Offene Türen: Statt 20 kommen mehrere hundert Besucher in den Essgarten

Ansturm größer als erwartet

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Der Essgarten-Führer in Form einer Broschüre mit vielen Fotos und Erläuterungen findet dankbare Abnehmer.

Barjenbruch - Von Jürgen Bohlken. „Es lohnt sich, hier mal herzukommen. Alles ist sehr liebevoll angelegt. Da steckt viel Arbeit drin. Leider blüht noch zu wenig“, sagt Maria Rauschenberger aus Harpstedt nach einem gemeinsamen Rundgang mit ihrem Mann Walter durch den binnen zwei Jahrzehnten gewachsenen Essgarten der Familie Deemter in Barjenbruch.

„Hier in der Ecke gedeiht eine Artischocke, da vorn eine Passionsblume, und dort haben wir Kiwi, Feige und Pfirsich“, erzählt Heike Deemter im Gewächshaus. Sie und ihr Mann Frits reden sich den Mund fusselig, um die zahllosen Fragen der an „Botanik“ interessierten Besucher zu beantworten. Statt der erwarteten 20 kommen bis zum frühen Nachmittag bereits locker 200 Menschen. Die Entscheidung, den Essgarten an einem Sonntag erstmals jedermann zugänglich zu machen, entpuppt sich als goldrichtig.

Auch Susanne Klein, Lehrerin an der Privatschule Gut Spascher Sand, bestaunt die Vielfalt der über 1000 essbaren Pflanzenarten. „Unser Kollegium hat sich für einen Besuch hier am letzten Schultag vor den Sommerferien angemeldet“, verrät sie. Auf ihrem Anwesen wollen die Deemters ein Restaurant etablieren, das gelegentlich öffnet und mit Spezialitäten aus Essgarten-Produkten aufwartet. Die Idee dazu kam ihnen nach der Teilnahme am „Kakteenessen“ des Kakteenhändlers Ulrich Haage in Ostdeutschland mit Vier-Gänge-Menü in einem ehemaligen DDR-Gewächshaus bei gleichwohl gediegenem Ambiente. „Genießbar sind die frischen Triebe. Da sind noch keine Stacheln dran. Vom Geschmackserlebnis her hätte der Kaktus auch Bohne sein können“, erinnert sich Heike Deemter.

Das avisierte eigene Restaurant soll „Zum Gierschbert“ heißen und ebenfalls in einem Gewächshaus angesiedelt werden. Welche lukullischen Freuden sich auf der Speisekarte wiederfinden werden, ist noch unklar. Dass sich aus den essbaren Pflanzen überraschend Schmackhaftes kredenzen lässt, bleibt den Besuchern am Tag der offenen Tür indes nicht verborgen. Im Eintritt inbegriffen sind jeweils ein Smoothie aus Früchten, Vogelmiere, Giersch, Minze und Sekt sowie ein Bärlauch-Rollo mit Käse. Ebenso im Preis inklusive: ein Essgarten-Führer, der 101 Pflanzen in Wort und Bild erläutert.

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