Die Organisation der Typisierungsaktion läuft auf Hochtouren

„Die vielen Aktionen geben Marius Kraft“

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Bettina Siebert-Kossmann, Anja Rottmann, Marc Wulferding, Annika Schirmacher, Martin Werner, Frank-Rüdiger Wöbig, Doris Prey-Klaassen sowie Manfred Kossmann (v.l.) und viele mehr arbeiten zusammen, um für den Harpstedter Marius Kossmann einen passenden Spender zu finden.

Harpstedt - Von Sophie Filipiak. Was die Familie, Freunde und Bekannte von Marius Kossmann in relativ kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben, ist beachtlich. Sie haben nicht nur in Zusammenarbeit mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) Typisierungsaktionen organisiert. Für die Veranstaltung am Sonntag, 9. August, in Harpstedt packen derzeit auch alle mit an, um mit einem bunten Rahmenprogramm möglichst viele Menschen zu mobilisieren.

„Marius geht es echt gut“, erzählte Bettina Siebert-Kossmann. Wie berichtet, erfuhr ihr 19-jähriger Sohn zu Pfingsten, dass er an Leukämie erkrankt ist. Da er früher in der DHI-Jugend gespielt hat und zuletzt auch in der ersten Herrenmannschaft des SC Dünsen, ist es für viele seiner Sportkameraden eine Selbstverständlichkeit zu helfen.

Dass eine solche Typisierungsaktion, bei der ein geeigneter Spender für Kossmann gefunden werden soll, einiges an Vorbereitung braucht, zeigte gestern Annika Schirmacher von der DKMS den Organisatoren vor Ort. „Vieles steht ja schon“, war sie von der geleisteten Vorarbeit beeindruckt. Sie erklärte detailliert, wie eine Typisierung und eine anschließende Spende ablaufen.

Bei der Registrierung können generell alle zwischen 17 und 55 Jahren mitmachen. „Wichtig ist aber, dass die Leute gesund sind“, schärfte Schirmacher ein. Junge, sportliche Männer seien am besten geeignet. Diese werden in Harpstedt bei der Aktion auch zahlreich vertreten sein. „Ganze Mannschaften haben sich schon angemeldet“, so Doris Prey-Klaassen vom Ortsverband Delmenhorst/Oldenburg-Land des Niedersächsischen Fußballverbandes. Und genau da liegt auch eines der logistischen Probleme. „Es ist bereits eine Dynamik entstanden, die wir nicht mehr beinflussen können“, sagte der ehemalige Trainer von Kossmann, Martin Werner. „Wir wissen einfach nicht genau, wie viele kommen werden.“ Die Organisatoren rechnen mit rund 1000 Spendern. Dementsprechend muss auch ein großer Raum gefunden werden, in dem die Typisierung ablaufen kann. Andreas Gralheer von der Samtgemeindeverwaltung brachte die Pausenhalle der Delmeschule ins Spiel, da dort auch Blutspendeaktionen veranstaltet werden. Möglich wäre aber auch die Turnhalle direkt daneben.

Auf dem Sportplatz bei der Delmeschule wird es während der Typisierungsaktion von 13 bis 18 Uhr eine Benefizveranstaltung geben. Neben Menschenkicker, einer Hüpfburg und einem Street-Soccer-Feld organisieren die Helfer auch eine Tombola. Den Höhepunkt bildet ein Spiel der ersten Herrenmannschaft des HTB und ehemaliger Mitspieler sowie Freunde von Kossmann.

Der Erlös kommt der Typisierungsaktion zugute. Denn jede Registrierung kostet 50 Euro. Viele zahlen diesen Betrag selbst. Damit sich davon aber niemand abschrecken lässt, läuft die Finanzierung meist über Spenden an die DKMS. Diese sammeln die freiwilligen Helfer vor, während und nach der Typisierungsaktion. Eine Überweisung auf das Spendenkonto der DKMS ist natürlich auch möglich.

Anja Rottmann vom SG DHI Harpstedt organisiert einen Flohmarkt. „Wir suchen alles rund um Fußball: Trikots, Schuhe, Fanartikel und vieles mehr“, erklärte sie. Wer sich daran beteiligen möchte, kann sich telefonisch unter 04244/2616 bei ihr melden. Sie sammelt dann am Freitag, 7. August, ab 18 Uhr vor dem Sportplatz die Artikel ein.

Auch die Suche nach Helfern läuft noch, die bei den Vorbereitungen und bei dem Aktionstag selbst mit Hand anlegen. Interessierte wenden sich an Marc Wulferding per E-Mail an mw-autoteile@web.de. Cindy Marchewa vom Harpstedter Ortsverband der Johanniter hat schon fünf Freiwillige gefunden, die beim Blutabnehmen helfen.

„Die vielen Aktionen geben Marius die Kraft weiter zu machen“, sagte Siebert-Kossmann sichtlich bewegt. Die Kraft wird er auch brauchen, denn er tritt bald eine Chemotherapie an. Nun hoffen alle Beteiligten, dass schnell ein passender Spender gefunden wird.

Auf Facebook gibt es die Gruppe "Marius will leben" , die Marius' Suche nach einem passenden Stammzellenspender unterstützt. Mittlerweile hat die Gruppe über 3.000 Likes.

www.dkms.de

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