Ausstellungseröffnung mit Kazimierz und Boleslaw Jankowski im Skulpturenpark

Partisanen zeigen, was sie geschaffen haben

Die „Partisanen“ stellen in Groß Ippener aus: Franz Robert Czieslik, Boleslaw und Kazimierz Jankowski (v.l.) Rechts im Bild: Birke Eng.
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Die „Partisanen“ stellen in Groß Ippener aus: Franz Robert Czieslik, Boleslaw und Kazimierz Jankowski (v.l.) Rechts im Bild: Birke Eng.

GROSS IPPENER – Improvisation gehört zur Kunst. Doch auf diese Form der Improvisation hätten die Künstler zur Ausstellungseröffnung am Samstag im Skulpturenpark in Groß Ippener gerne verzichtet. Pünktlich um 17 Uhr begann es zu regnen. Zunächst nur ein paar Tropfen. Als die Gäste jedoch meinten, der Schauer sei vorbei, ergoss sich ein nicht enden wollender Wolkenbruch. Das vorgesehene Programm, bestehend aus Führung, Lesung und Rock‘n’Roll geriet in Gefahr. Zumindest war die Reihenfolge durch den Regen so nicht mehr zu halten. Die Band „Walk the Line“ nahm es mit Humor. Sie überbrückte die Pause passend zum Wetter mit „Rain in My Heart“ und „Knockin on Heaven´s Door“.

Als sich der Himmel dann endlich ein wenig aufhellte, wurde es hochoffiziell. Fredy Petz aus Bremen hielt die Laudatio auf die beiden Künstlerbrüder Kazimierz und Boleslaw Jankowski. Petz und Kazimierz Jankowski kennen sich seit Jugendtagen aus der Schule, wie der Laudator verriet. Der Fußballsport verband die beiden über die Schule hinaus. „Kazimierz hätte auch Profifußballer werden können“, so Petz. Doch daraus wurde nichts. Stattdessen studierte er an der Bremer Hochschule für Künste und später an der Universität Bremen Kunst und Sport auf Lehramt. Neben der Malerei war Kazimierz Jankowski am Concordia Theater in Bremen als Schauspieler und Tänzer tätig. Als sei das noch nicht genug für ein Künstlerleben, beschäftigte sich der Bremer zwischenzeitlich mit der Filmkunst.

„Künstler zu sein, ist eine Art Schicksal“, zitierte Petz den älteren der beiden Brüder. Die Aussage Petzs: „Er hat sein Leben in vollen Zügen genossen. Jetzt im Alter wird er etwas ruhiger“ quittierte der 73-Jährige jedoch mit einem lauten Lachen.

Sein um drei Jahre jüngerer Bruder arbeitete zunächst als Schlosser auf der Bremer Vulkanwerft, bevor er das Künstlerduo vervollständigte. „Die Kunst ist häufig brotlos. Die Taschen waren oft leer“, stellte Petz heraus. Doch inzwischen gehören Udo Lindenberg und Werder-Legende Thomas Schaaf zum Kundenkreis der beiden Künstler.

Im Anschluss an die Laudatio konnten die Gäste im Park besichtigen, was die selbsternannten „Partisanen der Kunst“ in den vergangenen fünf Wochen geschaffen haben. Anfang August hatten sie die Abwesenheit von Franz Robert Czieslik genutzt, um das Gelände und das Atelier zu „kapern“. Czieslik stellte ihnen auch seine Unterkunft zur Verfügung. Entstanden sind mehrere großformatige Werke, die zum Teil dauerhaft den Skulpturenpark bereichern werden. Andere Gemälde sind noch bis zum Ende des Jahres dort zu sehen. Ebenfalls werden bis Ende des Jahres Skulpturen aus Sandstein und Marmor der Oldenburger Künstlerin Birke Eng ausgestellt. Der Park ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Auf den Rundgang folgte ein Vortrag lyrischer Texte von Kazimierz Jankowski. Der Künstler begann mit „Ladies Fingers“ und leitete nach weiteren Werken auf die Band und den Programmpunkt „Rock‘n’Roll“ über. Die vier Musiker Otto Maier, alias Dr. OM, (Percussion), Myriam Janschersky (E-Piano), Wolfgang Janschersky (Drums) und Harry Hartmann (Gitarre) hatten sich erst vor einer Woche eigens für die Ausstellungseröffnung als Band zusammengefunden. Mit Kazimierz als Sänger boten die Musiker allerdings eine Performance, als spielten sie schon seit Jahren zusammen. Ein Ohrenschmaus für alle Rock-Fans.

Für Gastgeber Czieslik boten der Nachmittag und die vergangenen Wochen ein Wechselbad der Gefühle zwischen Freude und Trauer, wie der Künstler am Rande der Veranstaltung erwähnte. Einerseits freute er sich über den gelungenen Nachmittag mit vielen tollen Menschen, andererseits hatte er den Verlust einer Künstler-Freundin aus Berlin zu beklagen. Vor allem die Umstände in Corona-Zeiten machten ihm sehr zu schaffen. „Der Tod meiner Großmutter und das Verbot des DDR-Regimes, zu ihrer Trauerfeier nach Hamburg ausreisen zu dürfen, haben mich 1989 zu den Demonstrationen auf die Straße getrieben. Nun durfte ich mich von einer Freundin wegen der Corona-Beschränkungen des Hospizes nicht verabschieden“, empörte er sich

Von Holger Rinne

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