Landkreis rechtfertigt Tempomessungen

Tempo 30 in Harpstedt: „Nichts tun ging auch nicht“

Harpstedt -  „Hätten wir die nächsten Unfälle abwarten sollen? Nein, wir mussten was tun. Die 30-Schilder stehen seit Mai an der Burgstraße in Harpstedt. Jeder weiß, dass dort ein Tempolimit auf einigen 100 Metern gilt, das keine gravierende Einschränkung für den Fahrzeugverkehr darstellt.

Wir mussten aber feststellen, dass auf der Burgstraße gleichwohl zu zügig für diese sensible Kreuzung gefahren wird. Das müssen die Verkehrsteilnehmer erkennen. Dahingehend müssen wir sie sensibilisieren“, begründet Heike Lüning vom Straßenverkehrsamt die kreisseitig veranlassten Tempomessungen auf der „großen Kreuzung“ vom Donnerstag, die Bußgelder und vielleicht sogar Fahrverbote nach sich ziehen werden. 

Warum mehr als fünf Stunden „gemessen“ worden sei? Aus verschiedenen Gründen. Auch weil die Mitarbeiterin die Messstelle, mit der es an diesem Standort keine Erfahrungswerte gab, habe richtig einrichten müssen.

„Wollen die Kreuzung sicherer machen“

„Es gab jedenfalls andererseits auch keinen Grund, dort nur eine Stunde lang zu stehen“, so Lüning. Ob der Landkreis die Bürger für die erneut erhobene Forderung nach einer Vollampel bestrafen wolle? Das sei mitnichten der Fall, so Heike Lüning auf die bewusst provokante Frage. Diesen Eindruck hätten aber womöglich ein Stück weit Presseberichte und öffentliche Äußerungen von Kommunalpolitikern erweckt. 

Der Landkreis wolle die unübersichtliche Kreuzung, in die bekanntlich die Mull- und die Lange Straße versetzt zueinander einmünden, sicherer machen. Werde auf der Burgstraße langsamer gefahren, könne der einmündende Verkehr besser abfließen. Der Entschärfung der Situation diene auch die durchgezogene Linie auf der Langen Straße. Die sei bewusst bis an den Fahrbahnrand der Burgstraße durchgezogen worden.

Vollampel weiterhin Option

Das Ziel dabei: Die Fahrzeuge auf der Langen Straße sollen sich nicht zu weit links einordnen, damit sie den einfahrenden – insbesondere den dorthin abbiegenden – Verkehr nicht behindern. Die Vollampel sei weiterhin eine denkbare Option. „Wir prüfen diese Möglichkeit“, bekräftigte Lüning. Die kreisseitig angekündigte Verkehrszählung habe aber im Interesse aussagekräftiger Ergebnisse nicht in der verkehrsarmen Ferienzeit erfolgen können. Es reiche im Übrigen nicht aus, nur an einem Tag zu zählen. 

Das Problem einer Vollampel aus Lünings Sicht: Käme dadurch insbesondere der Verkehr aus Richtung Mullstraße schneller über die Kreuzung, ginge dies klar zulasten des Verkehrsflusses auf der Burgstraße. Und dieser bremsende Effekt würde vermutlich sogar noch dadurch verstärkt, dass die Möglichkeit für Fußgänger und Radfahrer, „Grün anzufordern“, weiterhin gewahrt bleiben müsse.

boh

Rubriklistenbild: © dpa

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