Pellets aktuell kaum noch günstiger als Öl

Nachwachsender Rohstoff verbrennt klimaneutral

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Kunst „auf die Schnelle“: Was mit Hammer und Stemmeisen viel Zeit in Anspruch nehmen würde, geht mit der Motorsäge in atemberaubender Geschwindigkeit. Archivfoto: Bohlken

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Einmal mehr wollen die Niedersächsischen Landesforsten den Verbrauchern das Heizen mit Holz in Harpstedt schmackhaft machen, was ihnen allerdings in Zeiten sinkender Ölpreise schon ein wenig schwerer fallen dürfte als in früheren Jahren.

Obendrein gewähren sie während der kommenden zweitägigen Messe im „Amtsacker“ spannende Einblicke in die Waldbewirtschaftung. Eine Ausstellungsmeile im Forst am Horstedter Weg ist am Sonnabend, 6., und Sonntag, 7. Februar, Schauplatz der „Harpstedter Holzheiztage“ – jeweils von 10 bis 17 Uhr.

Das redensartliche Blatt hat sich aktuell gewendet, wenngleich sicherlich nicht auf Dauer: Der ungewöhnlich niedrige Ölpreis nehme Pellet-Heizungen den Preisvorteil, vermeldete der Deutsche Energieholz- und Pelletverband Mitte Januar in Berlin. Wegen des billigen Öls sei der Preisabstand „auf nur noch 2,7 Prozent“ abgeschmolzen. Eine Kilowattstunde Wärme aus dem zu kleinen Stäbchen gepressten Holz kostete zum Jahresbeginn 5,11 Cent. Wer dieselbe Menge Energie aus Heizöl erzeugte, zahlte mit 5,26 Cent kaum mehr; Gas blieb mit 6,7 Cent eine vergleichsweise teure Option. Für eine Kilowattstunde Wärmeenergie mussten Verbraucher noch im Mai 2013 bei Öl im Schnitt neun und bei Gas sieben Cent, bei Pellets aber nur 4,6 Cent berappen.

Was nach wie vor für das Heizen mit Holz spricht, ist das „Klimaschutz-Argument“: Die Gas- und Öl-Vorkommen sind bekanntlich endlich – und daher irgendwann aufgebraucht. Holz hingegen als nachwachsender Rohstoff verbrennt CO2-neutral. Will heißen: Beim „Verfeuern“ wird nur so viel Kohlendioxid freigesetzt, wie der Baum während seines Wachstums aufgenommen hat, wenngleich in deutlich kürzerer Zeit als bei der natürlichen Verrottung. Klassische Kamine und Öfen punkten primär mit wohliger Wärme.

Während der kommenden Holzheiztage lockt schon zum neunten Mal ein abwechslungsreiches Programm. „Wir sind mit gut 50 Ständen und Maschinen wieder am Puls der Zeit und präsentieren die aktuellen Entwicklungen, die es zur Holzenergie gibt“, versichert Organisator Eberhardt Guba, Revierförster in Harpstedt. Die Ausstellungsmeile mitten im Harpstedter Wald biete sich wegen des Rahmenprogramms mit Erlebniswert auch für einen Familienausflug an. „Überall wird Rundholz für die Aussteller verteilt. Große und kleine Geräte zersägen, spalten oder hacken es zu Vorführzwecken. Waldbestände direkt an der Ausstellungsmeile sind für die Vorführungen von Holzerntemaschinen und Rückepferden markiert“, kündigen die Landesforsten an.

Wer will, der gönnt sich als „Passagier“ einer Krangondel einen atemberaubenden Ausblick aus luftiger Höhe. Harvester, Hacker, ein mobiles Sägewerk und Spaltautomaten sind im Einsatz zu erleben – und kletternde Baumpfleger „in Aktion“. Künstler der „Harzer Holzkunst“ „schnitzen“ Skulpturen mit der Motorsäge. Begleitend laden die BUND-Waldkindergärten sowohl am Sonnabend als auch am Sonntag zu zwei Tagen der offenen Tür ein. Dort können Interessierte sich nicht nur über das Waldleben der Kiddies informieren, sondern obendrein ihren Gleichgewichtssinn auf der Slackline testen sowie Kuchen, Stockbrot und Kinderpunsch genießen. Das Waldpädagogikzentrum aus Emstek

Mitmachaktionen und

„wilde“ Gaumenfreuden

klinkt sich mit Gartenmöbeln aus Douglasie ins Geschehen ein – und der Verband Niedersächsischer Zimmermeister mit der Ausstellung „Bauen mit Holz“. Hinzu kommt ein vielfältiges Catering-Angebot. Zu den kulinarischen Freuden zählen unter anderem Wildspezialitäten in Form von Wurst und Gulasch.

Mitmachaktionen locken am Stand des Forstamtes Ahlhorn und des Waldpädagogikzentrums. Beim „Pfunde sägen“ gibt es eine rustikale Gartenbank und Buchpreise zu gewinnen. Erlöse aus dieser Aktion kommen dem Kinderhospiz „Löwenherz“ in Syke zugute. Für die Aussteller sei, so die Landesforsten, extra viel Raum eingeplant, damit Exponate wie Motorsägen, Spalter und Großgeräte gut besichtigt werden können und es ansprechende Rahmenbedingungen für eine fundierte Beratung gibt. Unter den mitwirkenden Firmen finden sich Vertreiber von Pellets, Kaminholz, Spaltern, Motorsägen und Nistkästen, Maschinenverleiher sowie ein Massivholzdielen-Spezialist. Und natürlich sind Kaminofen- und Holzheizungsanbieter mit dabei. Sie gewähren einen Überblick über die neuesten Entwicklungen am Markt. Etwas weiter stehen die Schornsteinfeger für Fragen zu Ofentechnik, Laufzeiten alter Kaminöfen, Feinstaubbelastung und die richtige Lagerung von Holz zur Verfügung. Die Revierförsterei Harpstedt informiert über Motorsägenlehrgänge und nimmt auch Anmeldungen dafür entgegen. „Wenngleich das Brennholzangebot im Handel deutlich zugenommen hat, ist das Interesse am ,Motorsägenführerschein‘ weiterhin hoch“, weiß Forstwirtschaftsmeister Bernd Jarren.

www.landesforsten.de/

holzheiztage

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