Neujahrs-Sänger begrüßen 2015 in Colnrade, Austen, Beckstedt und Holtorf

Wenn der Teufelsgeiger durchs Dorf zieht

Stephan Meyer-Schrage (links) und Uwe Gottwald singen in der Küche „Heil, Heil zum neuen Jahr“.
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Stephan Meyer-Schrage (links) und Uwe Gottwald singen in der Küche „Heil, Heil zum neuen Jahr“.

Beckstedt - Von Ove Bornholt. Mit den Liedern „Heil, Heil zum neuen Jahr“ und „Wir lagen vor Madagaskar“ haben etwa 25 Neujahrs-Sänger am Donnerstag das Jahr 2015 in der Küche von Ulrike und Christian Schoppe in Beckstedt begrüßt. Mit dabei waren Stephan Meyer-Schrage an der Teufelsgeige sowie Gerrit Höfemann und Uwe Gottwald jeweils mit einem Waschbrett, die für die musikalische Begleitung sorgten. Auch in den anderen Ortschaften der Gemeinde Colnrade zogen Sänger von Haus zu Haus.

Die Beckstedter machten sich, wie erstmals im Vorjahr, wieder im Kremser auf den Weg. Zumindest nutzten sie den von einem Traktor gezogenen Planwagen für die weiter entfernt liegenden Häuser der Ortschaft.

Das Haus von Familie Schoppe war das zweite auf dem Weg der Neujahrs-Sänger. Die Gruppe versammelte sich im Gebäude, stimmte die Lieder an und bekam als kleine Belohnung und zum Ansporn einen Schnaps. Anschließend zogen die Männer und Frauen plus eins, Hausherr Christian Schoppe schloss sich an, zum nächsten Haus.

„Gegen 19.30 Uhr sind wir vermutlich fertig und kommen zum Eglinger Platz“, erklärte Hiltraud Lindemann, die die Sänger zu ihrer Sprecherin erklärt hatten. „Dann sind wir rund 40 Leute und bekommen leckere, heiße Suppe“, freute sie sich.

Lindemann zeigte sich sehr zufrieden mit dem trockenen Wetter: „Es ist ein Traum.“ Es war zwar kalt, aber dafür bekamen die Sänger ja jedesmal einen „Kurzen“, der für innere Wärme sorgte. „Die frische Luft tut doch gut“, so Lindemann. Bei dem ein oder anderen Teilnehmer galt das sicherlich auch mit Blick auf die vorherige Silvesternacht – gegen einen Kater ist Bewegung ja nicht das Schlechteste.

In Bewegung geriet die auswärts nächtigende Familie Schoppe übrigens auch, als Ulrike Schoppe klar wurde, dass die Sänger ja nicht erst gegen 14 Uhr sondern schon kurz nach 13 Uhr vorbeikommen wollten. Gerade noch rechtzeitig kamen sie, ihr Mann und die Kinder zuhause an, um die Gäste zu begrüßen. „Ich hatte es nicht mehr auf dem Schirm, dass sie früher kommen“, sagte sie mit einem entschuldigenden Lächeln. Seit vergangenem Jahr haben sich die Zeiten verschoben, damit das Ganze nicht mehr so lange dauert, erklärte Lindemann anschließend.

Diese freute sich besonders, mal wieder mit vielen Nachbarn aus dem Dorf ins Gespräch zu kommen und auch mal bei Häusern anzuklopfen, bei denen man nicht so oft vorbeischaut. „Man läuft ja immer neben anderen Leuten und redet auch mit denen, mit denen man sonst nicht so oft spricht.“

Dass sich bei Schoppes erst einmal nur der Ehemann dem Tross anschloss, ist übrigens kein Rückfall in alte Traditionen. „Früher war es üblich, dass die Frauen nur loszogen, wenn der 2. Januar auf einen Sonntag fiel“, erinnerte sich Lindemann. Doch das habe sich inzwischen der Lebenswirklichkeit angepasst.

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