Standesbeamtin hat in Harpstedt ihre Berufung gefunden

Für Trauungen gilt nun „eins plus vier plus 15“

Blumen überreichte Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse (l.) im Beisein von Fachbereichsleiterin Edda Masemann (r.) an die Standesbeamtin Grit Staupendahl (aus Anlass der gemeisterten Probezeit) und den frischgebackenen Verwaltungsfachangestellten Tobias Funke (nach erfolgreich absolvierter Ausbildung).
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Blumen überreichte Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse (l.) im Beisein von Fachbereichsleiterin Edda Masemann (r.) an die Standesbeamtin Grit Staupendahl (aus Anlass der gemeisterten Probezeit) und den frischgebackenen Verwaltungsfachangestellten Tobias Funke (nach erfolgreich absolvierter Ausbildung).

Harpstedt – Für Trauungen in Coronazeiten gelte nun die Regel „eins plus vier plus 15“, sagt Grit Staupendahl, die ihre sechsmonatige Probezeit als Standesbeamtin der Samtgemeinde Harpstedt mit Bravour gemeistert hat. Wofür die Zahlen stehen, gibt sie gern preis: „Eine Standesbeamtin, das Brautpaar mit zwei Trauzeugen, also vier Personen, und bis zu 15 Gäste im Trauzimmer.“

Nach einem Vorleben in der freien Wirtschaft als Pharmareferentin sowie einer Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten mitsamt Qualifizierung zur Standesbeamtin in Brandenburg war die heute 52-Jährige Ende 2018 nach Niedersachsen gezogen. In der Syker Stadtverwaltung oblagen ihr zwei Jahre lang Aufgaben im Einwohnermelde- und im Steueramt. Im Standesamt, wo sie ihre eigentliche Berufung sieht, sei sie hingegen nur „die Vertretung der Vertretung“ gewesen. Dabei hätte sie gerade in diesem Bereich gern in Vollzeit gearbeitet.

„Das hat sich in Harpstedt nun ergeben. Darüber freue ich mich total. Hier passt einfach alles“, urteilt die Nachfolgerin von Michael Lührs, die verheiratet ist und zwei Kinder großgezogen hat.

Register wird digitalisiert

Trauungen machen nur einen kleinen Teil ihrer Arbeit aus. 53 Sterbefälle hätten in diesem Jahr schon beurkundet werden müssen, erzählt die Sykerin. Corona sei nicht der Grund für die hohe Zahl, sondern die Altersstruktur der Samtgemeinde mit gleich vier Seniorenheimen. Namensänderungen, Partnerschaftsanerkennungen, ins Personenregister einzutragende Scheidungen und auch Kirchenaustritte (schon 33 im laufenden Jahr) prägen ebenfalls den Dienstalltag der neuen Standesbeamtin. Viel Arbeit bereite ihr die Registerdigitalisierung, das Überführen „von Papier in Elektronik“. Zusätzlich erledigt sie Finanzbuchungen für die Kitas und wird als Vertretung für das Meldeamt eingearbeitet.

Verwaltung ist nicht so verstaubt, wie alle denken. Ich finde es toll, wie sie sich in Harpstedt als Dienstleisterin versteht. Da ziehen alle an einem Strang und praktizieren das auch. Wir pflegen einen sehr freundlichen Umgang mit den Menschen.

Grit Staupendahl

Ihr Herzblut aber gilt natürlich den Trauungen. 17 Paare haben sich vor ihr schon das Jawort gegeben, fünf davon auf dem idyllisch am Buggraben gelegenen Holzsteg. Darauf, dass kein Betriebslärm das Ehegelübde draußen stört, nimmt sogar die benachbarte Gartenbaufirma Knolle Rücksicht. Wann die Maschinen möglichst schweigen sollen, verraten Listen mit Trauterminen (ohne personenbezogene Daten) dem Unternehmen.

„Verwaltung ist nicht so verstaubt, wie alle denken. Ich finde es toll, wie sie sich in Harpstedt als Dienstleisterin versteht. Da ziehen alle an einem Strang und praktizieren das auch. Wir pflegen einen sehr freundlichen Umgang mit den Menschen. Das ist etwas ganz Besonderes hier. Das kenne ich aus anderen Verwaltungen nicht unbedingt so“, fasst die Standesbeamtin ihre bisherigen Erfahrungen zusammen.

Blumen auch zum Ausbildungabschluss

Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse bescheinigt ihr, auch die menschliche Wärme mitzubringen, auf die Brautpaare Wert legen. Sie habe sich äußerst schnell und gut eingearbeitet und sich sehr gut ins Team eingebunden. Die Freude an ihrer Berufung sei ihr durchaus anzumerken. Aus Anlass der beendeten Probezeit ließ der Verwaltungschef am Freitag Blumen sprechen. Einen weiteren Blumenstrauß überreichte er Tobias Funke aus Twistringen. Der 22-Jährige hat unter nicht ganz leichten, der Pandemie geschuldeten Bedingungen seine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten erfolgreich beendet. „Nicht mit Jammern und Wehklagen, sondern mit Optimismus und Selbstbewusstsein ist er den besonderen Herausforderungen begegnet“, so Herwig Wöbse.

Befristet übernommen

Der frischgebackene Verwaltungsfachangestellte ist – zunächst befristet für ein Jahr – übernommen worden. Er freut sich nun auf seine künftigen Aufgaben im Einwohnermeldeamt und soll auch dazu beitragen, das Arbeitspensum im Zusammenhang mit den kommenden Wahlen, vor allem der Briefwahl, zu bewältigen.

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