Ein Käfer in elegantem Kleid

Alte Liebe: Hans Risch besitzt einen 50 Jahre alten Karmann Ghia

Hans Risch vor seinem VW Karmann Ghia
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Der Karmann Ghia vereint eine elegante Karosserie mit solider VW Käfer-Technik. 

Klein Köhren – Eine Ausfahrt im VW Karmann Ghia Cabrio von Hans Risch ist eine Reise in die automobile Vergangenheit der 60-er und 70-er Jahre vorigen         Jahrhunderts.          Im Rücken erklingt der unvergleichbare Käfersound des 50 PS starken luftgekühlten Boxermotors, während der Wind leicht über die Haare streift und die Heizung erfolgreich gegen die morgendliche Herbstluft ankämpft.

Weder eine Servolenkung, noch ein Bremskraftverstärker unterstützen den Spediteur aus Klein Köhren bei seiner Spritztour über die Landstraßen der Samtgemeinde Harpstedt. Die wenigen Hebel und Anzeigen lenken kaum von der vorbeiziehenden Landschaft ab.

Risch besitzt seinen Karmann seit 26 Jahren. „Es war damals ein absoluter Zufallskauf und gleichzeitig eine Herzensangelegenheit“, erinnert er sich an die erste Begegnung mit seinem leuchtend roten Oldtimer. Der war damals allerdings noch saharagelb. Der Spediteur besuchte geschäftlich seinen Lackierer in Bremen und entdeckte dort abgedeckt unter einer Plane den restaurierungsbedürftigen Wagen. „Ich habe hinuntergeschaut und mich spontan entschlossen, ihn zu kaufen“, berichtet der 75-Jährige. „Vorher hatte ich nie darüber nachgedacht, mir einen Oldtimer anzuschaffen.“

Übersichtliche Bedienung: Nur wenige Hebel lenken von der Umgebung ab.

Doch mit dem Cabrio verbindet Risch nicht nur seinen Geburtsort Osnabrück. Dort verließ der Karmann im gleichnamigen Werk im Jahr 1969 das Fertigungsband. Der Spediteur war darüber hinaus schon seit vielen Jahren mit seinem Lastwagen für das Osnabrücker Automobilwerk unterwegs und besaß dorthin freundschaftliche Verbindungen. 4 700 Mark legte Risch für sein automobiles Schätzchen auf den Tisch. Ein Deutscher hatte den VW in Los Angeles gekauft und ihn nach Deutschland importieren lassen. „Hier konnte er den Karmann beim Zoll dann aber nicht bezahlen und so landete er bei meinem Lackierer“, erzählt Risch.

Obwohl der Wagen die ersten 25 Jahre seines Lebens unter kalifornischer Sonne verbracht hatte, waren so einige Restaurierungsarbeiten nötig, bis er sich wieder in perfektem Zustand präsentierte. Dank seiner Beziehungen zu Karmann hatte Risch die notwendigen Ersatzteile schnell besorgt. „Das Bodenblech und die Schweller mussten komplett erneuert werden“, blickt er zurück. Außerdem erhielt der VW ein komplett neues Verdeck sowie eine neue Lackierung. Bei den Arbeiten stieß Risch auf eine kuriose Überraschung. „In den Schwellern haben wir eine alte Los Angeles Times gefunden“, erzählt er. „Vermutlich sollte sie Feuchtigkeit aufsaugen, die in den Hohlraum gelangt war.“

Seit einem Vierteljahrhundert ist der Karmann nun schon im rauen norddeutschen Klima unterwegs. Regen hat er dennoch so gut wie nie gesehen. „Ich fahre mit ihm nur bei gutem Wetter. Das Verdeck war schon seit zwei Jahren nicht mehr geschlossen.“ Am liebsten unternimmt Risch gemeinsam mit seiner Frau Marita Spritztouren in die Umgebung. „Wir fahren dann gerne rauf in die Wesermarsch, nach Berne und Brake“, erzählt er. Zweimal im Jahr besucht er mit seinem Oldtimer zudem das Karmann-Museum in Osnabrück.

Hans Risch am Steuer seines Oldtimers.

Obwohl der Spediteur mit seinem Oldtimer zurückhaltend fährt und auch die 50 PS im Heck seines Autos nicht zum Rasen verleiten, ist er schon einmal geblitzt worden. „Das liegt an dem Tacho, der Meilen statt Kilometer anzeigt“, erklärt Risch. Probleme mit der soliden Technik hatte er dagegen bislang nie. Bis auf eine Ausnahme: Der im Rahmen der Restaurierung überholte Motor streikte gleich bei der ersten Ausfahrt. Das Austauschaggregat verrichtet seinen Dienst seitdem allerdings zuverlässig.

Der Karmann Ghia ist der elegante Bruder des VW Käfers. Er besitzt dessen unverwüstliche Technik, verbirgt sie aber unter einer vom Turiner Designbüro Ghia gezeichneten Coupé- oder Cabriokarosserie. Gebaut wurde er in den 60-er Jahren bei Karmann in Osnabrück.

„Alte Liebe“ gesucht

Wer in der Samtgemeinde Harpstedt lebt und seine „Alte Liebe“ in der Kreiszeitung vorstellen lassen möchte, kann sich per Telefon (04431/9891153) oder per E-Mail (redaktion.wildeshausen@kreiszeitung.de) an die Redaktion wenden.

Noch mehr Alte Liebe: Erwin Schlums ist seinem Audi 100 CD seit 34 Jahren treu.

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