Oder: Kunst mal generationsübergreifend / Ausstellung in der „Wasserburg“

Der Apfel ist nicht weit vom Stamm gefallen

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Michael Grohe (r.) und Horst Hackfeld (3.v.l.) begrüßten zur Vernissage die Ausstellerinnen Wiebke Treiber (2.v.r.) und Erika Hormann (links – an der Seite ihres Ehemanns Ehler).

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Dass in dieser Redensart Wahrheit steckt, offenbart sich am Beispiel von Erika Hormann und ihrer Enkelin Wiebke Treiber. Beide haben schon in ihrer Kindheit gemalt. Beide musizieren aktiv – die eine mit ihrer Stimme, die andere auf der Geige. Ein Faible für die Architektur verbindet die Oma ebenfalls mit der Enkeltochter. Und noch eine Verbindung gibt es: Beide stellen nun erstmals eigene Bilder aus, und zwar gemeinsam. Zur Vernissage im Hotel „Zur Wasserburg“ gab es für sie heute (Sonntag) einen „großen Bahnhof“.

Der stellvertretende Fleckenbürgermeister Horst Hackfeld stieß beim Betrachten auf ein Eiskunstlaufmotiv und staunte über das Entstehungsjahr 1953. „Da war ich noch gar nicht da!“, merkte er schmunzelnd an. Gastronom und Gastgeber Michael Grohe freute sich darüber, mit Erika Hormann mal wieder eine Künstlerin aus Harpstedt für eine Ausstellung in der „Wasserburg“ gewonnen zu haben. „Schön, wenn Kunst über Generationen hinweg weitergeht“, sagte er in Richtung Wiebke Treiber, die sieben in ihrer Kindheit gemalte Bilder präsentiert. Nein, aktuell male sie nicht mehr, verriet die 14-Jährige auf Nachfrage unserer Zeitung. Stattdessen hat sie sich der Musik und dem Sport zugewandt. Die Gymnasiastin aus Ganderkesee begeistert sich für Badminton sowie Standard- und lateinamerikanische Tänze, spielt schon länger Geige und bekommt an der Musikschule Violinenunterricht erteilt. Auf die Frage nach dem Berufsweg, den sie einschlagen wolle, erwiderte sie: „Ich möchte Architektur studieren.“

Für ihre Oma blieb der Berufswunsch Innenarchitektin indes ein Traum, der nicht in Erfüllung ging. „Meine Mutter wollte, dass ich Schneiderin werde. Ich habe damals in die Lehre eingewilligt, aber unter der Bedingung, das ich danach doch noch studieren darf“, erinnerte sich die heute 75-jährige Erika Hormann. Und dieser Plan ging dann auch auf: Zeugnisse des damaligen Modedesign-Studiums der Harpstedterin können Interessierte in der Ausstellung bewundern. Unter den Bildern finden sich viele Fest- und Brautkleid-Entwürfe. „Wenn Erika diesen Weg weiterverfolgt hätte, stünde sie heute womöglich Karl Lagerfeld zur Seite“, orakelte Horst Hackfeld lächelnd. „Was wäre dann aus mir geworden?“, meldete sich Ehler Hormann, der Ehemann der Ausstellerin, gespielt entrüstet zu Wort. Der stellvertretende Bürgermeister würdigte in seiner Laudatio das große ehrenamtliche Engagement Erika Hormanns in vielen Bereichen. „Wenn alle Harpstedter nur 30 Prozent davon leisten würden, ginge es dem Flecken supergut“, sagte er.

Die Künstlerin verriet am Rande nicht ohne Stolz, ihre Zeichnungen und Gemälde gingen auf ihre eigenen Ideen zurück – mit nur einer Ausnahme: „Das Bild von Martin Luther habe ich abgezeichnet.“ Horst Hackfeld brachte im Verlauf seiner kurzen Rede Ehler Hormann ins Spiel: „Erika kann sich freuen, dass ihr lieber, netter Mann sie immer unterstützt hat.“

Die Monate Juli und August seien noch „frei“; sie stünden für eine Ausstellung eines weiteren Kunstschaffenden aus der Region im Hotel „Zur Wasserburg“ zur Verfügung, erwähnte Michael Grohe.

Die soeben eröffnete Werkschau umfasst etwa 50 Bilder und ist noch bis Ende Februar zu sehen.

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