One-Man-Band mit Hang zu Blues und Rock

Eine echte „Rampensau“: Bernd Rinser. Foto: Bohlken

Harpstedt – Das Gitarrenspiel und vor allem die bemerkenswerte „Röhre“ des in Unterfranken beheimateten Songschreibers Bernd Rinser versetzte das Publikum im „Liberty's“ in Harpstedt vor zwei Jahren in Entzücken. Am Donnerstag, 26. März, 20 Uhr, kehrt der Musiker, dessen Wurzeln sich nicht zwischen Aschaffenburg und Würzburg, sondern vielmehr zwischen Nashville und New Orleans verorten lassen, dorthin zurück, um ein weiteres Hutkonzert bei freiem Eintritt zu geben. Der Name „Bernd Rinser RootsRock“ ist Programm – und die Fachpresse voll des Lobes. Der „Rolling Stone“ schwärmte einst: „An Willy DeVille gemahnender Gesang.“ Das Magazin „Eclipsed“ urteilte über die Alben „Evil, Wild & Blue“, „Street Dog Blues“ und „Split Pea Shell“: „Feine Musik.“

Die Stimme Rinsers klingt mal reibeisenmäßig dreckig, mal zart hauchend, dann wieder voller Melancholie im Stile der von Rick Rubin produzierten „American Recordings“ Johnny Cashs. Sie transportiert mit Hingabe etwa Wut, Trauer, Sehnsucht oder auch das Gefühl, „wie ein Hund am Boden zu liegen“.

Seine Inspirationsquellen kopiert Rinser nicht. Er wüsste gar nicht, was er deren genialen Originalen in Coverversionen hinzufügen sollte. Stattdessen verneigt er sich mit eigenen Titeln vor ihnen. Ob Mississippi Fred McDowell, Skip James oder Hank Williams sen., Howlin’ Wolf, Willy DeVille oder Johnny Cash – die Vorbilder weilen alle nicht mehr unter den Lebenden. Leonhard Cohen, die letzte Ikone, ohne deren Schaffen Rinsers Songs, wie er sagt, „nicht so klingen würden, wie sie heute klingen“, verstarb 2016. Auf der Bühne kommt der Songwriter als One-Man-Band daher. Er spielt mehrere alte Akustikgitarren – mit oder ohne Slideröhrchen – und zusätzlich Blues-Harp sowie Fußpercussion. Über seinen Musikstil schrieb Karsten Rube in der „Folk World“: „Blues, Rock, American Soul in einer kompromisslosen Geradlinigkeit, wie man sie aus Deutschland nicht unbedingt erwartet.“ Und über Rinser selbst: „Der Mann, der aus dem tiefen Süden Deutschlands stammt, könnte musikalisch ebenso im Tiefen Süden der USA angesiedelt sein (...) Er schafft (...) Höhepunkte, die an die besten Zeiten von Van Morrison erinnern (...). Und dann ist da wieder die erzählerische Dichte eines Tom Waits.“  boh

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