Dünsen: Unternehmer wollen zwölf Wohnungen schaffen

Nachnutzung für ehemalige Kommandantur

So soll die frühere Kommandantur nach dem Umbau- und Renovierungsvorhaben aussehen.
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So soll die frühere Kommandantur nach dem Umbau- und Renovierungsvorhaben aussehen.

Dünsen – Von einem Bauvorhaben der Firma Sommer & Backhaus kann die Gemeinde Dünsen doppelt profitieren. Erstens wird die frühere Kommandantur in der ehemaligen Muna, die schon lange leersteht, wider den Verfall einer sinnvollen Nachnutzung zugeführt. Und zweitens entstehen zwölf Mietwohnungen – sechs davon in einem barrierefreien Neubau.

Breite Zustimmung hat das Projekt am Donnerstag im Rat der Gemeinde Dünsen gefunden. Burkhard Sommer und Peter Backhaus, zwei Unternehmer, wollen in der früheren Kommandantur an der Waldstraße sechs Mietwohnungen, zwei je Geschoss, mit Balkon beziehungsweise Terrasse und Gauben schaffen – sowie weitere sechs direkt davor in einem barrierefreien Neubau mit Aufzug.

Dies erfordert eine Bauleitplanung mit dem Ziel, das bisherige Mischgebiet in ein allgemeines Wohngebiet (WA) „umzuwidmen“. Die Emissionen des Sportbetriebs auf dem benachbarten Muna-Sportplatz bereiteten Bauamtsleiter Jens Hüfner keine Bauchschmerzen, zumal der Gesetzgeber vor einigen Jahren die Grenzwerte für Sportanlagen in der Lärmschutzverordnung angepasst habe.

Kein eineiiger Zwilling, aber optisch angepasst: der geplante Neubau in der früheren Muna.

Auch das Nebeneinander von Wohnen und Gewerbe erfordert allerdings eine Begutachtung der Geräuschimmissionen. Allgemeines Wohnen entfaltet einen höheren Schutzanspruch als ein Mischgebiet. Darin sieht Hüfner aber durchaus keine unüberwindbare Hürde.

Flächenverzehr durch Parkplätze

Zwei Parkplätze je Wohneinheit bedeuten zusätzliche Flächenversiegelung. Das vorhabenbezogene Bauleitplanverfahren „Wohnen ehemalige Muna“, das der Rat nun einstimmig bei Enthaltung von Andrea Schadwinkel (Wählergemeinschaft Dünsen, WGD) per Aufstellungsbeschluss angeschoben hat, kann „beschleunigt“ nach §13a des Baugesetzbuches abgewickelt werden. Damit entfällt eigentlich der Zwang zur Kompensation von Eingriffen in Natur und Landschaft. Bei „Inanspruchnahme“ von Wald wäre gemäß Landeswaldgesetz gleichwohl zwingend Ersatz zu schaffen. Die SPD-Fraktion würde es begrüßen, wenn der Baumbestand komplett erhalten bliebe, machte Heinz-Jürgen Greszik im Rat deutlich. Ein Mehrfamilienhaus-Neubau wirke neben einem mehrstöckigen Gebäude wie der früheren Kommandantur weit weniger wie ein Fremdkörper als „zwischen lauter Einfamilienhäusern“, urteilte Hiltrud Wessel (WGD). Sie spielte auf die Beratungen über das Neubaugebiet an – insbesondere auf die Kontroverse, wie viele Mehrfamilienhäuser dort möglich sein sollen.

Längerer Weg bis zum Satzungsbeschluss

Dass die Investoren dem Bestandsgebäude nach sehr langem Leerstand zu einer sinnvollen Nachnutzung verhelfen wollen, fand fraktionsübergreifend Zustimmung. Ebenso der in Aussicht stehende Wohnraum, der für junge Leute und Senioren gleichermaßen interessant sein kann. Das von Architektin Alina Jaspers vorgestellte Konzept überzeugte den Rat. Der Neubau soll in Breite, Trauf- und Firsthöhe den Maßen der früheren Kommandantur entsprechen – und eine Putzfassade den Ensemblecharakter unterstreichen. Für Sockel und Verzierungen sind möglichst ähnliche Verblender wie beim Bestandsgebäude vorgesehen. Streng gerasterte Fenster sollen „Ruhe in die Fassade“ bringen. Bei allen optischen Anpassungen ist der Neubau aber nicht als eineiiger Zwilling des Bestandsbaus konzipiert.

In diesem Jahr werden die planerischen Weichen sicher nicht „final“ gestellt. Bis zum Satzungsbeschluss ist es ein längerer Weg. Vorausgehen wird diesem letzten Schritt ein Durchführungsvertrag; darin verpflichtet sich der Vorhabenträger (Firma „Sommer & Backhaus“) zur Übernahme der Planungs- und Erschließungskosten sowie zur Realisierung des Vorhabens binnen einer gesetzten Frist.

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