Offizielle Bestätigung seitens der DKMS steht noch aus

Stammzellenspender für Marius Kossmann gefunden?

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Marius Kossmann darf hoffen: Ein passender Stammzellenspender ist offenbar gefunden worden.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Ein passender Stammzellenspender sei für den leukämiekranken Marius Kossmann aus Harpstedt gefunden worden – diese Erfolgsmeldung einer Initiativgruppe, die auf facebook die Seite „Marius will leben“ betreut, ging gestern wie ein Lauffeuer durch Harpstedt.

Besagte Gruppe ließ an dem Wahrheitsgehalt keinen Zweifel. Die Nachricht stamme von Marius selbst, so Sprecherin Anja Matschkus auf Nachfrage. Letzte Gewissheit fehlt indes: Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) bremste, ihr liege „bislang keine Bestätigung vor“, und kündigte nach einem noch ausstehenden Gespräch mit der Mutter des Erkrankten eine Pressemitteilung an.

Der 19-jährige Marius hat nach Kenntnis der Initiativgruppe von behandelnden Ärzten im Klinikum Bremen-Mitte gesagt bekommen, dass es einen passenden Stammzellenspender für ihn gebe; für Mitte Oktober sei sogar schon ein Transplantationstermin ins Auge gefasst, so Matschkus. Ob der in Frage kommende Spender aus den Typisierungsaktionen vom 8. und 9. August in Lübeck und Harpstedt resultiert, vermochte sie nicht zu beantworten. Das konnte die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) wiederum ausschließen. Beide Typisierungsaktionen hätten bislang nicht zu konkreten Erfolgen geführt, sagte Sprecherin Silvia Marcello. Eigentlich kein Wunder, zumal die Auswertung der Blutproben andauert.

Manfred Kossmann, der Vater des Erkrankten, besuchte Marius am Dienstag im Krankenhaus. Von ärztlicher Seite erfuhr auch er, ein passender Spender sei gefunden. Dessen Blut müsse allerdings abermals untersucht werden. „Bestätigungstypisierung“ heißt dieses Prozedere. Dabei wird noch einmal überprüft, ob die Werte des Spenders und des Patienten übereinstimmen, ob die Stammzellen gesund sind und dergleichen. Auch darf der Spender keinerlei Erkrankungen haben, die ein Risiko für ihn und den Patienten darstellen könnten. Ebenso muss klar sein, dass er weiterhin einer Stammzellentransplantation zustimmt. Rückzieher seien aber höchst selten, weiß Julia Runge von der DKMS. Sie kämen in der Bundesrepublik nur in unter einem Prozent der Fälle vor.

Die Zelltransplantation kann im Übrigen erst erfolgen, wenn der gesundheitliche Zustand des Patienten sie zulässt. Aktuell leidet Marius Kossmann aber nach den Schilderungen seines Vaters sehr unter der Chemotherapie. Die letzte Dosis sei ihm nicht gut bekommen und führe zu starken Nebenwirkungen. Von daher täten Marius voreilig veröffentlichte Erfolgsmeldungen, hinter denen noch einige Fragezeichen stünden, momentan bestimmt nicht gut, befürchtet Manfred Kossmann.

Dass die DKMS die Nachricht von dem angeblich auf den 19-Jährigen passenden Spender (noch) nicht bestätigte, begründete Sprecherin Silvia Marcello mit komplexen Informationsflüssen: Ein Arzt, der einen Stammzellenspender sucht, startet für gewöhnlich einen Suchlauf beim Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) in Ulm. Dort laufen alle Daten für die Fremdspendersuche aus der ganzen Bundesrepublik zusammen. Somit findet die eigentliche Stammzellenspender-Suche im Wesentlichen im ZKRD statt. Von dort erfahren auch die Ärzte – und über sie wiederum die Angehörigen sowie mit deren Zustimmung dann die DKMS –, ob ein Spender „passt“. Direkte Nachfragen der Medien beim ZKRD zu konkreten Fällen gehen ins Leere. Das Zentralregister darf keine personalisierten Auskünfte geben.

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