Neues Nebengewässer am „Pastorenrennweg“ bei Colnrade fertiggestellt

Eine neue Kinderstube für die Hunte-Fische

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Dieter Klirsch (großes Bild, l.) und FV-Jugendwart Michael Roshop waren die vergangenen Tage die meiste Zeit auf der Baustelle. Das kleine Bild zeigt die Lage des Altarms südwestlich von Colnrade.

Colnrade - Von Sophie Filipiak. Es ist geschafft: Gestern rollte zum letzten Mal ein Bagger an, um die finalen Arbeiten am Altarm an der Hunte in Colnrade zu beenden. Sichtlich stolz erklärte Dieter Klirsch, Vorsitzender des Fischereivereins (FV) Colnrade, was er und seine Kollegen in den vergangenen Monaten auf die Beine gestellt haben.

Die Genehmigung für das Projekt erteilte der Landkreis Oldenburg dem FV Colnrade bereits 2013. Seitdem bemühte sich Klirsch, das nötige Geld für den Bau zusammenzukriegen. Von der Bingo-Umweltstiftung bekam er 28900 Euro, der Landkreis stellte die Fläche am „Pastorenrennweg“ zur Verfügung und machte 6000 Euro locker. Die „Ferdinand-Quirl-Stiftung“ des Deutschen Fischereiverbandes gab 2000 Euro, und der FV selbst steckte 1500 Euro in das Projekt. Dazu kommen noch die Eigenleistungen der Mitglieder, die mit anpackten.

„Wir wollen hier eine Kinderstube für Fische erschaffen“, erklärte Klirsch auf der Baustelle. Seit vielen Jahren arbeitet er im Vorstand des FV und setzt sich stets für den Naturschutz ein. „Ich komme ja aus einer alten Anglerfamilie“, so der 68-Jährige. „Und mein Opa und mein Vater haben mich immer ermahnt, auch an die Renaturierung zu denken.“ Das hat er dann getan.

Früher, erzählte er, habe man die Hunte begradigt: „So ein Kanal ist aber schlecht für die Fische, die haben keine Rückzugsgebiete mehr.“ Somit habe der Fluss durch die Begradigung viel von seiner Artenvielfalt verloren. Ein neues Biotop ist nun südwestlich von Colnrade fertiggestellt. „Wir wollen hier die Natur in Ruhe lassen“, meinte Klirsch und zeigte auf eine Reihe Erlen nördlich des neuen Gewässers: „Die haben wir entlang eines Baches gepflanzt.“ Mittlerweile wurde dort sogar eine Libellenart gesichtet, die vom Aussterben bedroht ist.

Der Altarm ist durch einen rund vier Meter breiten Graben mit der Hunte verbunden. 3000 Quadratmeter umfasst das neu entstandene Gewässer. Der hintere Bereich ist flacher, so dass sich dort Schilf und andere Wasserpflanzen einnisten können. „Da können die Fische dann ihren Laich ablegen“, so Klirsch. Das habe nicht nur Vorteile für die Tiere, sondern auch für den Verein. Denn so könnten die Kosten für den Fischbesatz gesenkt werden.

Bei den Bauarbeiten sind rund 5000 Kubikmeter Erde angefallen. „Die haben wir dann an die Bauern in der Umgebung verteilt“, sagte der Vorsitzende. Ein Wall um den Altarm dient dem Hochwasserschutz der umliegenden Wiesen und Weiden. Außerdem musste über die Anbindung zum Fluss eine Überfahrt aus Betonsegmenten gesetzt werden, damit, wenn das Gras am Ufer gemäht werden muss, die Gerätschaften den Graben überqueren können. Das war eine Auflage des Landkreises. Eine weitere – die Abnahme des Bauprojektes durch einen Mitarbeiter der Hunte-Wasseracht – ist schon erledigt. „Er hat sich alles angesehen und gesagt: ‚Alles Prima!‘“, so Klirsch. Nun kann der Bagger wieder abziehen, und die Natur erledigt den Rest.

Das nächste Projekt steht schon fest. Ein weiterer Seitenarm der Hunte soll von Sand befreit werden. „Das ist, glaube ich, auch mein letztes Vorhaben als Vorsitzender“, erklärte Klirsch. Dann könne ein anderer für ihn übernehmen und die Renaturierung der Hunte vorantreiben.

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