Tag der offenen Tür

Neue Harpstedter Budo-Sportakademie bietet auch Atemi Combat an

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Die beiden Betreiber der Budo-Sportakademie Harpstedt, Olaf van Ellen (links) und Stefan Doersch, haben Rang und Namen in der Kampfsportszene. 

Das Trainingscenter der ehemaligen Sportschule Sabukai in Harpstedt ist kaum wiederzuerkennen. Stefan Doersch und Olaf van Ellen haben in die Hände gespuckt und den angemieteten Räumen eine Generalrenovierung verpasst.

Harpstedt - Dort, am Amtmannsweg 28 bis 30, betreiben der 37- und der 52-Jährige künftig als gleichberechtigte Partner innerhalb einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) die Budo-Sportakademie Harpstedt. Schon Mädchen und Jungen im Alter von drei bis sechs Jahren können sich behutsam an Jiu Jitsu heranführen lassen. Bei diesen „Kampfkunstmäusen“, wie die Gruppe heißen soll, stehen zunächst aber Körperbeherrschung, sicheres Auftreten, Ich-Stärkung und Selbstbehauptung im Mittelpunkt –und weniger das Kämpfen.

Jeweils montags und mittwochs soll künftig am Amtmannsweg trainiert werden. Der genaue „Stundenplan“, der mit Beginn kommender Woche gilt, lässt sich bereits bei Facebook auf der Seite „Budo-Sportakademie Harpstedt“ im Detail nachlesen.

Dort wird auch auf den Tag der offenen Tür am Sonntag, 25. August, 11 bis 16 Uhr, verwiesen. Besucher können bei dieser Gelegenheit erste Einblicke in Selbstverteidigungstechniken gewinnen und gern schon ein wenig aktiv mitmachen. Die „Power Kids“, die schon zu Sabukai-Zeiten am Amtmannsweg trainierten, tragen mit Show-Einlagen zum Gelingen bei. Eine Riesenhüpfburg lädt die kleinen Besucher zum Toben ein. Bratwurst, Crêpes, Kuchen und Getränke gibt es zum Selbstkostenpreis. Obendrein lassen die Veranstalter T-Shirts „regnen“ – insgesamt 50 Stück. Wer eins davon ergattert, darf es als Geschenk betrachten und behalten.

Jiu Jitsu, eine Kampfkunst mit Elementen aus Judo und Karate, bildet einen Schwerpunkt im Programm der Harpstedter Budo-Sportakademie. Jugendlichen und Erwachsenen, die über nicht so viel Körperkraft verfügen, können die beiden Betreiber indes Atemi Combat wärmstens empfehlen. Diese Form der Selbstverteidigung, auch unter Frauen mittlerweile ausgesprochen beliebt, gilt als höchst effizient. Sie vereint Nervendruckpressuren mit Hebeltechniken, Würfen, Schlag- und Trittkombinationen. Fans des „Raumschiffs Enterprise“ haben eine grobe Vorstellung von der Selbstverteidigungsmethode: Spock, der Erste Offizier, wendet in der Sciene-Fiction-Fernsehserie eine besonders wirksame Form der Neuropressurtechnik an; Kultstatuts genießen Szenen, in denen er Aggressoren mit einem simplen Fingergriff in den Nacken schlagartig bewusstlos werden lässt – und sie scheinbar mühelos außer Gefecht setzt.

„Das ist zwar etwas übertrieben, aber vom Prinzip her kommt das Atemi Combat durchaus nahe“, weiß Olaf van Ellen. „Du kannst, um nur ein Beispiel zu nennen, durch Drücken auf einen bestimmten Punkt erreichen, dass die Hand eines bewaffneten Aggressors aufgeht und er die Waffe loslässt.“

Die Budo-Sportangebote in Harpstedt sind auf bestimmte Altersgruppen zugeschnitten. „Für Kinder ist Kickboxen noch nicht das Richtige. Das macht erst ab dem Jugendalter Sinn. Für die Erwachsenen haben wir schwerpunktmäßig Atemi Combat im Programm, weil dieser Zielgruppe erfahrungsgemäß besonders daran liegt, sich gegen etwaige Angreifer verteidigen zu können“, erläutert Doersch. Er strebt eine familiäre Trainingsatmosphäre an. Gelegentliche Übernachtungen in der Sportschule, verknüpft mit einem ansprechenden Rahmenprogramm, kann er sich gut für die Kinder vorstellen.

Beide Kampfkunstlehrer bringen reichlich Erfahrung mit. „Ich bin schon seit 45 Jahren auf der Matte aktiv“, erzählt Olaf van Ellen. Der Groß Mackenstedter ist Träger des 7. Dans (Meistergrads) in Atemi Combat und des 3. Dans im Jiu Jitsu.

Seit vielen Jahren organisiert er zusammen mit seiner Frau offene Sportreisen mit integrierten Trainingslagern und international besetzten Teilnehmerfeldern. „Jeder Interessierte kann mitreisen. Das wird sehr gut angenommen. Demnächst geht es wieder mal nach Sri Lanka. Etwa 35 Europäer und rund 350 Einheimische werden dabei sein. 25 Lehrer decken das gesamte Spektrum der Kampfkünste ab. Das Trainingslager dauert fünf, die gesamte Reise hingegen 14 Tage. Schließlich wollen die Leute auch etwas vom Land sehen“, sagt van Ellen.

Stefan Doersch, Träger des 3. Dans im Kickboxen und im Jiu Jitsu, des 2. Dans im Karate sowie des 1. Dans in Atemi Combat, machte als mehrfacher Europameister, zudem als Nationaltrainer und Mitglied im Nationalteam der World Karate Confederation (bis 2018) von sich reden. Als Fünfjähriger sammelte er erste Erfahrungen mit Selbstverteidigung. Die Oldenburger Sportakademie Doersch (www.sportakademie-oldenburg.de) betreibt der 37-Jährige seit 2005. Dort bedient er mit diversen Kampfkunst- und Tanzangeboten eine Klientel im Altersspektrum von drei bis etwa 80 Jahren.

Vertragslaufzeit von drei Monaten

Wer am Amtmannsweg trainieren will, schließt einen Vertrag für drei Monate ab. Der Beitrag wird monatlich entrichtet. Kündigen ist jederzeit möglich. Auf faire Bedingungen legen Doersch und van Ellen nach eigenem Bekunden Wert. Ein Stück weit nehmen sie vorweg, was Bundesjustizministerin Christine Lambrecht angekündigt hat: Sie will auch für Verträge, die eine regelmäßige Erbringung von Dienstleistungen betreffen, die zulässige Laufzeit auf maximal ein Jahr begrenzen. Obendrein soll die automatische „Verlängerungsdauer“ nicht mehr als drei Monate betragen dürfen; die maximal zulässige Kündigungsfrist will die Ministerin verkürzen.

Zum 30. Juni hatte die vormalige Sportschule Sabukai den Betrieb in Harpstedt eingestellt. Von dem Aus erfuhr Olaf van Ellen durch einen Vater, der ein passendes Sportangebot für seinen Sohn suchte. Er selbst nahm dann Kontakt zu den bisherigen Betreibern auf; letztlich kam die Nachnutzung der Immobilie zustande.

Doersch und van Ellen hatten schon vorher Ausschau nach einem geeigneten Objekt für eine Sportschule gehalten, die sie gemeinsam betreiben wollten. Nun erhoffen sie sich natürlich einen guten Start in Harpstedt.

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