Orgelentdeckertage mit Führungen und Konzerten

„Königin der Instrumente“ wird erlebbar

Sie gestalten zwei programmidentische Orgelkonzerte: Ilka Major, Lukas Henkensiefken, Manfred Sander (Moderation), Andrea Müller-Wiesner und Ute Klitte (v.l.).
+
Sie gestalten zwei programmidentische Orgelkonzerte: Ilka Major, Lukas Henkensiefken, Manfred Sander (Moderation), Andrea Müller-Wiesner und Ute Klitte (v.l.).

Harpstedt – Was gibt es an der Führer-Orgel in der Harpstedter Christuskirche zu entdecken? „Klang und Technik“, bringt es Organistin Ilka Major kurz und bündig auf den Punkt. Beides rückt die evangelisch-lutherische Gemeinde mit Führungen und zwei Konzerten in den Mittelpunkt: Während der Orgelentdeckertage wird das „Instrument des Jahres 2021“ sinnlich erlebbar.

Die kleinste Pfeife misst übrigens nur zwei Zentimeter, die größte hingegen gut viereinhalb Meter. Die Kirchenorgel selbst stammt von 1974. Der 1796 – und damit erst 43 Jahre nach der Christuskirche – geweihte Orgelprospekt ist noch erhalten. „Das Geld war damals, direkt nach der Vollendung des Kirchenbaus, erst mal aufgebraucht“, weiß Pastorin Elisabeth Saathoff.

„Die Orgelentdeckertage sind das Ergebnis einer Initiative der Hannoverschen Landeskirche“, sagt Ilka Major. Andrea Müller-Wiesner, im Kirchenvorstand beauftragt für Kirchenmusik, erfuhr davon. Und zwar aus dem Newsletter des Michaelisklosters, dem Zentrum für Liturgie und Kirchenmusik der Landeskirche in Hildesheim.

Moderierte Orgelkonzerte hatten wir noch nicht. Das ist ein neues Format.“

Elisabeth Saathoff

Bei der Organistin fragte die Kirchenvorsteherin an, ob sie sich vorstellen könne, „dass wir etwas aus diesem Projekt machen“. Ilka Major fand die Entdeckertage durchaus reizvoll und entwickelte Ideen, um sie inhaltlich mit Leben zu füllen. Das Ergebnis, ein ansprechendes Programm, bewirbt die Kirchengemeinde nun offensiv – in der Hoffnung auf ein großes Interesse.

Öffentliche Orgelführungen wird es am Sonnabend, 16. Oktober, für Erwachsene (14 Uhr) und Familien (15.30 Uhr) geben. Die „Großen“ können dabei auch eine rückwärtige Leiter erklimmen, um einen Blick auf die Pfeifen zu werfen, der ihnen sonst verborgen bleibt (dazu kommen nichtöffentliche Führungen – zwei für Kindergartengruppen und eine für Grundschüler). Ebenfalls am 16. Oktober avancieren die Mädchen und Jungen, die sich um 10 Uhr zur Kinderkirche im Gotteshaus treffen, zu „Orgelentdeckern“.

Die beiden öffentlichen Führungen gestalten die Organistin und die „Kirchenmusikbeauftragte“ übrigens zusammen und arbeitsteilig (Anmeldungen erbittet das Kirchenbüro unter der Telefonnummer 04244/452). „Ich begrüße die Leute, und wenn sie reinkommen, spielt Ilka Orgel, damit sie gleich mit einem schönen Klangerlebnis empfangen werden“, erläutert Andrea Müller-Wiesner.

Ich finde es wirklich schön, dass die Besucher zwischendurch kleine Einführungen in die Stücke hören und nicht einfach nur von der Musik überwältigt oder beschallt werden. Dadurch hört man mit anderen Ohren.“

Andrea Müller-Wiesner

Klassische Orgelliteratur und moderne Stücke wechseln sich ab in den am Freitag, 15., und Sonnabend, 16. Oktober, um 19 Uhr in der Christuskirche beginnenden Orgelkonzerten mit deckungsgleichem Programm. Der Eintritt ist frei; eine Spende zur Deckung anfallender Veranstaltungskosten wird erbeten. Die Zuhörerinnen und Zuhörer werden nicht nur an der „Königin der Instrumente“ Ilka Major und den 16-jährigen Gymnasiasten Lukas Henkensiefken erleben, der Vertretungsdienste für die Organistin übernimmt und die C-Prüfung mit ihr zusammen absolviert hat. Zusätzlich reihen sich Andrea Müller-Wiesner (Gesang) und Ute Klitte (Geige) ein.

Harmonie zwischen Orgel und Violine

„Lukas bringt Werke von Buxtehude, Bach und César Franck zu Gehör. Ilka spielt das Finale aus Felix Mendelssohn-Bartholdys Vaterunser-Sonate. Dazu gesellen sich poppige Stücke zeitgenössischer Komponisten, die ,Is it Blues?’ und ,Dance with me’“ heißen, verrät Andrea Müller-Wiesner. Sie selbst singt, begleitet von Orgelklängen, das ruhige „Notre Père“ von Maurice Duruflé – das Vaterunser auf Französisch. Das romantische „Épithalame“, ein „Lied zur Hochzeit“, trägt Lukas Henkensiefken zusammen mit Ute Klitte vor. „Violine und Orgel harmonieren wunderbar“, sind sich beide einig. Zum Abschluss soll die ganze Gemeinde in „Die Zeit ist um“ einstimmen.

„Ich finde es wirklich schön, dass die Besucher zwischendurch kleine Einführungen in die Stücke hören und nicht einfach nur von der Musik überwältigt oder beschallt werden. Dadurch hört man mit anderen Ohren“, spielt Andrea Müller-Wiesner auf die Anmoderationen von Manfred Sander an. „Moderierte Orgelkonzerte hatten wir noch nicht. Das ist ein neues Format“, freut sich Pastorin Saathoff.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Sechs Monate Audible inkl. Gratis-Hörbücher für monatlich 2,95 Euro statt 9,95 Euro

Sechs Monate Audible inkl. Gratis-Hörbücher für monatlich 2,95 Euro statt 9,95 Euro

Vor zehn Jahren verunglückte das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia vor der Küste Italiens

Vor zehn Jahren verunglückte das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia vor der Küste Italiens

Meistgelesene Artikel

Giftköder auf Hundeplatz? Besucher sehr besorgt

Giftköder auf Hundeplatz? Besucher sehr besorgt

Giftköder auf Hundeplatz? Besucher sehr besorgt
Feuerwehr wählt neue Funktionsträger

Feuerwehr wählt neue Funktionsträger

Feuerwehr wählt neue Funktionsträger
Scooter-Fahrer betrunken und unter Drogen

Scooter-Fahrer betrunken und unter Drogen

Scooter-Fahrer betrunken und unter Drogen
Zahl der infizierten Kinder und Jugendlichen steigt stark

Zahl der infizierten Kinder und Jugendlichen steigt stark

Zahl der infizierten Kinder und Jugendlichen steigt stark

Kommentare