Mehr als 100 Helfer lenken den Colnrader Hökermarkt in geordnete Bahnen

Vom Open-Air-Revival auf die Trödelmeile

Abertausende Menschen packt in Colnrade an jedem Tag der Deutschen Einheit die Hökerlust. Archivfoto: Bohlken

Colnrade - Von Jürgen Bohlken. Die Letzten werden die Ersten sein: Hartgesottene wollen sich nach durchfeierter Nacht auf dem Open-Air-Revival an der Hauptstraße 55 in Colnrade gleich am frühen Morgen des Tags der Deutschen Einheit, 3. Oktober, ins Hökergetümmel stürzen. Wenn die Anbieter in dreistelliger Anzahl zu nachtschlafender Zeit ihre Verkaufsstände im Dorfkern herrichten, setzt die Schnäppchenjagd erfahrungsgemäß bereits ein: Mit Grubenleuchten und Taschenlampen halten Trödelsucher Ausschau nach Objekten der Begierde. Bis zum offiziellen Beginn des Colnrader Hökermarktes um 9 Uhr sind viele Geschäfte nach oft erbittertem Feilschen längst getätigt.

„Alle Standplätze sind vergeben“, sagt Carsten Lüllmann, Ortsbrandmeister und Verantwortlicher für den Hökermarkt. Mehr als 100 Helfer lenken das Großevent in geordnete Bahnen. Die Vorbereitungen beginnen an diesem Freitag um 18 Uhr mit der Herrichtung der Parkplätze; jede Menge Flatterband wird gespannt. Weitere Arbeitseinsätze folgen am Sonnabend um 9 Uhr sowie am Montag und Dienstag – jeweils ab 18 Uhr. Für Parkzwecke stellen Landwirte ihre Felder zur Verfügung. „Dafür gebührt ihnen ein Dankeschön“, betont Lüllmann.

Kostenloses Parken ist am Markttag möglich – am Hoboldsweg nahe der Hökermeile oder auch an der Austener Straße. Bei der Hoco-Mühle stehen zudem Stellflächen für Menschen mit körperlichen Einschränkungen zur Verfügung. Zusätzlich wird zwischen „Agrarfrost“ in Aldrup und Colnrade ein Park-and-Ride-Service eingerichtet – mit zehn bis 15-minütiger Shuttle-Taktung.

Die Anbieter reisen über den Kieselhorster Weg an und werden ab 5 Uhr früh in ihre Standplätze eingewiesen. Es gilt die aus den Vorjahren hinlänglich bekannte Einbahnstraßenregelung. Wichtig auch: Der Verkehr aus den Richtungen Wildeshausen, Twistringen/Drentwede und Harpstedt kommt durch Colnrade nicht durch – und muss den Ort daher umfahren. Umleitungsstrecken werden ausgeschildert sein.

Innerhalb des Ortes dürfen während des Hökermarktes an den Straßenrändern keine Fahrzeuge parken. Auf Verstöße folgt konsequentes Abschleppen. Alle Fahrzeuge der Anbieter haben am Marktag bis 8 Uhr das Verkaufsgebiet zu verlassen; andernfalls werden sie wiederum kostenpflichtig „entfernt“. Die Standplätze müssen bis 7 Uhr eingenommen werden; der Abbau ist nicht vor 17 Uhr möglich. Toiletten finden Händler und Besucher konzentriert auf der Grünfläche Bierfreund (Schulstraße/Hoboldsweg) – und zusätzlich im Dorfgemeinschaftshaus, wo es auch ein behindertengerechtes WC gibt. Ein Autokran steht am Kieselhorster Weg – und gewährt allen, die sich in luftige Höhen „hieven“ lassen, atemberaubende Blicke auf die Hökermeile.

Das Wetter dürfte wohl mitspielen. „Regen ist zumindest bislang nicht vorhergesagt“, weiß Lüllmann. „Der Hökermarkt gilt als familienfreundlich und zeichnet sich durch eine schöne, harmonische Atmosphäre aus. Weil er so gut angenommen wird, sehen wir keinen Anlass zu gravierenden Veränderungen. Wir bekommen überwiegend sehr positive Rückmeldungen. Ist mal konstruktive Kritik dabei, nehmen wir sie ernst und bessern gegebenenfalls etwas nach. Im Großen und Ganzen bleiben Ablauf und Programm aber wie gehabt“, so der Ortsbrandmeister.

Das gilt für das „Spider-Bungee“ und das Kinderkarussell übrigens genauso wie für das beliebte Minikarussell, das Rolf Dunger aus Barnstorf mit Muskelkraft antreibt, während er dazu Weisen auf der „Quetschkommode“ spielt. Das riesige kulinarische Angebot bedient unterschiedlichste Geschmäcker. Knipp, Fisch, Bratwurst, Kaffee und Kuchen, Suppe und Spare Ribs zählen zu den – kaum mehr aufzählbaren – Gaumenfreuden.

Die Hökermarkt-Organisation liegt in den Händen des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr; unterstützend bringt sich der SC Colnrade ein. „In 22 Jahren haben wir reichlich Erfahrung gesammelt. Viele Arbeiten gehen uns heute dank der großen Routine sehr viel leichter von der Hand als früher“, sagt Lüllmann, der auch für den kommenden Hökermarkt auf ein gutes Gelingen hofft.

Die Besucherzahl dürfte wieder fünfstellig werden.

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