Diskussion geht in neue Runde

Netto an den jetzigen Inkoop-Standort?

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Was, wenn Netto an den Junkernkamp umsiedelt? Dann käme der Standort des derzeit direkt angrenzenden Raiffeisenmarktes wohl auch auf den Prüfstand.

Harpstedt - Die Harpstedter Einkaufsmärkte haben einen möglichen Weg gefunden, wie sie ihre Erweiterungsabsichten mit den Ergebnissen des Einzelhandelsentwicklungskonzepts und des Verträglichkeitsgutachtens vereinbaren könnten. Die jetzt avisierte Lösung sieht vor, dass sich Inkoop und Aldi an der Wildeshauser Straße auf der (vormaligen) Strodthoff-Fläche nebeneinander ansiedeln und Netto am jetzigen Inkoop-Standort am Junkernkamp in einen noch zu errichtenden Neubau einzieht. Lidl verbliebe bei dieser Option als einziger Markt am Ostrand des Fleckens.

Was klingen mag, als sei es bereits in trockenen Tüchern, ist mitnichten bereits beschlossene Sache. Für die Märkte-Ansiedelung an der Wildeshauser Straße bedürfte es einer Sondergebietsausweisung, und die muss erst einmal durch die politischen Gremien. Ob ein entsprechendes Bauleitverfahren eingeleitet werden soll, diskutiert am 4. März der Umwelt- und Planungsausschuss des Fleckens. 

Noch im Februar trifft sich die Politik mit den Anwohnern der oberen Freistraße und des Carsten-Horst-Kamps, um in einem informellen Gespräch zu sondieren, wie die direkt betroffenen Bürger zu dem Vorhaben stehen und ob die vor Jahren offen nach außen getragene ablehnende Haltung immer noch Stand der Dinge ist. Der Sturm der Entrüstung, den 2018 das Wohnbauvorhaben von Michael Pomplun an der Verlängerung der Straße „Am Forst“ in Harpstedt ausgelöst hatte, ist den Ratsmitgliedern noch in Erinnerung. Nicht zuletzt deshalb wollen sie die Nachbarn diesmal von Anfang an „mitnehmen“ und einbinden.

Nebeneinander würden sich Aldi und Inkoop gern an der Wildeshauser Straße ansiedeln - wie in Ganderkesee.

Die Einkaufsmärkte haben ihre Hausaufgaben jedenfalls allem Anschein nach gemacht. Die Forderung des Einzelhandelsentwicklungskonzepts, mindestens einen Markt im „Zentralen Versorgungsbereich“ zu belassen, würde mit der nun erarbeiteten Lösung zumindest erfüllt. Ein weiterer Vorteil: Ginge Netto an den Junkernkamp gäbe es dort immerhin noch einen zugkräftigen Verbraucher-Magneten, sodass sich die Einzelhändler im direkten Umfeld wohl keine allzu großen Sorgen um ihren Fortbestand machen müssten. 

Für die Umsetzung der Pläne sprächen ebenso die in Aussicht stehenden Sortimentserweiterungen: Inkoop etwa würde gern von 1 400 auf 1 800 oder 1 900 Quadratmeter Verkaufsfläche wachsen und strebt an, vor allem das Angebot an Drogerie- und Haushaltsartikeln zu vergrößern, so Bernd Oetken aus der Geschäftsführung im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Fläche an der stark frequentierten Wildeshauser Straße empfehle sich vor allem wegen ihrer guten Wahrnehmbarkeit. 

In der nicht ganz so zentralen Lage sieht die Geschäftsführung keinen großen Nachteil, zumal generell die Erreichbarkeit zu Fuß oder mit dem Fahrrad gewahrt bliebe. Die weitaus meisten Verbraucher kämen, so weiß Oetken, ohnehin mit dem Auto zum Einkaufen. Aldi und Inkoop nebeneinander anzuordnen - das habe sich bereits an der Raiffeisenstraße in Ganderkesee bewährt. 

Der für Harpstedt ins Auge gefasste Marktkomplex soll, sofern er sich als mehrheitsfähig erweist, optisch sehr ähnlich gestaltet werden - auch mit direkter Zufahrt von der Straße zu den Parkplätzen. Der Neubau läge dahinter. Postagentur, Blumenladen und Bäckerei sollen nach den Vorstellungen der Inkoop-Geschäftsführung integriert werden. 

Zum Carsten-Horst-Kamp hin sei eine abschirmende Begrünung angedacht, erläutert Oetken. Er geht davon aus, dass die direkten Nachbarn „lärmtechnisch“ vom Marktbetrieb „nichts mitbekommen“ würden. Inkoop sei im April schon 30 Jahre in Harpstedt. Oetken: „Mit den Nachbarn sind wir immer gut ausgekommen. Das soll so bleiben. Uns liegt daran, den Draht kurz zu halten.“

Die Umsiedelungspläne werfen gleichwohl Fragen auf - etwa die nach der Nachnutzung der jetzigen Netto-Immobilie. Und: Die Raiffeisen-Warengenossenschaft (RWG) hätte womöglich mittelfristig zu entscheiden, ob es Sinn macht, mit ihrem Raiffeisenmarkt am jetzigen Standort zu verbleiben. Solange die Umsiedlung des benachbarten Netto-Marktes aber noch nicht spruchreif ist, sieht RWG-Geschäftsführer Wolfgang von Fintel keinerlei Notwendigkeit, über die Standortfrage nachzudenken und schon andere Optionen zu prüfen.  

boh

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