten aus: „Wir wollen vorgefertigte Meinungen aufbrechen“.

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