Musik als Schlüssel zur Aufmerksamkeit

Was die Kinder während der musikalischen Früherziehung mit Sonja Bode (Mitte) schon gelernt hatten, präsentierten sie den Eltern im Rahmen einer Aufführung.
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Was die Kinder während der musikalischen Früherziehung mit Sonja Bode (Mitte) schon gelernt hatten, präsentierten sie den Eltern im Rahmen einer Aufführung.

Kirchseelte - Von Jürgen Bohlken. Musik ist nach Überzeugung von Tanja Kutscher „der Schlüssel zu Aufmerksamkeit und Konzentration“ in einer von Reizüberflutung geprägten Zeit, und die Kindergartenleiterin sieht sich in dieser Auffassung regelmäßig bestätigt.

Einmal die Woche kommt seit September Sonja Bode von der Musikschule „Strings“ in die Kirchseelter „Kasperburg“, um mit den Mädchen und Jungen im Vorschulalter an der Stimmbildung zu arbeiten oder ihnen auf Orffschen Instrumenten ein Gefühl für Takt und Rhythmus zu geben.

Die Kinder erfahren etwas über die Unterschiede in der Musik verschiedener Kulturkreise und Stilrichtungen. Gegensätze wie laut und leise, hoch und tief, langsam und schnell werden in der musikalischen Früherziehung erlebbar. Vor allem aber lernt die Gruppe, richtig zuzuhören und sich ganz auf eine Sache zu konzentrieren. Die kindliche Neugierde hilft dabei, alles in sich aufzu-saugen, was Sonja Bode, eingebunden in Spiel oder auch Bewegung, erklärt – bis hin zu einem witzigen chinesischsprachigen Lied über die Körperteile.

Ganz selbstverständlich üben die Kinder mittlerweile die Tonleiter und vollführen dazu Kodály-Bewegungen, die das Ansteigen der Tonhöhen versinnbildlichen. Sie streichen mit den Fingern über auf Pappe geklebte Teppichstücke mit gleichlangen Zwischenräumen, um Takt tastend wahrzunehmen. Erlernte Lieder wie das vom Tausendfüßler, der Wintersport treiben will, aber für das Anlegen der Skier den ganzen Winter benötigt, lassen erahnen, dass der Spaß nicht auf der Strecke bleibt. Fremdartige Instrumente wie die einer liegenden Harfe ähnelnde Guzheng aus China mit ihren 21 Saiten oder die Djembe aus dem Senegal bescheren immer neue Klangerlebnisse. Dass der Wechsel von Strophe und Refrain keineswegs dem Liedaufbau als ehernes Gesetz zugrunde liegt, veranschaulicht die Musiklehrerin etwa anhand von Beispielen aus der Klassik.

Eine „Real Kauf“-Spende in Höhe von 1 000 Euro hat es der „Kasperburg“ ermöglicht, Sonja Bode zu engagieren. „Wir wollen die musikalische Früherziehung auf jeden Fall fortführen“, haben sich Tanja Kutscher sowie ihre Kolleginnen Nicole Heuer und Emilia Formin vorgenommen. Die Erzieherinnen hoffen darauf, bei den nächsten Ausschüttungen von Zweckerträgen aus dem Gewinnsparen bedacht zu werden.

„Alles, was klingt“ heißt ein aus dem Früherziehungsprogramm hervorgegangenes Projekt. Die Musik erobert buchstäblich den Kindergarten-Alltag – ob im Morgenkreis, in Form von Klanggeschichten, beim Selbstbau von Instrumenten oder begleitend zum Turnen. Das Bedürfnis nach neuen Erfahrungen ist groß. Wie klingt eine Tür, ein Fenster, ein leeres und ein halb gefülltes Glas? Der kindliche Wissensdurst wirft immer neue Fragen auf. Die Erzieherinnen lassen indes keinen Zweifel am pädagogischen Nutzen. Das Musikprojekt fördere die Erweiterung der Ausdrucks- und Wahrnehmungsformen, rege das Hörverständnis an, unterstütze die Kinder in ihrer emotionalen, motorischen und sozialen Entwicklung, beflügele die Phantasie und wecke die Kreativität.

Mit wie viel Freude und Leichtigkeit die Kinder einen unvoreingenommenen Zugang zu Gesang, Klang und Rhythmus finden, veranschaulichten sie kurz vor Ostern in einer Aufführung mit Sonja Bode im Turnraum im Beisein von Musikschulleiter Peter Rabe, die wohl auch den letzten etwaigen Skeptiker davon überzeugt haben dürfte, dass die Beschäftigung mit Musik gar nicht früh genug beginnen kann.

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