Sozialausschuss: „mischMIT!“-Dienste zunächst für zwei weitere Jahre in Anspruch nehmen

Nach der Pilotprojektphase steigt der Preis

„Wir brauchen Planungssicherheit!“, bekräftigte Dieter Brüggmann.
+
„Wir brauchen Planungssicherheit!“, bekräftigte Dieter Brüggmann.

Harpstedt – Ein Antrag von Irene Kolb (Grüne), der vorsah, die Leistungen der Freiwilligenagentur „mischMIT!“ innerhalb der Samtgemeinde Harpstedt zunächst weitere zwei Jahre lang gegen Zahlung eines Obolusses in Anspruch zu nehmen, hat am Donnerstagabend im Schul- und Sozialausschuss eine klare Mehrheit gefunden. Die einzige Gegenstimme kam von Hartmut Post (CDU). Seine Fraktionskollegen enthielten sich, weil sie noch internen Beratungsbedarf sahen.

Eine Kooperation mit „mischMIT!“ über die am Jahresende auslaufende Pilotprojektphase hinaus hieße, künftig mehr Geld dafür locker machen zu müssen – Geld, das überwiegend für die Entlohnung der mittlerweile sechs hauptamtlichen Agenturmitarbeiter, darunter drei Vollzeitkräfte, benötigt wird. Beliefen sich die jährlichen Kosten für die Samtgemeinde Harpstedt bislang auf 2 750 Euro, so würden sie ab 2021 um immerhin fast 2 000 Euro zulegen. Für die kommenden Jahre rechne die Agentur mit einer jährlichen Kostensteigerung von 2,5 Prozent; „das heißt, dass bei einem möglichen Beschluss zur Fortführung der Arbeit von ,mischMIT!’ im Samtgemeindegebiet ab 2021 ein Betrag von 4 729 Euro anfällt“, ließ sich der Beratungsvorlage für den Ausschuss entnehmen.

Dieter Brüggmann, Vereinsvorsitzender der als „e.V.“ geführten Agentur, und Agenturleiter Thorben Kienert wünschen sich zwar eine dauerhafte Kooperation, aber Brüggmann ließ durchblicken, dass er mit einer Befristung auf zwei Jahre gleichwohl leben kann – in der Hoffnung, die Beratungen gipfeln am Ende in einen positiven Beschluss.

Die Agentur vermittelt Menschen mit Interesse an ehrenamtlicher Tätigkeit auf offene Stellen in gemeinnützigen Einrichtungen und Vereinen. Für rund 20 Freiwillige aus der Samtgemeinde Harpstedt hat sie bereits erfolgreich passgenaue Aufgaben finden können – überwiegend in Harpstedt, aber auch in anderen Mitgliedsgemeinden, teils sogar in umliegenden Kommunen wie Wildeshausen, Dötlingen oder Delmenhorst. Davon profitierten diverse Nutznießer – von Seniorenheim, Kita und Schule über die Hilfsorganisation und den Sportverein bis hin zur Behinderteneinrichtung.

Ehe die Agentur wirklich vermitteln konnte, bedurfte es jeder Menge Vorarbeit. Kontakte zu Einrichtungen wollten geknüpft, Bedarfe festgestellt und Kooperationen geschlossen werden. Da „mischMIT!“ Wert auf Professionalität legt, geht die Besetzung offener Ehrenamtsstellen behutsam über die Bühne – auch mit dem Ziel, „Anbieter“ und „Nachfragende“ gleichermaßen vor Enttäuschungen zu bewahren. „Vom ersten Kontakt bis zur Vermittlung vergehen für gewöhnlich rund sechs Monate. Man muss immer bedenken, dass wir hier von ehrenamtlicher Arbeit reden“, betonte Dieter Brüggmann. Mit den Freiwilligen würden im Regelfall zwei Beratungsgespräche geführt; daraus könnten aber durchaus auch mal fünf werden. Aus Kontaktaufnahmen mit 43 Vereinen und Einrichtungen resultierten bislang 24 geschlossene Kooperationen, 56 Angebote für Freiwillige aus der Samtgemeinde mit Ehrenamtsambitionen und 22 Vermittlungen in Ehrenämter. Dass die Bilanz nicht besser ausfiel, ist auch der Coronakrise geschuldet.

Saskia Kamp (SPD) brach eine Lanze für „mischMIT!“: „Wir brauchen die Unterstützung des Ehrenamts – und wir brauchen sie professionell“, betonte sie. In der jetzigen unsicheren Coronazeit eine Entscheidung zu treffen, falle ihr schwer, gestand Irene Kolb. Daher ging ihre Tendenz dahin, die weitere Bindung an die Agentur zunächst zu befristen, um dann erneut zu beurteilen, wie es weitergehen soll. Dieter Brüggmann gab indes zu bedenken: „Wir brauchen Planungssicherheit.“ Aussteigen könne die Samtgemeinde Harpstedt im Übrigen ohnehin jedes Jahr.  boh

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Bayern danken ihrem "Mr. Supercup" - Neuer: Schön vor Fans

Bayern danken ihrem "Mr. Supercup" - Neuer: Schön vor Fans

Bayern gewinnt den UEFA-Supercup: Martínez sticht als Joker

Bayern gewinnt den UEFA-Supercup: Martínez sticht als Joker

Was Autofahrer über Winterreifen wissen sollten

Was Autofahrer über Winterreifen wissen sollten

Letzte Rettungsversuche für gestrandete Wale in Australien

Letzte Rettungsversuche für gestrandete Wale in Australien

Meistgelesene Artikel

Unfall auf der A1 bei Groß Ippener: Verkehr staut sich bis nach Stuhr

Unfall auf der A1 bei Groß Ippener: Verkehr staut sich bis nach Stuhr

Unfall auf der A1 bei Groß Ippener: Verkehr staut sich bis nach Stuhr
Horrorunfall mit zwei Toten: 19-Jähriger verurteilt –  „Er muss mit dieser Schuld weiterleben“

Horrorunfall mit zwei Toten: 19-Jähriger verurteilt – „Er muss mit dieser Schuld weiterleben“

Horrorunfall mit zwei Toten: 19-Jähriger verurteilt – „Er muss mit dieser Schuld weiterleben“

Kommentare