Neue Initiative: „Mensch vor Windkraft“

„Gemeinwesen spalten sich“

Klein Henstedt/Simmerhausen - Sehr kritisch und beharrlich hat die neu ins Leben gerufene Bürgerinitiative „Mensch vor Windkraft“ am Mittwochabend während der Informationsveranstaltung in Horstedt zum geplanten Windpark in der Klein Henstedter Heide Belastungen für Anwohner durch Infraschall, Blinkfeuer oder auch das hohe Verkehrsaufkommen, das mit dem Bau der Anlagen verbunden ist, hinterfragt. Am Rande nutzte unsere Zeitung die Gelegenheit, mit Ronald Müller, einem der Aktivisten zu sprechen.

Herr Müller, im Vergleich zur offiziellen frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung zum „Windenergiepark Winkelsett“, die am Montag doch sehr auf die Einhaltung des formal korrekten Ablaufs bedacht war, hat die von den Projektierern organisierte Bürger-Information zum Vorhaben in der Henstedter Heide den Anwohnern viel Raum für eine offene Diskussion ihrer Anliegen gegeben. So frühzeitig an die Öffentlichkeit zu gehen, wäre ja hier gar nicht zwingend erforderlich gewesen, zumal es noch keinen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gibt.

Müller: Zugegeben, die Projektierer gehen einen anderen – einen offenen – Weg, was ich gut finde. Aber sie versuchen natürlich auch, die Wogen zu glätten, damit ihnen nicht zu viel Gegenwind entgegen schlägt. Darin sind sie pfiffig. Was letztlich dabei heraus kommt, wissen die genauso wenig wie wir. Wir möchten nur, dass die Planungen frühzeitig bekannt werden, dass darüber gesprochen wird und wir wirklich auch eingebunden werden.“

Das ist das Hauptanliegen der Bürgerinitiative?

Müller: Ja, wir wollen unsere Sorgen zum Ausdruck bringen. Wir wollen keinen Stunk machen, sondern das Gespräch suchen und eine faire Basis der Auseinandersetzung finden. Die Projektierer sind bekanntlich bestrebt, ihr Projekt bis 2017 durchzubekommen. Ihnen liegt aber natürlich nicht daran, in Grabenkämpfe verwickelt zu werden.

Haben Sie einen Sprecher auserkoren?

Müller: Nein. Wir werden auch keinen Wortführer benennen, weil wir wissen, dass seitens der Windkraft-Lobby sehr viel gegen Bürgerinitiativen ,geschossen‘ wird. Sie glauben ja gar nicht, was da alles an Repressalien läuft! Unsere kleinen Gemeinwesen in den Dörfern, in denen eigentlich alle zusammenstehen sollten, spalten sich. Da werden Leute nicht mehr gegrüßt. Ja, sogar angefeindet oder ausgegrenzt. Da zählt plötzlich nur noch der Profit. Die Kirchen, die doch sonst Nächstenliebe predigen und für die das eigentlich ein Thema sein müsste, äußern sich dazu kurioserweise gar nicht.

Ich hoffe aber gleichwohl, dass wir mit den Projektierern ins Gespräch kommen.

In der Bürger-Informationsveranstaltung haben die doch durchaus Dialogbereitschaft erkennen lassen.

Müller: Da muss man sehr vorsichtig mit einem Urteil sein, denn die Presse war dabei.

Sie fürchten, hinter verschlossenen Türen, ohne Beteiligung von Journalisten, könnte es anders aussehen?

Müller: Ganz genau!

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