Noch profitiert die Kirchen-Stiftung von schon vor Jahren festgezurrten Zinssätzen

Kapitalstock ist auf rund 360000 Euro angewachsen

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Sie ließen das Jahr 2014 aus Sicht der Kirchen-Stiftung Revue passieren und blickten zugleich nach vorn: Pastor Timo Rucks, Pastorin Elisabeth Saathoff, Herwig Wöbse, Manfred Sander und der Vorsitzende Dieter Claußen (v.l.) aus dem Kuratorium. Klaus Corleis, ebenfalls Kuratoriumsmitglied, konnte an der Bilanzpressekonferenz im „Ersten Pfarrhaus“ nicht teilnehmen.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. 4300 Euro Reinerlös aus dem LzO-Benefizkonzert der „Jungen Tenöre“ vom 19. Januar 2014 in der Christuskirche verhalfen der Harpstedter Kirchen-Stiftung dazu, ihr Stiftungskapital auf über 300000 Euro anwachsen zu lassen. Die 400000-Euro-Marke müsste binnen zwei Jahren zu knacken sein, so Dieter Claußen gestern während der Bilanzpressekonferenz im „Ersten Pfarrhaus“.

Wer spenden wolle, der warte damit besser nicht bis zum Herbst, empfahl der Stiftungskuratoriumsvorsitzende aus gutem Grund: Jeder zugestiftete Euro schlägt sich dank eines Bonus, den die Landeskirche und die evangelische Gemeinde noch bis zum 30. Juni gewähren, mit 1,50 Euro im Kapitalstock nieder. Jede Spende ist daher aktuell aus Sicht der Stiftung das Anderthalbfache wert.

Die Kapitaldecke wird immer dicker. Sie wuchs bis zum 31. Januar 2015 auf 357180,11 Euro an. Die Summe der Zustiftungen belief sich im vergangenen Jahr auf 26570 Euro. Die Zinserträge konnten sich mit 7142 Euro (2013: 6684 Euro, 2012: 5777 Euro) vor dem Hintergrund der andauernden Niedrigzinsphase sehen lassen. Nur diese „Früchte“ darf die Stiftung „ernten“, wobei sie mit ihren Ausschüttungen schwerpunktmäßig die musikalischen Gruppen der evangelischen Christusgemeinde und die Jugendarbeit fördert. Das Kapital selbst bleibt unangetastet. Da allerdings liegt zugleich der redensartliche Hase im Pfeffer. In Zeiten extrem niedriger Guthabenzinsen fällt es Stiftungen generell zunehmend schwer, überhaupt nennenswerte Ausschüttungen zu tätigen. „Wir haben noch Zinssätze, die schon vor fünf bis sechs Jahren vereinbart worden sind. Sie gelten bis mindestens 2016, also auch noch für das kommende Jahr“, erläuterte Dieter Claußen für die Harpstedter Kirchen-Stiftung. Derzeit würden die Zinserträge nicht sofort komplett, sondern bewusst moderat ausgeschüttet, damit Geld für die Folgejahre übrig bleibe, ergänzte Kuratoriumsmitglied Manfred Sander. Das Kirchenkreisamt und das Landeskirchenamt suchten bereits andere

Stiftungsmahl am

10. September

Anlagemöglichkeiten, sagte Pastor Timo Rucks, der im Oktober den Platz von Gunnar Schulz-Achelis als Geschäftsführer im Kuratorium eingenommen hatte. „Dazu gibt es aber noch keine konkreten Informationen.“

Die von Sander angesprochene umsichtig-zurückhaltende Wirtschaftsweise spiegelt sich in den Zahlen wider: Gab die Stiftung 2013 noch 5450 Euro aus, so sank die Summe der Ausschüttungen 2014 auf 3150 Euro. In diesem Jahr ist sie wieder leicht angestiegen – auf 3597 Euro. Davon entfallen allein 900 Euro Zuschuss auf ein neu angeschafftes – digitales – Mischpult, das per Smartphone oder Tablet angesteuert und bedient werden kann. Mit dieser Anschaffung ging ein Wunsch der kirchlichen Chöre und Musikgruppen in Erfüllung.

Das nächste Stiftungsmahl zugunsten der Kirchen-Stiftung wird es am 10. September, 19 Uhr, im Gasthaus „Hackfeld‘s Dorfkrug“ in Klein Ippener geben – mit der neuen Landessuperintendentin Dr. Birgit Klostermeier als Gastrednerin. Ein Dankeschön, so Kuratoriumsmitglied Herwig Wöbse, gebühre in diesem Zusammenhang der Gastronomenfamilie Winkler, die nun schon zum siebten Mal die damit verbundene Arbeit auf sich nehme. Im vergangenen Jahr hatte die Veranstaltung der Kirchen-Stiftung 900 Euro eingebracht, so Dieter Claußen. Inklusive seien 300 Euro Bonus der Landeskirche und der Kirchengemeinde.

Weitere kommende Veranstaltungen in der Regie und zugunsten der Kirchen-Stiftung sind, wie Kuratoriumsmitglied Elisabeth Saathoff ankündigte, ein Konzert am 14. Juni, 17 Uhr, in der Christuskirche zum Gedenken an den langjährigen früheren Organisten Heinz Bockhorst, ein Konzert im Pfarrgarten mit den „Sundown Skifflers“ am 28. Juni, 17 Uhr, „Jazz for Fun“ auf der Kirchenorgel mit Dietrich Wimmer am 19. Juli, 17 Uhr, ein Bouleturnier unter der Leitung von Winfried Schreppel auf dem Kirchplatz mit Stärkung mit Käse, Brot sowie Wein am 9. August, 15 Uhr, die Theateraufführung „Der Tod im Pflaumenbaum“ am 6. September, 17 Uhr, ein Kirchkonzert der Familie Predescu mit Klassik, Arien und mehr am 11. Oktober, 17 Uhr, sowie das Weihnachtsgastspiel der Gruppe Godewind am 29. November, 17 Uhr, in der Christuskirche.

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